Magie „Ein Wunder zu erleben, ist selten geworden“

Von Philipp Braitinger 

Mit seinen unterhaltsamen Zaubertricks fasziniert Jannik Winter ein stetig wachsendes Publikum.

Kartentricks sind ein wichtier Teil von Jannik Winters Show. Foto: Ines Rudel
Kartentricks sind ein wichtier Teil von Jannik Winters Show. Foto: Ines Rudel

Ottenbach - Zur Zeit hat er ganz schön viel um die Ohren. Die schriftlichen Abiturprüfungen stehen an. Ein Grund zur Panik ist das für Jannik Winter aus Ottenbach nicht. Der 18-Jährige weiß mit Druck umzugehen. Als Zauberkünstler tritt er zuweilen auch vor mehreren hundert Menschen auf, zuletzt beispielsweise als Moderator beim Jubiläumskonzert seiner Schule mit jeweils 500 Gästen an zwei Abenden.

Das Programm des Gymnasiasten umfasst viele Facetten moderner Zauberkunst. Von raffinierten Kartentricks über die verblüffende Gedankenmanipulation von Zuschauern bis hin zu scheinbar schwebenden oder sogar verschwindenden Alltagsgegenständen reichen seine Darbietungen. Er selbst bezeichnet sich als Stand-Up-Zauberer. „Da bin ich daheim“, sagt er.

Spontan, spannend, frech, lustig

Wichtig ist dem Magier, ein modernes Zauberprogramm anzubieten, egal ob bei einem Kindergeburtstag, bei einer Firmenfeier oder einer Hochzeit. Spontan, spannend, frech, aber auch lustig soll es sein. „Ein bisschen Comedy ist immer dabei“, verrät der Künstler. Zur guten Unterhaltung gehört aber noch mehr. So muss das eigene Programm auf der Bühne auch selbst moderiert werden. Und für die kleinen Gäste baut Winter noch gerne ein wenig Luftballonmodellage ins Programm ein. Am Ende sollen die Gäste mit einem Lächeln auf den Lippen zurückbleiben. „Wenn die Zuschauer in meiner Show Spaß haben, habe ich mein Ziel erreicht“, sagt er.

Gerne und oft werden Menschen aus dem Publikum für die Tricks benötigt. An dieser Stelle steigt auch beim Zauberer Winter immer wieder der Adrenalinspiegel. „Man kann es nicht vorhersagen, wie sich ein Zuschauer verhält“, weiß der Magier. Bisher sei aber alles gut gegangen. Einen Grund, sich zu fürchten, gibt es für die Zuschauer, die für einen Trick zu ihm auf die Bühne kommen sollen, bisher auch nicht. „Ich bin ein freundlicher Zauberer“, versichert der 18-Jährige. Niemand muss sich sorgen, wie bei manchen anderen Zaubershows, zersägt zu werden.

„Zauberein ist so populär wie nie“

Mit der Zauberei als Hobby liegt der Ottenbacher im Trend. „Die Zauberei ist so populär wie nie zuvor“, sagt Winter. Warum in den vergangenen Jahren immer mehr jüngere Zauberer mit neuen Programmen zu sehen sind, das kann er sich allerdings auch nicht so recht erklären. Vielleicht sei es die Lust, wieder aus dem Digitalen zurück in die wirkliche Welt zu kommen, vermutet er. „Ein Wunder zu erleben, ist selten geworden“, beschreibt er.

Entfacht wurde die Faszination für die Zauberei mit einem gewöhnlichen Zauberkasten, den er als Achtjähriger zu Weihnachten geschenkt bekommen hat. „Der wachsende Zauberstab“, das sei sein erster Trick gewesen. Seitdem ist er dabei geblieben. Er hat sich Bücher über Zauberei ausgeliehen, Zauberkästen für Fortgeschrittene geholt und immer neue Tricks gelernt. Irgendwann mit elf oder zwölf Jahren hat er damit begonnen, auf Kindergeburtstagen aufzutreten. Anfangs habe immer wieder etwas nicht geklappt, erinnert sich Winter lachend an seine ersten Auftritte. Inzwischen hat er sein Programm professionalisiert und weiterentwickelt. „Es kann aber immer etwas schiefgehen“, weiß Winter. Ein guter Zauberer sei jedoch in der Lage, Fehler in einer Show gekonnt zu überspielen. Das gehöre dazu.

Improvisieren gehört dazu

Wie es nach dem Abitur für ihn weitergeht, da ist sich der Zwölftklässler noch nicht ganz sicher. Einen genauen Plan hat er bisher nicht. Nach dem Ende der Schulzeit am Erich-Kästner-Gymnasium in Eislingen möchte er sich erst einmal Zeit nehmen, über das weitere Berufsleben nachzudenken und sich zu orientieren. „Es wäre ein Traum, die Zauberei zum Beruf zu machen“, sagt er. So oder so möchte er der Zauberkunst auf jeden Fall auch in Zukunft treu bleiben. „Wenn man einmal die Leidenschaft für die Zauberei gefunden hat, lässt es einen nicht mehr los“, erklärt er.

Der Abiturient möchte sich nach dem Ende der Schulzeit weiter auf seine Zauberkunst konzentrieren und an seinem Programm feilen. Ein eigenes Auto hat er bereits, um zu seinen Auftrittsorten zu fahren. Falls die Zauberei aber „nur“ ein Hobby bliebe, könne er sich auch einen Beruf im Bereich Marketing vorstellen.

Zur Vorbereitung auf seine Shows nutzt Winter einen eigenen Raum im Haus der Eltern. Bis ein Trick bühnenreif ist, bedarf es schließlich einer umfangreichen Vorbereitung. Es müssen Requisiten gebaut und immer wieder geübt werden. Wenn der Trick vor Publikum gezeigt wird, muss jeder Handgriff sitzen. Derzeit arbeitet Winter an einem neuen Programm. Dabei könnte es zumindest bei einem Trick gefährlich werden. „Es ist ein Messer im Spiel.“ Aber mehr möchte der Magier noch nicht verraten.