1. Mai im Kreis Ludwigburg Tolle Stimmung bei den Maifesten

Beim Marbacher Blütenfest geht es ganz entspannt und beschaulich zu. Foto: Peter Mann

Bei bestem Frühsommerwetter sind die Leute am Mittwoch nach Marbach, Pleidelsheim, Erdmannhausen, Kirchberg und an die Steinheimer Kaisersberghütte geströmt.

Hierher kommt, wer es beschaulich liebt. Zum „Blütenfest“ hatte der Obst- und GartenbauvereinMarbach auf sein Areal geladen, eine Idylle am Ortsende des Stadtteils Hörnle. „Bei uns geht es leise zu“, sagt Jens Engewald, der Vorsitzende. Der Verein verzichtet auf musikalische Unterhaltung, lässt lieber die Blumen sprechen. Zum Beispiel auf dem Rundweg zwischen den Parzellen des 26 000 Quadratmeter großen Geländes, wo derzeit Akelei und Sibirische Schwertlilie in schönster Blüte stehen. „Wir sind ein regelrechtes Biotop,“ so Engewald, „wir haben Blindschleichen, Molche, sogar Feuersalamander, die vom Eichgraben kommen.“

 

Auch der Geschmackssinn wird bedient: Mit französischen Flammkuchen, zubereitet von Serge, einem gebürtigen Lothringer. „Das Geheimnis ist die Soße,“ verrät er, „Fromage blanc, weißer Käse, gehört dazu.“ Den Gästen Hartmut und Hildegard, die zu Fuß aus Poppenweiler gekommen sind, gefällt es. „Schön, hier so draußen zu sitzen.“ Und: „Hier kann man für den Garten ein paar Ideen mitnehmen.“

Garant für flotte Melodien

Wer volkstümliche Klänge mag, ist richtig beim Maifest des Gesangs- und Sportvereins Pleidelsheim, mit dem die Biergarten-Saison eröffnet wird. An seinem Pult ist DJ „Zucker“, der seit 35 Jahren in der Region Musik einspielt, der Garant für flotte Melodien. „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ schmettert über die gut besetzten Bänke, gefolgt von einer unverkennbar alpenländischen Weise aus der Steiermark. „Da hab ich Verbindungen hin,“ sagt „Zucker“. Später bietet er auch ein Wunschkonzert an.

Die Pleidelsheimer kamen mit Kind und Kegel. /PETER MANN

Zur Mittagszeit dominieren in Pleidelsheim reifere Jahrgänge. Etliche haben das traditionelle Weißwurst-Frühstück genossen, andere die spezielle griechische Küche. „Wir sind Pleidelsheimer, wir müssen zusammenhalten“, sagt Manfred, seines Zeichens Gemeinderat. Der Betrieb ist vom Brand der Fußballerhütte nicht beeinträchtigt, betont Andreas Antoniadis für den Verein. Die stehe auf der anderen Seite, im Biergarten läuft alles reibungslos.

Beliebter Schweinehals

Auf dem leergeräumten Parkplatz vor dem Musikerheim Erdmannhausen sind zur Mittagszeit die rund 45 Bierbänke schon fast alle besetzt, lange Schlangen stehen an der Essens- und der Getränkeausgabe. Und die Hauptkapelle spielt den Abba-Hit „The Winner takes it all.“ Bernd Schwab, der Vorsitzende des Vereins, freut sich über den regen Besuch: Schließlich wird mit dem Erlös unter anderem die wichtige Jugendarbeit finanziert. Besonders beliebt ist der traditionelle Schweinehals mit dem selbstgemachten Kartoffelsalat. „50 Kilogramm Kartoffeln haben wir verarbeitet,“ berichtet Schwab.

/PETER MANN

Auch junge Besucher sitzen an den Tischen. So wie Yannik, der den „Aperol Spritz“ lobt, und Markus: „Ich finde die Musik als Hintergrund ganz schön.“ Sie gehören zum Maiausflug einer Clique von 40 jungen Leuten aus Affalterbach, ziehen später weiter nach Poppenweiler. Ihr Leiterwagen ist nicht der einzige, der vor dem Festgelände parkt, auch ein geschmückter Traktor ist dabei .

Flotte Rhythmen

„Hier bin ich immer dabei, ich bin geborener Kirchberger!“ Wolfgang liebt die Atmosphäre auf dem Maifest des Musikvereins Kirchberg. Der hat bei dieser großen Hocketse, ganz im Zeichen des 100-Jahre Jubiläums in diesem Jahr, nicht nur fast alle 65 Bänke rund um das Musikerheim voll. Das Orchester sorgt mit flotten Rhythmen für eine gelöste, beschwingte Atmosphäre. „Atemlos durch die Nacht“ fegt durch die Zelte. Auch Uschi, die ihrer Familie – „vier Generationen sind wir“ – am Tisch sitzt, schätzt die Stimmung.

Am hellen Tag hieß es in Kirchberg „Atemlos durch die Nacht“. /PETER MANN

Ilona Teschke, die Vorsitzende des Musikvereins, ist glücklich und selber voll eingespannt: In der Küche, und sie hat einen der 45 angebotenen Kuchen beigesteuert: „Zitronenkekskuchen.“ Sie ist auch ein bisschen stolz: „Auf unsere vielen Helfer können wir uns verlassen. Beim Aufbau waren wir 25, und am Nachmittag war alles fertig.“

Erholung pur

Dieses Maifest muss man sich verdienen. Entweder zu Fuß oder durch kräftiges Treten in die Pedale. Zur Kaisersberghütte im Hardtwald kommt man nicht mit dem Auto. Dorthin hatte die Abteilung Handball des TSG Steinheim zusammen mit der Habo Handball Bottwartal zu einem Fest mitten im Grünen geladen. Das hat gezogen. „Es ist sehr gut gelaufen“, bilanziert Peter Magg, der Vorsitzende der Abteilung, am Nachmittag um 16 Uhr.

/PETER MANN

Geschätzt mehr als 600 Besucher haben ihren Weg in das Idyll gefunden. Heinz und Grete waren gut eine halbe Stunde von Rielingshausen unterwegs und schwärmen,: „Der Kaisersberg ist eine Institution, das ist Erholung pur.“ Für zwei junge Familien aus Kirchberg auf Radtour war das Fest eine echte Entdeckung. „Wir sind erst durch ein Schild drauf aufmerksam geworden“, sagt Bianca. Tanja findet es „so lauschig hier“. Besonderer Pluspunkt ist der Waldspielplatz: „Für die Kinder ist das toll, und wir können ganz entspannt hier sitzen.“

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