Mike Feigenspan heiß auf Kickers Offenbach Allzu gerne wieder Serientäter

Offensivspieler Mike Feigenspan will seinen Flow gegen die Offenbacher Kickers fortsetzen. Foto: Baumann

Freibergs Stürmer Mike Feigenspan hat mit Gegner Offenbacher Kickers noch eine Rechnung offen und hofft auf den vierten Treffer in Folge.

Ludwigsburg: Elke Rutschmann (eru)

Wann ist ein Fußballprofi so richtig erfolgreich? Keine einfache Frage. Auch nicht für Mike Feigenspan, seit Januar Stürmer beim Fußball-Regionalligisten SGV Freiberg. „Viele Jungs würden glaube ich gerne mit mir tauschen, weil ich mir mein Geld mit Fußballspielen verdiene“, sagt der 28-Jährige. 98 Spiele in der 3. Liga und 170 Regionalligapartien zieren seine Vita. Nach zweieinhalb Jahren bei Borussia Mönchengladbach II stand der Nordhesse bei den Drittligisten SV Meppen und dem KFC Uerdingen 05 unter Vertrag.

 

„Aber natürlich hätte ich mich gefreut, wenn auch einige Türen in höheren Etagen für mich aufgegangen wären“, sagt Feigenspan. Dennoch sei er stolz auf das Erreichte. „Ich bin einfach glücklich, so lange ich auf dem Platz stehe“, sagt der Angreifer. Dann dürfte es um seine aktuelle Gefühlslage sehr gut bestellt sein, denn in den sechs Spielen seit der Winterpause stand er fünfmal in der Startelf. Damit kann er wohl auch an diesem Samstag wieder rechnen, wenn es am Wasen gegen Kickers Offenbach geht.

Keine Erklärung für Suspendierung

Mike Feigenspan kennt aber auch das Gefühl, nicht gebraucht zu werden. Vor seinem Wechsel nach Freiberg im Januar hatte er einen Kontrakt beim samstäglichen Ligakonkurrenten und spielte am 3. Oktober noch gegen den SGV beim 2:0-Sieg der Kickers. Die Hessen waren wieder einmal als Favorit mit teurem Etat und neuem Personal in die neue Runde gestartet, dümpelten dann aber im Herbst auf auf einem Mittelfeldplatz herum und suspendierten vier Profis. Einer davon war Feigenspan. „Ich weiß bis heute nicht, was ich mir habe zuschulden kommen lassen und fühle mich als Bauernopfer“, sagt der Stürmer, der sich nach einem neuen Verein umsah und jetzt bis Sommer einen Vertrag in Freiberg hat und in Ingersheim wohnt. „Im Nachhinein kann ich sogar froh sein, wie alles für mich gelaufen ist.“

Vom Wechsel profitiert hat auch der SGV Freiberg und Trainer Roland Seitz. Er beschreibt den Zugang als „optimalen Teamspieler“, der einen einfachen Ball bevorzuge und zudem „sehr fleißig“ sei. „Er hat nur eine kurze Anlaufzeit gebraucht und hat schon beim VfB II ein sehr gutes Spiel gemacht“, sagt Roland Seitz. Es wurde noch besser: In den vergangenen drei Siegen gegen den FC Astoria Waldorf, die TSG Balingen und zuletzt am Mittwoch beim FC 08 Homburg erzielte er jeweils einen Treffer. Von der Beschreibung des Trainers fühlt sich Mike Feigenspan gut getroffen. „Ich stehe nicht für Übersteiger und muss immer erst einmal viel investieren, bevor mir ein Tor gelingt“, sagt er. Dieser Arbeitsethos ist auch nach dem Geschmack des Trainers, der zudem die Vielseitigkeit des gebürtigen Kasselers schätzt.

Mal spielt er in der Spitze, sein Tempo kann er aber auch auf dem Flügel entwickeln. Feigenspan definiert sich als Offensivspieler, der über lange Laufwege und Zweikampfstärke kommt.

Am Samstag würde er allzu gerne wieder als Serientäter in Erscheinung treten und den vierten Treffer in Folge schießen. „Ja, ich gebe zu, da ist noch eine Rechnung offen mit dem alten Club. Ich freue mich aber auch darauf, die Kumpels wieder zu sehen“, sagt er. Dem Freiberger Kollektiv traut er einen Sieg zu. „Wir wollen den Flow fortsetzen. Neun Treffer ohne ein Gegentor in drei Spielen. Das muss uns erst einmal einer nachmachen“, sagt er. Zudem liegen die Offenbacher derzeit fünf Zähler hinter Freiberg.

Feigenspan lässt Zukunft offen

Auch Coach Roland Seitz geht optimistisch in die Partie und hebt die defensive Stabilität seines Teams hervor. „Wir haben in den zehn Spielen in der Rückrunde nur vier Treffer kassiert“, sagt der SGV-Trainer. Seine Vorgabe, die 40-Punkte-Marke so schnell wie möglich zu erreichen, haben seine Spieler bereits umgesetzt Mit einem Sieg gegen Offenbach wären es sogar schon 50 Zähler.

Gefreut hat den Coach auch die Vertragsverlängerung mit Keeper Michael Gelt. Mit den anderen Akteuren sei man in Gesprächen. „Ich hoffe, dass möglichst viele Spieler bleiben, damit wir nicht zum Opfer des eigenen Erfolgs werden“, sagt Seitz. Auch bei Feigenspan ist noch offen, in welchem Trikot er in der nächsten Runde aufläuft. Spielt er weiter so gut, könnte vielleicht doch noch eine Tür in einer höheren Etage für ihn aufgehen.

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