Mainz stellt Wagen für den Rosenmontag vor Merkel als Schildkröte, Schulz als Rohrkrepierer

Von epd 

Die Wagen für den Umzug am Rosenmontag in Mainz sind bereit. Teilweise hat der Carneval-Verein drastische Motive gewählt.

„Die letzte ihrer Art“: Angela Merkel als Fossil. Foto: dpa 11 Bilder
„Die letzte ihrer Art“: Angela Merkel als Fossil. Foto: dpa

Mainz - Die schwierigen Versuche, eine neue Bundesregierung zu bilden, werden beim Mainzer Rosenmontagsumzug mit teils drastischen Bildern satirisch aufgespießt. Einer von 13 am Montag vorgestellten Motivwagen zeigt SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz als Rohrkrepierer in einer zerborstenen Kanone. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird als „lebendes Fossil“ in einen Schildkrötenpanzer gesteckt, in dem sie „selbst die größten Katastrophen der Erdgeschichte mit stoischem Gleichmut überstanden hat“.

Schröder kriegt den größten Wagen

Auch US-Präsident Donald Trump spielt erneut eine zentrale Rolle. Gleich zwei Motivwagen sind ihm gewidmet. Eine übergroße Figur stellt ihn als Golfspieler dar, der dabei ist, die ganze Welt zu ruinieren, weil er mit dem Golfschläger auf die Erdkugel zielt. Ein anderer Wagen nimmt Trumps Konflikt mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un aufs Korn: Hier vergleichen beide Politiker als Sandkasten-Knirpse die Größe ihrer aus Windeln herausragende Raketen.

Der größte Motivwagen des Mainzer Carneval-Vereins macht sich über Gerhard Schröder (SPD) und dessen Engagement für den russischen Staatskonzern Rosneft lustig. Er zeigt einen zufriedenen Altkanzler, der mit Zigarre und Geldkoffer aus dem Hintern eines riesigen russischen Bären herausschaut. „Nur für den Unterbau haben wir schon einmal 100 Styroporblöcke verbraucht“, berichtete Wagenbauer Dieter Wenger. Auch der Dieselskandal, die AfD und lokale Themen wie das marode Mainzer Hallenbad werden auf dem Rosenmontagszug am 12. Februar dargestellt.

Fahrverbot für Lastwagen

Die katholische Kirche bekommt ebenfalls ihr Fett weg: Ein Motivwagen thematisiert, wie der in Mainz geborene Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller bei Papst Franziskus in Ungnade fällt. Der Papst bindet den konservativen Kirchenmann an einer Rakete fest, die er in Richtung Mainz abfeuert.

Mainz zählt neben Köln und Düsseldorf zu den Fastnachtshochburgen in Deutschland. Zum Rosenmontagsumzug werden in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt etwa 500000 Zuschauer erwartet. Rund 8800 Teilnehmer werden auf einer rund sieben Kilometer langen Zugstrecke durch die Innenstadt marschieren. Wie in den vergangenen Jahren findet der Umzug unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen statt. Im Zentrum von Mainz werde es ein Fahrverbot für Lastwagen geben, kündigte Ordnungsdezernent Christopher Sitte (FDP) an.