Maischerze im Großraum Stuttgart Von harmlos bis brandgefährlich - die Bilanz der Polizei

Die Polizei hatte in der Nacht zum 1. Mai wieder einiges tu tun. (Symbolbild) Foto: www.imago-images.de
Die Polizei hatte in der Nacht zum 1. Mai wieder einiges tu tun. (Symbolbild) Foto: www.imago-images.de

Die Polizei ist im Raum Stuttgart in der Nacht zum 1. Mai wegen teils gefährlichen Maischerzen ausgerückt. Während es in Stuttgart und im Kreis Ludwigsburg ruhig blieb, kam es in den anderen Kreisen teilweise zu Straftaten, die mit Scherzen nichts zu tun hatten.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Großraum Stuttgart – In der Nacht zum 1. Mai haben sich etliche Unbekannte auch im Großraum Stuttgart Maischerze einfallen lassen, die alles andere als lustig, sondern vielmehr gefährlich waren und bei denen es sich zum Teil um schwere Straftaten handelt. In Stuttgart selbst sowie im Kreis Ludwigsburg blieb die Nacht Polizeiangaben zufolge ruhig.

Wie die Beamten berichten, erlaubten sich Unbekannte in Rudersberg (Rems-Murr-Kreis) am späten Freitagabend einen schlechten Scherz, indem sie gegen 23:45 Uhr offenbar einen Böller in der Ulmenstraße im Briefkasten eines Friseurgeschäftes platzierten und ihn zündeten. Durch die Wucht der Explosion wurde sowohl der Briefkasten als auch das Glas der Eingangstür komplett zerstört. Die Klappe des Briefkastens wurde sogar in eine dahinter befindliche Türe geschleudert, in der sie stecken blieb. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Bei der Tat entstand Sachschaden von circa 3000 Euro. Das technische Hilfswerk musste den Laden wieder verschließen. Die Polizei bittet unter der Telefonnummer 07181/204-0 um Zeugenhinweise.

In den Kreisen Esslingen, Reutlingen, Tübingen und im Zollernalbkreis stellte die Polizei nur vereinzelt die üblichen Maischerze fest, wobei insbesondere Gegenstände mit Rasierschaum beschmiert oder in Toilettenpapier eingewickelt wurden. Auch die Kontrollmaßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Verordnung wurden im Präsidiumsbereich konsequent weitergeführt. Hier waren ebenfalls nur wenige Verstöße zu verzeichnen.

Im Kreis Schwäbisch Hall waren Unbekannte in Rot am See unterwegs und warfen in der Zeit von 20 bis 22.45 Uhr im Kirchweg den Schaukasten eines Sportvereins ein. Vermutlich die gleichen Personen spannten kurze Zeit später Frischhaltefolie quer über die Fahrbahn. Glücklicherweise kam es dadurch zu keinem Unfall, die Polizei konnte das Hindernis rechtzeitig entfernen. In diesem Fall bittet die Polizei in Crailsheim Zeugen, sich unter der Telefonnummer 07951/480-222 zu melden.

In Schwäbisch Gmünd warfen Unbekannte am Samstagmorgen gegen 5 Uhr in der Buchstraße umwickelte Eier von einer Brücke auf die Fahrbahn. Ein dort fahrender 31 Jahre alter Hyundai-Fahrer konnte einem Ei gerade noch ausweichen. Nur durch Glück kam es zu keinem Unfall. Die Polizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen.

Im Kreis Göppingen warnen Unbekannte vor hochinfektiösen Zecken

Im Ostalbkreis warfen vermutlich Jugendliche am Freitag gegen 21.10 Uhr die Scheibe der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Tiersteinschule im Hölderlinweg in Oberkochen ein. Die Täter flüchteten danach in unbekannte Richtung. Die Feuerwehr musste zur Absicherung der Wohnung alarmiert werden. Ebenfalls im Ostalbkreis sollen Jugendliche am Freitagabend Garagen mit Farbe besprüht haben. Gegen 18:15 Uhr meldeten Zeugen der Polizei, dass mehrere Jugendliche in Ellwangen in der Ohmstraße Garagen mit Farbe "verzieren" würden. Die Beamten konnten dort vier Kinder im Alter von 12 bis 13 Jahren antreffen und festhalten. Bei den Kindern soll es sich um die Sprayer handeln. Sie wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen an ihre Eltern übergeben. Die Höhe des angerichteten Schadens steht derzeit noch nicht fest.

Auch in den Kreisen Göppingen, Biberach und Ulm kam es in der Nacht zum 1. Mai auch vereinzelt zu Maischerzen. In Bad Boll (Kreis Göppingen) entdeckte die Polizei gegen 23.15 Uhr drei Mädchen, die versuchten, ein Verkehrszeichen im Erlengarten abzuschrauben. Als sie die Polizisten bemerekten, flüchteten zwei von ihnen. Die Beamten ermittelten sie später. Auf die 14- bis 17-Jährigen kommen nun Anzeigen zu, weil sie gegen die nächtliche Ausgangsbeschränkung verstoßen hatten. In Bad Überkingen hatten Unbekannte in der Nacht sämtliche Wanderparkplätze und -wege mit Flatterband abgesperrt und Warnschilder wegen angeblich hochinfektiöser Zeckengefahr aufgestellt. Die Polizei entfernte die Bänder und Schilder und hat nun die Ermittlungen aufgenommen.

In Berkheim im Kreis Biberach entfernten Unbekannte den Maibaum vor dem Rathaus, zersägten in ihn sechs Teile und legten sie auf dem Rathausvorplatz aus. Anstelle des eigentlichen Maibaums stellten die Unbekannten einen Baumstamm auf, der mit Masken und Bemerkungen zur Corona-Politik behängt war. In Tannheim warfen Unbekannte ein Verkehrszeichen in den Garten eines Bewohners und stahlen gleichzeitig das Gartentor des Mannes. In Bad Schussenried hatten Unbekannte Bäume umgesägt und die Stämme teilweise auf den Gehweg in der Lessing- sowie der Droste-Hülshoff-Straße gelegt. Die Feuerwehr und der Bauhof mussten anrücken und die Bäume beseitigen. Im Bereich Laupheim teilten Zeugen gegen 8 Uhr eine Kalkspur mit, die sich durch mehrere Ortschaften und zog und auch auf der B30 zu sehen war. Die Feuerwehr kam und reinigte die Fahrbahn.

Unsere Empfehlung für Sie