Malathounis, Stetten Weinkarte mit dem größten regionalen Herz

Von Harald Beck 

Das Toprestaurant Malathounis in Kernen-Stetten wird von der Fachzeitschrift Vinum mit dem Sonderpreis des „German Wine List Award“ ausgezeichnet. Dieser gilt dem besten und umfassendsten Angebot an Tropfen aus der jeweiligen Umgebung.

Joannis Malathounis möchte künftig noch mehr unbekannte Winzer in seine Weinkarte aufnehmen. Foto: privat
Joannis Malathounis möchte künftig noch mehr unbekannte Winzer in seine Weinkarte aufnehmen. Foto: privat

Kernen - Gleich einige große Überraschungen verkündet das Weinmagazin Vinum diesmal beim alljährlich veranstalteten Wettbewerb der besten Weinkarten in Deutschlands Toprestaurants – dem „German Wine List Award“. Das größte Aufsehen aus regionaler Sicht erregt dabei natürlich der Sonderpreis „Regionales Herz“ für die Weinkarte mit „dem besten regionalen Schwerpunkt“, der in diesem Jahr an den Stettener Sternebetrieb Malathounis geht.

Zwei regionale Herzen in einer Brust

„Modern greek cuisine“ nenne Joannis Malathounis die Küche in seinem Remstaler Restaurant, die „mit großer mediterraner Leichtigkeit brilliert“, heißt es in der fast überschwänglichen Laudatio der Weinkarten-Tester auf den griechisch-schwäbischen Küchenkünstler und bekennenden Fan der Tropfen aus seiner Remstaler und württembergischen Umgebung. Nicht eins, sondern gleich zwei regionale Herzen schlügen in seiner Brust, erkennt man da offenbar auch aus der gastronomischen Ferne: ein griechisches und ein württembergisches. Und ganz wichtig: „Man spürt die Liebe zum Wein in jeder Position.“

Die Auszeichnung sei für ihn und Gattin Anna ein Ansporn genauso weiterzumachen wie bisher, sagt wiederum der kulinarische Meister des regionalen Topweinangebots: „Faire Kalkulation machen, interessante Weine anbieten, die Spaß machen, und auch seltene Trouvaillen auflisten.“ Zukünftig wolle er außerdem noch mehr unbekannte Winzer aufnehmen und nach Möglichkeit zusätzliche Jahrgangstiefe herstellen. Denn eines sei klar: „Eine gute Weinkarte ist niemals beendet, sondern lebt von ihrer Entwicklung“, sagt Joannis Malathounis.

Zwei Sieger im Hauptwettbewerb

Die große Überraschung beim Hauptwettbewerb der besten deutschen Weinkarten: Gleich zwei Restaurants sind da punktgleich an der Spitze gelandet und haben den Titel „Sommeliers Best“ für die beste Weinkarte Deutschlands ergattert. Zum einen der Vorjahressieger, die Wein.Kultur.Bar Dresden, die abends laut Vinum bereits bis 2021 ausgebucht ist. Zum anderen das Restaurant „Le Pavillon“ im Hotel Dollenberg im baden-württembergischen Bad Peterstal-Griesbach, unweit des südwestdeutschen kulinarischen Hotspots Baiersbronn im Nordschwarzwald.

„Die Karten und Konzepte der beiden sind sehr unterschiedlich, aber jede für sich bietet dem Weingenießer eine ebenso große wie kundige Auswahl. Man spürt beim Lesen, wie viel Liebe und Mühe in die Erstellung geflossen sind“, lobt hier der Vinum-Chefredakteur und Juryvorsitzende Carsten Henn. „Die Weinkarten werden allgemein immer besser.“ Und dabei halte erfreulicherweise auch der Trend zu deutschen Gewächsen weiterhin an. „Schade ist, dass nur die wenigsten wirklich gereifte Weine in größerer Auswahl im Angebot haben.“

Insgesamt wurden bei dem Wettbewerb 100 Weinkarten in fünf Kategorien für den Wettbewerb eingereicht. Die Kategorie Design- und Szenelokale gewann der Grill Royal in Berlin, bei der Gutbürgerlichen Küche konnte sich der Bungertshof aus Königswinter durchsetzen und im Bereich der Weltküche das Ai Pero, Andernach. 36 Karten errangen insgesamt die Höchstwertung „Ausgezeichnet“.

Neben dem Sonderpreis „Regionales Herz“ für die Weinkarte des Malathounis in Kernen-Stetten ging ein Extrapreis namens „Best Concept“ an das Emma 2 in Essen. Der bemerkenswerte Grund laut Vinum: „Die über 1000 Weinpositionen aus 15 Ländern gibt es alle glasweise – von der günstigsten für zwölf Euro bis zur teuersten für 17 900 Euro.“




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