Malmsheim Für immer jung: Das Jugendblasorchester Malmsheim

Von Barbara Bross 

Forever young: Seit 50 Jahren gibt es im Musikverein eine Nachwuchskapelle. Das wurde am Samstag gefeiert. Mit einer großen Show zeigt die Jugend, was sie kann, und begeistert damit ihr Publikum.

Archivbild. Foto: privat
Archivbild. Foto: privat

Renningen – Alter ist relativ. Aber mit 50 Jahren ist der Mensch an sich nicht mehr so richtig jung. Ein bisschen anders verhalten sich die Dinge, wenn es um so etwas wie ein Orchester geht. Zumal ein Jugendorchester. „Forever young“ könnte das Motto des Jubiläumsabends lauten. Denn wenn die Jugendarbeit stimmt – und das scheint beim Jugendblasorchester der Fall zu sein – dann wächst der Nachwuchs in dem Maß nach, wie die älteren Musiker sich andere Wirkungsgebiete suchen.

Am Samstag gab es zur Feier des Jubiläums ein Doppelkonzert von Jugendorchester und Kreisjugendorchester Böblingen in der Schulturnhalle Malms­heim. Im Jahr 1963 ist das Jugendorchester gegründet worden. Es hat sich an Heilig Abend den Malmsheimern bei einem Weihnachtslieder-Ständerling vorgestellt. Dirigent war seinerzeit Jürgen Haug, der erste Vorsitzende des blutjungen Vereins war Erich Krämer. Schon nach zwei Jahren haben die jungen Musiker eine erste gemeinsame Tracht und präsentieren sich auch zum ersten Mal im Ausland, bei einem Besuch des Schützenfestes in Fieberbrunn in Tirol.

Eine Reise nach Grenoble

Dabei ist es nicht geblieben: Weil das Orchester beim Bundesmusikfest in Sindelfingen so erfolgreich ist, darf es auch an einem internationalen Treffen von Jugendkapellen im französischen Grenoble teilnehmen. 1968 musizieren die Jugendlichen und Junggebliebenen beim ersten Wunschkonzert des Malmsheimer Musikvereins, 1976 ist die Jugendkapelle schon auf 48 Musiker angewachsen und organisiert eine erste Herbstfreizeit. Es folgt das erste Bachstraßenfest und 1978 wird innerhalb des Musikvereins Malmsheim die Bläserschule gegründet. Der Radius bei den Musikreisen wird größer: 1980 dürfen die jungen Musiker im Londoner Wembley-Stadion den Briten den Marsch blasen. Benefizkonzerte und Mini-Playback-Shows werden im Lauf der Jahre und Jahrzehnte ebenso gegeben wie die Vereinsmusiker zu Familiennachmittagen oder Muttertagskonzerten einladen und sich erfolgreich an den unterschiedlichen Wertungsspielen beteiligen.

Ein dichtes Programm gab es am Samstag Zunächst musizierte das Kreisjugendorchester Böblingen unter der Leitung von Rainer Bauer und Andreas Marquart. Es moderierte Janet Karmann. Gespielt wurden etwa Titel wie die „Festliche Ouvertüre“ von Bedrich Smetana oder die „Suite from Hymn of the Highlands“ von Philip Sparke. Auf die Musik folgte ein Rückblick auf 50 Jahre Jugendkapelle. Auch sonst hatten sich die Aktiven rundum eine Menge einfallen lassen: So hat man für den Eingang einen roten Teppich organisiert, über den die Besucher in die Halle schreiten – und sich dabei auch ein wenig prominent fühlen dürfen. Ein Schwedenfeuer hat die Szenerie in festliches, gemütliches Licht getaucht. Eine Fotowand nebst Berichten zur Vereinsarbeit lud die Besucher ein, sich selbst, Bekannte, Freunde und Verwandte auf den alten Fotografien zu entdecken. Und schließlich hat es, neben etlichen weiteren Programmpunkten, noch eine Art historische Modenschau mit den unterschiedlichen Uniformen der vergangenen Jahrzehnte gegeben.

Gegen 20.45 Uhr spielte dann das rund 40-köpfige Geburtstagsensemble selbst: Unter der Leitung von Jochen Unselt und moderierte von Anika Beuter gab es Titel wie „The Age of Aquarius“, „Just a Gigolo“ oder „Sanlucar de Barrameda“ zu Gehör. Und gegen 22 Uhr schließlich ging das Konzert dann in eine respektable Geburtstagsparty über.




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