Malteser- Spielgruppe „Eine sehr gute Lösung“ – Entlastung für Hochdorf, Gewinn für die Kinder

Viermal in der Woche ist „Malteser-Tag“, wie die Kinder im Kinderhaus sagen. Foto: tki

Seit Anfang Oktober gibt es im Kinderhaus Im Hof in Hochdorf eine Spielgruppe des Malteser-Hilfsdiensts. Mithilfe des Angebots sollen verkürzte Betreuungszeiten abgefedert werden.

In vielen Kindertagesstätten in der Region ist die Lage angespannt. Auch im Hochdorfer Kinderhaus Im Hof mussten Betreuungszeiten reduziert werden. „Wir hatten in der Einrichtung Probleme, den Ganztag komplett abbilden zu können“, sagt Hochdorfs Bürgermeister Gerhard Kuttler.

 

Es sei klar gewesen, dass sich etwas ändern müsse. Um möglichst schnell Kapazitäten für zusätzliche Betreuung zu schaffen, sind die Beteiligten an den Malteser-Hilfsdienst herangetreten. „Gemeinsam mit unserer engagierten Elternschaft haben wir den Impuls für eine Malteser-Spielgruppe gegeben“, erklärt Andrea Gangl, Leiterin des Kinderhauses. Seit Oktober sind Mitarbeiterinnen des Hilfsdienstes nun an vier Nachmittagen der Woche im Kinderhaus, um mit den Kindern zu basteln, zu singen oder rauszugehen. „Wir konnten so unsere Betreuungszeiten an den entsprechenden Tagen wieder von sechs auf achteinhalb Stunden erhöhen“, sagt Gangl.

Mehr Zuverlässigkeit bei Kinderbetreuung in Hochdorf

Die Entlastung sei nicht nur für die Erzieher spürbar. „Es macht für die Eltern einen großen Unterschied. Einerseits gibt die längere Betreuung einen zeitlichen Puffer, andererseits wird das Angebot zuverlässiger“, erklärt Gangl. Vor allem die krankheitsbedingten Ausfälle seien ein riesiger Stressfaktor für die Eltern gewesen.

Insgesamt drei Mitarbeiterinnen der Malteser sind im Kinderhaus für die Betreuung der Spielgruppe zuständig. „Für uns ist das nichts Neues“, erklärt Flora Kicmari, Leiterin der Spielzeitbetreuung der Malteser im Kreis Esslingen. Im Landkreis sind die Malteser mit ihrem Angebot bereits in sieben Kommunen, darunter Nürtingen, Ostfildern und Aichtal, vertreten. Insgesamt 23 Kindergartengruppen werden auf diese Weise betreut. „Die Mitarbeiterinnen in Hochdorf waren davor schon in anderen Gruppen, deswegen ging der Aufbau der Gruppe hier ganz schnell“, sagt Kicmari.

In Hochdorf wir Maltesern gebastelt und gesungen

Um sich auf die Arbeit in Kindergärten vorzubereiten, durchlaufen die Mitarbeiter zuvor eine Schulung. Die Inhalte umfassen unter anderem Erste Hilfe bei Kindern, Prävention gegen sexuelle Gewalt, pädagogische Schulungen oder Elternkommunikation. „Uns ist es wichtig, dass wir die Leute auf diese Tätigkeit vorbereiten“, sagt Kicmari.

In Hochdorf besteht das Angebot der Malteser aus Bastelstunden, gemeinsamem Musizieren oder Bewegungsspielen. „Das Projekt wird laufend weiterentwickelt“, sagt Kicmari. Ab Januar sollen unter anderem ein Maltesertag, an dem Kinder spielerisch Erste Hilfe lernen, sowie Vorlesetage mit Ehrenamtlichen dazukommen.

Personalmangel in Hochdorf wird abgefangen

„Die Kinder sind gerne dabei“, sagt Gangl. Die Spielgruppe bringe neue Aspekte in den Alltag im Kinderhaus. „Auch der Umgang mit anderen Betreuern ist für die Kinder ein riesiger Gewinn, denn er erweitert das soziale Lernen“, erklärt die Kinderhausleiterin. Mittlerweile sei die Spielgruppe eine richtige Institution geworden. „Die Kinder fragen jeden Tag, ob es ein Malteser-Tag ist“, sagt Gangl.

Die Kosten für das Angebot tragen Eltern und Gemeinde. Die Eltern würden den normalen Preis für das Ganztagesangebot im Kinderhaus zahlen, was übrig bliebe, übernehme die Gemeinde, erklärt Kuttler. „Unterm Strich sind die Mehrkosten für uns aber relativ überschaubar“, sagt er. Zumal auf diese Weise der Personalmangel effektiv abgefangen werden könne. „Für uns ist das eine sehr gute Lösung“, sagt Kuttler.

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