Die neue Mehrzweckhalle im Stadtteil Münchingen von Korntal-Münchingen nimmt Gestalt an. Nun feierte die Stadt das Richtfest für das 22-Millionen-Mammutprojekt.

Leonberg: Stefanie Köhler (koe)

Gerungen wurde lang, gebaut wird schnell: Die neue Mehrzweckhalle im Stadtteil Münchingen von Korntal-Münchingen am Schulcampus nimmt Gestalt an. Nach dem Spatenstich Ende Januar feierte die Stadt nun das Richtfest. Der Bürgermeister Alexander Noak (parteilos) sprach damals vom für die Stadt „historischen Großbauprojekt mit einem Finanzvolumen von 22,4 Millionen Euro“ als etwas ganz Besonderem. Gerade wegen der Kosten war und ist das Projekt umstritten. Bis der Gemeinderat im November 2023 den Baubeschluss fasste, hatte es viele Sitzungen und noch mehr Diskussionen gegeben. Das Vorhaben stand immer wieder auf der Kippe.

 

Der Schulsport leidet

„Mit der Bedarfsanalyse von 2018 wurde deutlich, dass die bisherigen Sporthallen in Münchingen den Anforderungen einer wachsenden Bevölkerung und dem modernen Schulbetrieb nicht mehr gerecht werden“, sagt der Rathauschef. Die Dreifeldhalle am Sportzentrum Münchingen, Baujahr 1976, muss generalsaniert werden – und die als Mehrzweckhalle genutzte Albert-Buddenberg-Halle, ebenfalls am Schulcampus, taugt lediglich zum Turnen und für Gesundheitssport – worunter der Schulsport laut der Stadtverwaltung sehr leidet: Schulklassen müssen mehr als einen Kilometer zur Halle am Freizeitbad zurücklegen.

Hinzu kämen „enorme“ Unterhalts- und Betriebskosten gerade für die Buddenberg-Halle aus dem Jahr 1956. Kulturveranstaltungen könnten wegen Brandschutz und veralteter Technik nicht mehr im gewünschten Rahmen stattfinden.

So soll die neue Mehrzweckhalle am Münchinger Schulcampus einmal aussehen. Foto: 2BA Architekten

Nun entsteht „eine Multifunktionshalle auf höchstem Niveau“, sagt der Bürgermeister. Das Ergebnis des Planungswettbewerbs beinhalte alle aus dem Planungsbeirat erarbeiteten Anforderungen. Mit dem „sehr nachhaltig geplanten und höchst effizienten Ersatzneubau“ werde man vor allem den hohen Ansprüchen der Wirtschaftlichkeit und des Klimaschutzes gerecht und spare wichtige Ressourcen ein.

Beim Spatenstich Ende Januar sitzt der Bürgermeister Alexander Noak (parteilos) am Steuer des Baggers. Foto: Simon Granville

Dass sich der Gemeinderat schließlich für den Neubau entschieden hat, liegt an der hohen Finanzspritze: Sechs Millionen Euro sind aus einem Bundesprogramm, weitere 600 000 Euro aus dem Landessportstättenfonds Baden Württemberg. Diese Förderung ermögliche die Finanzierung „dieses zukunftsweisenden Projekts“, so Noak. Man sei zuversichtlich, dass der Bau planmäßig weiter vorangeht.Bis Mai erfolgte der Erdaushub, die Bodenplatte wurde erstellt, und es gab Infrastrukturmaßnahmen: Die Entwässerungs- und Trinkwasserleitungen wurden gelegt. Danach waren die Zimmer- und Holzbauarbeiten dran.

„Überregionales Zentrum des kulturellen Lebens“

Im September nächsten Jahres ist die neue Halle einsatzbereit. In dieser Zeit werden auch die Außenanlagen fertig – und die Buddenberg-Halle fällt der Abrissbirne zum Opfer. Danach wird die Sporthalle am Freizeitbad modernisiert.

Die neue Mehrzweckhalle soll laut der Stadtverwaltung die Innenentwicklung des Stadtteils weiter vorantreiben. Der architektonischen und städtebaulichen Komponente sei im Rahmen eines europaweit ausgeschriebenen Architektenwettbewerbs eine „besondere Aufmerksamkeit“ geschenkt worden. Gewonnen hat ihn das Büro 2BA Architekten mit dem Buero BB aus Stuttgart und Kern Landschaftsarchitektur aus Möckmühl. „Auf diese Weise wird sich der Neubau harmonisch in die charakteristische Bebauung im historischen Ortskern einfügen.“ Er werde ein zentraler Ort für das soziale und kulturelle Leben in Münchingen darstellen, an dem verschiedene Menschen und Gruppen zusammenkommen. Und noch mehr: Die Vergrößerung inklusive angemessener Ausstattung mit Bühnen- und Küchentechnik gewährleiste „neben optimalen und so wichtigen Sportbedingungen für die Schulen und Vereine ein neues, auch überregionales Zentrum des kulturellen Lebens, womit nicht nur die Integration neu belebt wird“.