Manfred Mann’s Earth Band und Status Quo Die Stuttgarter Porsche-Arena tobt – ein bisschen
Manfred Mann’s Earth Band und Status Quo feiern in der Porsche-Arena eine Party mit Vergangenheit. Die Kritik zum Konzert.
Manfred Mann’s Earth Band und Status Quo feiern in der Porsche-Arena eine Party mit Vergangenheit. Die Kritik zum Konzert.
Vielleicht, vor langer Zeit, lag unterm einen oder anderen Weihnachtsbaum ein Album einer dieser Bands: „Solar Fire“ von Manfred Mann’s Earth Band, veröffentlicht am 30. November 1973, oder „Rockin’ all over the World“ von Status Quo, veröffentlicht am 9. November 1977. Am Samstagabend, zwei Wochen vor Heiligabend 2022, sind sie beide in der Porsche-Arena zu Gast. Manfred Mann’s Earth Band spielt im Vorprogramm; bei ihr ist, neben dem Bandleader, noch Gründungsmitglied und Gitarrist Mick Rogers an Bord.
Bei Status Quo ist der 73-jährige Francis Rossi der letzte rockende Zeuge jener Zeit, in der die großen Hits entstanden. Zwei Bands sind in Stuttgart zu Gast, die einst die Hitparaden belagerten, deren Songs man nie vergessen hat. Allerdings: Höchstens 2500 Menschen hören ihnen zu. Manche sieht man, die sich sehr wild für die Musik begeistern, der ganz große Funke springt jedoch nicht über.
Robert Hart, seit 2011 bei Manfred Mann, kann den großen Chris Thompson zwar nicht ganz ersetzen, schlägt sich aber gut in seiner Rolle, er blüht gerade in den letzten Stücken der Earth Band kräftig auf – „Davy’s on the Road again“ oder „Blinded by the Light“, im Original von Bruce Springsteen, Bob Dylans „Quinn the Eskimo“ sind seit jeher Publikumsrenner.
Manfred Mann steht mit gelber Weste und mit Hut hinter seinen Keyboards, denen er tausend groovende Farben entlockt, Mick Rogers spielt ausgefeilt melodische Soli, Steve Kinchs Bass trägt die Musik mit wuchtigem Gerüst.
Status Quo verzichten auf alle Schnörkel – all ihre Songs werden vom selben Rhythmus getragen, ihre Melodien sind eingängig: vier Männer in dunklen Hosen, weißen Hemden, weißen Sneakers, die die Gitarren zucken lassen. „In the Army now“, der späte Hit von 1986, bereitete seinerzeit möglicherweise größeres Vergnügen – aber die Fans rufen doch: „Stand up and fight!“ Und bei „Whatever you want“ und „Rockin’ all over the World“ bricht die Partystimmung schließlich doch ganz durch, und die Porsche-Arena tobt – ein bisschen.