Manga Mafia Manga und Anime: Stuttgarts neuer Comicstore
Pokémon, One Piece und Solo Leveling – in Stuttgart hat ein neuer Laden eröffnet, der sich Mangas und Animes widmet.
Pokémon, One Piece und Solo Leveling – in Stuttgart hat ein neuer Laden eröffnet, der sich Mangas und Animes widmet.
Die Mitarbeiterinnen des Manga Mafia an der Tübinger Straße versammeln sich um den großen Karton. Die Pokémon-Booster-Box, die sie gerade ans Tageslicht befördert haben, habe ihren Wert inzwischen verdoppelt, sagt eine der Mitarbeiterinnen. Sie hält die wertvolle Kiste in der Hand. Laut Beschreibung enthält die silberne Box mit einem Abbild des Pokémons Evoli neben 15 Boosterpacks des Sammelkartenspiels „eine Promokarte im Stil einer Evoli als Stellar-Terakristall-Pokémon-ex“.
Sicher werden nur wahre Kenner:innen etwas mit dieser Beschreibung anfangen können. Doch man sollte das Phänomen der Sammelkarten deswegen nicht als nerdiges Nischenhobby abtun, denn gleichzeitig ist die Marke Pokémon mit einem Gesamtumsatz von 100 Milliarden US-Dollar das wertvollste Medien-Franchise der Welt. Sie stellt damit sogar Star Wars und Marvel in den Schatten. Es gibt eine schier unendliche Zahl an Spielen, Filmen und Kartensammlungen, die zu diesem Wert beigetragen haben. Dementsprechend groß ist die Fanbasis.
Die Welt der japanischen und koreanischen Zeichentrickheldinnen und -helden erfreut sich auch in Europa einer immer größeren Beliebtheit. In der Tübinger Straße gibt es seit Ende Mai mit Manga Mafia nun ein Geschäft, in dem man auch von Stuttgart aus zum Umsatz von japanischen Großkonzernen wie dem von Pokémon beitragen kann. Der Store widmet sich voll und ganz dem Thema Manga und Anime. Neben Sammelkarten, Figuren und Plüschtieren gilt ihr Augenmerk der Welt der handlichen gedruckten japanischen Sammelbänder.
Bei der Eröffnung hat sich bereits eine lange Schlange gebildet. Es gab ein Angebot, bei dem man drei Spielfiguren zum Preis von zweien kaufen konnte. Neben dem eigentlichen Personal waren auch einige Cosplayer:innen am Start. Ein Team war als japanische Dienstmädchen verkleidet. Andere sind als Charaktere bekannter Mangafiguren erschienen.
Die 30-jährige Denise Mackala ist die Leiterin des Stores. Bei einer Führung durch das weitläufige Geschäft gibt sie einen Eindruck von der speziellen Auswahl des Ladens. Sie nimmt einen Manhwa – ein Comic aus Südkorea – aus einem Stapel Bücher, auf dessen Cover ein düster blickender Junge abgebildet ist. Die Reihe heiße „Solo Leveling“ und erlebe gerade einen Boom. „In der Geschichte erleben wir eine Welt, in der sich Portale öffnen, die Menschen magische Fähigkeiten verleihen“, sagt Denise. Die Kund:innen seien an den immer neuen Fortsetzungen super interessiert.
Manche Besucher:innen würden in vollem Kostüm eine Figur aus einem Manga oder einem Anime darstellen, wenn sie den Laden aufsuchen würden, sagt Denise. „Die Menschen, die diesen Laden betreten, wissen, dass man hier einen Platz hat, egal wie man sich anzieht, was man für eine sexuelle Orientierung hat oder welchen Hintergrund“, sagt Denise Mackala über ihr Geschäft. Jede:r sei willkommen. Auch in Zukunft erwartet sie, dass ihr Geschäft eine Anlaufstelle für die immer größer werdende Community der Manga- und Anime-Liebhaber:innen sein wird.