Mann soll Kinder begrapscht haben Verdacht auf Missbrauch in der Jungschar

Die evangelische Landeskirche hat Präventions- und Beratungsstellen zur sexualisierten Gewalt eingerichtet. Foto: dpa/Friso Gentsch
Die evangelische Landeskirche hat Präventions- und Beratungsstellen zur sexualisierten Gewalt eingerichtet. Foto: dpa/Friso Gentsch

Polizei ermittelt mehrere Geschädigte im Landkreis Böblingen. Die evangelische Landeskirche will zur Aufklärung beitragen, „wo immer sie kann.“

Kreis Böblingen - Ein ehrenamtlicher Kirchen-Mitarbeiter soll im Kreis Böblingen Kinder einer evangelischen Bubenjungschar begrapscht haben. Bislang hat die Polizei mehrere Geschädigte ermittelt, teilt das Polizeipräsidium Böblingen mit. Die Fälle lägen etwa zehn Jahre zurück.

Den Stein ins Rollen brachten zwei mittlerweile Erwachsene, die sich ihrem Ortspfarrer anvertraut hatten, worauf die Kirche Anfang November die Behörden einschaltete. Der Beschuldigte, der heute 34 Jahr alt sei, schweige zu den Vorwürfen, berichtet die Polizei. Die betroffene Kirchengemeinde entband den Mann daraufhin von seiner Tätigkeit und verhängte gegen ihn ein Hausverbot.

Die Fälle liegen zehn Jahre zurück

„Wir sind mit der Staatsanwaltschaft überein gekommen, keine weiteren Details zu dem Vorfall zu veröffentlichen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden“, sagt dazu Yvonne Schächtele, die Sprecherin des Ludwigsburger Polizeipräsidiums. Auch der stellvertretende Böblinger Dekan Fritz Röcker hält sich bedeckt: „Die Geschädigten haben sich an uns gewandt und wir haben die Vorwürfe sofort an die Polizei weitergeleitet“. Oliver Hoesch, Sprecher der Landeskirche, sagt dazu: „Wir sind betroffen und tragen, wo wir können, zur Aufklärung bei.“

Viele Hilfsangebote

Jungscharen nennt man die Jugendorganisation der evangelischen Kirchen. Sie sind in der Regel nach Geschlechtern getrennt und sind für Kinder im Alter zwischen neun und 13 Jahren da. Inzwischen hat die evangelische Landeskirche eine ganze Reihe von Hilfsangeboten für Betroffene bereit gestellt. Die Angebote finden sich im Internet unter der Adresse www.elk-wue.de/helfen/sexualisierte-gewalt. „Jeder Fall von sexualisierter Gewalt, der uns bekannt wird, ist ein Fall zu viel“, sagt Oliver Hoesch.

Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Hilfsangebote. Etwa das Hilfetelefon Sexueller Missbrauch (0800 22 55 530) oder die Nummer gegen Kummer (11 6 111) für Kinder und Jugendliche. Wer das Gefühl hat, pädophile Neigungen zu besitzen, findet Hilfe beim Projekt Kein Täter werden (030 450 529 450).




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