Nach der ersten Basiskonferenz scheint die Konkurrenz um den CDU-Parteivorsitz im Land offen zu sein. Beide Bewerber liegen gleichauf.
Stuttgart - Das Rennen um den Vorsitz der Südwest-CDU erscheint weiterhin offen. Nach der ersten von vier Basiskonferenzen liegen die beiden Bewerber um die Nachfolge von Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus in der Gunst der Mitglieder offenbar gleichauf. Weder der bisherige Generalsekretär Thomas Strobl (51) noch der erst kürzlich auf den Plan getretene Landtagsabgeordnete Winfried Mack (45) hätten einen klaren Vorteil errungen, berichteten Teilnehmer der nichtöffentlichen Veranstaltung in Bisingen (Zollernalbkreis) übereinstimmend. Während Strobl als Politprofi inhaltlich punktete, habe sich Mack besonders basisnah präsentiert.
Strobl bestätigte nun auch offiziell, dass er das Amt des Generalsekretärs vom kommenden Montag an ruhen lassen wird. Einer entsprechenden Bitte von ihm habe Mappus stattgegeben. Der Wettbewerb zwischen den jetzt zwei Kandidaten müsse "fair und mit gleichen Mitteln auf beiden Seiten ablaufen", begründete Strobl den Verzicht. Er wolle keinen Vorteil aus dem ehrenamtlichen Posten ziehen.
Die Bewerber stellen sich jedem Verfahren
Beide Bewerber versicherten nach Teilnehmerberichten, dass sie sich jedem von der Partei vorgegebenen Verfahren stellen würden. Derzeit spricht aber vieles dafür, dass der neue Vorsitzende - wie bisher geplant - bei einem Parteitag am 23. Juli und nicht in einer Mitgliederbefragung gekürt wird. Für eine solche Beteiligung der Basis und die sich daraus ergebende Verschiebung des Parteitags habe die Südwest-CDU kein Geld, verlautete aus der Führung. Unklar ist, ob es auch in Zukunft einen Generalsekretär geben wird. Während Strobl eine Abschaffung des Amtes erwägt, hat Mack es für unverzichtbar erklärt; einen Kandidaten benannte er jedoch nicht.
Ebenso wie bei Strobl wird nun auch bei Mack die Nähe zum Noch-CDU-Chef Mappus parteiintern kritisch hinterfragt. Der Ellwanger Abgeordnete, der zu Erwin Teufels Zeiten im Staatsministerium arbeitete, gilt als enger Gefolgsmann des abgewählten Premiers. In Unionskreisen wird gemutmaßt, er könnte vom Lager um Mappus und Ex-Umweltministerin Tanja Gönner zur Kandidatur ermuntert worden sein. Mack versichert jedoch, er sei "von niemandem aufgefordert" worden und fühle sich "innerlich absolut frei".
Die drei weiteren Basiskonferenzen sollen übrigens ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Dies sei vor allem der Wunsch von Mappus, hieß es.