Marbach am Neckar Bandenkrieg eskaliert, ein Schwerverletzter

Von red 

Marbach am Neckar wird am Samstagabend zum Schauplatz eines Bandenkriegs: Am Omnibusbahnhof wird ein junger Mann niedergestochen, sechs weitere werden leicht verletzt. Am Tatort finden die Beamten ein ganzes Waffenarsenal.

Bandenkrieg in Marbach am Neckar: Mit einem Beil und Baseballschlägern waren die Unbekannten auf dieses Auto losgegangen. Foto: www.7aktuell.de | Karsten Schmalz 9 Bilder
Bandenkrieg in Marbach am Neckar: Mit einem Beil und Baseballschlägern waren die Unbekannten auf dieses Auto losgegangen. Foto: www.7aktuell.de | Karsten Schmalz

Marbach am Neckar – Wüste Szenen haben sich am Samstagabend in Marbach am Neckar (Kreis Ludwigsburg) abgespielt: Bei einer Auseinandersetzung zweier offenbar rivalisierender Gruppen wurde ein 22-Jähriger durch Messerstiche schwer verletzt, sechs weitere Männer zogen sich leichte Verletzungen zu. Das teilte die Polizei am Sonntag mit.

Offenbar wollten die beiden Gruppen – die eine bestand aus vorwiegend russischstämmigen, die andere aus überwiegend kurdischen jungen Männern – am Marbacher Bahnhof einen Streit „klären“.

Gegen 22 Uhr kam es zum „Showdown“: Mehrere Autos fuhren an der Schillerstraße vor. Etwa 20 bis 30 Mitglieder der Kurden-Gang stürmten auf die Wagen zu. Einige Fahrer gaben Gas, ein 19-Jähriger blieb mit seinem VW Golf stehen und soll von den Angreifern mit einer Schusswaffe, einem Beil, Stangen und Baseballschlägern bedroht worden sein. Die Halbstarken schlugen mit ihren Waffen auf den Golf ein, dabei wurden der 19-Jährige und sein Beifahrer leicht verletzt. Beim Rangieren stieß der Fahrer dann noch mit einem heranfahrenden Auto zusammen, woraufhin die Gruppe flüchtete.

Mit Messerstichen schwer verletzt

Am Omnibusbahnhof ging die Auseinandersetzung kurze Zeit später aber weiter: Dabei wurde ein 22-Jähriger von einem noch unbekannten Täter mit einem Messer schwer am Bauch verletzt. Vier weitere junge Männer zogen sich durch Schläge und Reizgasattacken leichtere Verletzungen zu. Die Angreifer flüchteten mit einem schwarzen Auto. Die Polizei fahndete mit einem Großaufgebot nach den Tätern – sogar ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Der 22-Jährige musste noch in der Nacht operiert werden, er ist außer Lebensgefahr.

Am Tatort fanden die Ermittler ein Beil, eine Eisenstange, eine Schreckschusspistole und zwei Klappmesser.

Nun sucht die Polizei dringend Zeugen, um Licht ins Dunkel der Vorfälle zu bringen: Vor allem erhofft sie sich Hinweise von Autofahrern, die in der Schillerstraße unbeteiligt zwischen die Fronten geraten waren. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 07141/18-9 bei der Polizei zu melden.