Wie wird Marbach künftig heizen? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung zur kommunalen Wärmeplanung in der Stadthalle auf der Schillerhöhe. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten den Abend, um sich über den aktuellen Stand des Wärmeplans zu informieren und Fragen zur zukünftigen Energieversorgung der Stadt zu stellen.

Begrüßt wurden die Gäste von Franziska Wunschik, Erster Beigeordneten der Stadt Marbach. Sie bezeichnete die kommunale Wärmeplanung als langfristige Planung und verwies darauf, dass Marbach vergleichsweise früh mit der Arbeit begonnen habe. Die gesetzliche Frist zur Fertigstellung läuft erst bis Mitte 2028.

Für das beauftragte Fachbüro ebök sprach Marc André Claus. Er beschrieb den Wärmeplan nicht als fertige Lösung, sondern als Plan für die kommenden Jahrzehnte. Ziel sei eine möglichst klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040. Claus sagte, viele Annahmen könnten sich noch ändern, weil sich Politik, Energiepreise und Technik derzeit schnell verändern.

Mehrfach wurde betont, dass der Wärmeplan nur einen groben Überblick geben könne. Aussagen über einzelne Gebäude oder Straßenzüge seien deshalb noch nicht möglich. Erst später könnten konkrete Machbarkeitsstudien folgen.

Im Zentrum der Untersuchungen stehen vor allem mögliche Wärmenetze. Diese gelten insbesondere in dichter bebauten Bereichen als sinnvoll, etwa auf der Schillerhöhe, in Teilen der Altstadt oder bei größeren Gebäudekomplexen. Gleichzeitig wurde offen angesprochen, dass solche Netze wirtschaftlich nur unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll sind. Wichtig seien viele Anschlüsse und ausreichend große Abnehmer.

Aus dem Publikum kamen kritische Nachfragen zu Anschlusskosten, Wirtschaftlichkeit und steigenden Strombedarfen durch Wärmepumpen und Elektromobilität. Claus verwies auf parallel laufende Planungen für das Stromnetz.

Diskutiert wurde zudem die mögliche Nutzung des Neckars als Wärmequelle. Große Wärmepumpensysteme könnten Flusswasser energetisch nutzbar machen. Claus sagte, dass noch Erfahrungen und klare Genehmigungen fehlen. Außerdem dürfe der Neckar nur begrenzt abgekühlt werden.
Zurückhaltend fiel die Einschätzung beim Thema Wasserstoff aus. Dieser erscheine derzeit eher als Ergänzung für einzelne Spitzenlasten, nicht jedoch als Lösung für die meisten privaten Wohngebäude.
Einen zweiten Schwerpunkt setzte Jonas Belda von der Ludwigsburger Energieagentur LEA. Im Mittelpunkt standen Förderprogramme, Energieberatung sowie die Frage, wie bestehende Heizsysteme effizienter eingestellt und genutzt werden können.

Der Abend zeigte vor allem, wie viele Fragen weiterhin offen sind. Der Wärmeplan liefert noch keine konkreten Lösungen für einzelne Häuser oder Straßenzüge. Sichtbar wurde jedoch, wie stark sich die Stadt bereits heute mit Wärmepumpen, Wärmenetzen, Strombedarf und den Folgen für Hauseigentümer beschäftigen muss.

 

Text: Lorenz Obleser

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