InterviewMarc Kienle, Trainer des VfB Stuttgart II „Wir brauchen einen langen Atem“

Von Jürgen Frey 

Die Winter-Neuzugänge konnten dem Regionalligateam des VfB Stuttgart II bisher noch nicht die gewünschte Stabilität verleihen. Könnten im Kampf gegen den Abstieg auch Spieler aus dem Profikader weiterhelfen? Trainer Marc Kienle gibt im Interview auch darauf eine Antwort.

An diesem Dienstag ist Trainer Marc Kienle mit dem VfB II beim TSV Steinbach Haiger am Ball. Foto: Baumann 12 Bilder
An diesem Dienstag ist Trainer Marc Kienle mit dem VfB II beim TSV Steinbach Haiger am Ball. Foto: Baumann

Stuttgart - Für den Fußball-Regionalligisten VfB Stuttgart II geht es Schlag auf Schlag weiter. An diesem Dienstag (18.30 Uhr) steht die Partie beim Tabellenfünften TSV Steinbach Haiger auf dem Programm. Trainer Marc Kienle hofft, dass seine Mannschaft die Außenseiterrolle nutzen kann, um zu punkten.

Herr Kienle, warum gab es nach dem 0:3 gegen die SV Elversberg mit dem 0:1 gegen den FC Astoria Walldorf schon die zweite Heimniederlage 2019?

Nach dem 0:1-Rückstand in der 19. Minute gingen leider die Köpfe bei einigen meiner Spieler nach unten. Wir haben keinen Rhythmus mehr nach vorne gefunden. Der Gegner dagegen bekam Kraft, Rückenwind, Selbstvertrauen und hat unser Spiel erfolgreich gestört. Wir müssen lernen, solche Rückschläge besser zu verkraften. Der Wille war bei meiner Mannschaft da, aber die Mittel waren nicht ausreichend.

Dabei hatten Sie bestimmt gehofft, dass der 1:0-Erfolg vor einer Woche bei Eintracht Stadtallendorf – nach zuvor 13 sieglosen Spielen – eine befreiende Wirkung haben wird?

Natürlich haben wir uns das alle erhofft, aber das Spiel gegen Astoria Walldorf zeigte, dass bei uns alles noch nicht so stabil ist, wie wir uns das wünschen. In dieser Liga geht alles sehr, sehr eng zu. Und wenn man zum Beispiel die Mannschaft von Walldorf durchgeht, dann ist diese qualitativ nicht schlechter als unsere.

Trotz Ihrer erfahrenen Winter-Neuzugänge Marc Stein und Benedikt Koep?

Auch diese beiden Spieler haben noch mit sich zu kämpfen. Bei Benedikt Koep liegt dies auch an seiner langen Verletzungspause, ihm fehlt noch der Rhythmus. Außerdem kann ein erfahrener Spieler auch nichts machen, wenn ein junger Spieler wie vor dem Tor zum 0:1 gegen Walldorf den Ball nicht aus der Gefahrenzone schlägt, sondern ihn ins Zentrum befördert. Wir müssen eine Mannschaft auf den Platz bekommen, die cleverer agiert und Drucksituationen besser gewachsen ist.

Ist es denkbar, dass Spieler aus dem Profikader in Ihrem Team zu Einsatz kommen?

Das muss man von Fall zu Fall besprechen. Grundsätzlich ist das denkbar, aber es muss passen. Unser nächstes Heimspiel am 17. März gegen Mainz 05 II findet zum Beispiel einen Tag nach dem Spiel unserer Profis gegen 1899 Hoffenheim statt.

Zunächst geht es schon an diesem Dienstag (18.30 Uhr) beim Tabellenfünften TSV Steinbach Haiger weiter. Welche Erwartungen haben Sie?

Die Aufgaben werden für uns nicht leichter. Aber klar, wir müssen jede Chance nutzen, zu punkten. Vielleicht liegt uns die Außenseiterrolle etwas besser. Gegen Walldorf hatte man das Gefühl, manche Spieler kommen mit der Favoritenrolle in einem solchen „big-point-Spiel“ nicht klar.

Rechnen Sie mit einem Kampf gegen den Abstieg bis zum letzten Spieltag?

Aktuell stehen wir auf dem fünftletzten Platz, der würde Stand jetzt zum Klassenverbleib reichen (Anm. d. Red.: Die genaue Zahl der Absteiger hängt davon ab, wie viele Drittligisten in die Regionalliga Südwest absteigen). Aber wie schon gesagt, es geht sehr, sehr eng zu in dieser Liga. Von daher würde es mich nicht überraschen, wenn die Entscheidung erst ganz am Schluss fallen wird. Fest steht jedenfalls: Wir brauchen einen langen Atem.

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