Marcus Mann neu dabei Unbekannte wollten Trainer des SV Perouse abwerben
Die SV-Fußballer haben ihre erste Hinrunde nach der abgewendeten Auflösung erfolgreich absolviert. Auch abseits des Fußballs geht es für den Verein aufwärts.
Die SV-Fußballer haben ihre erste Hinrunde nach der abgewendeten Auflösung erfolgreich absolviert. Auch abseits des Fußballs geht es für den Verein aufwärts.
Erfolg hat Schattenseiten, das musste Hardy Essig vom SV Perouse erfahren. Eine anonyme Mail erreichte den Vereins-Vorsitzenden, man wolle sein Trainerteam und etliche Spieler zur kommenden Saison abwerben.
Das ist durchaus verständlich, der Neustart der Fußballer ist gelungen – sechs Siege stehen nach zwölf Saisonspielen des SV Perouse zu Buche. Die Mannschaft steht auf Platz vier der Kreisliga B 4. „Das hätte uns keiner zugetraut“, meint Essig. Der Absender der dubiosen Mail blieb unbekannt, Essig und der SVP reagierten goldrichtig. Noch vor dem Jahreswechsel wurden die Verträge der beiden Coaches vorzeitig verlängert.
Zu Saisonbeginn hatte sich die neu aufgestellte Truppe noch finden müssen, mittlerweile greifen die taktischen Vorgaben immer besser und das Team wächst zusammen. „Wir sind auf einem guten Weg“, bilanziert Pasquale Paratore, einer der neuen Trainer.
Gemeinsam mit Giuseppe Martines treibt er den Neuaufbau voran. Der Kader kann sich sehen lassen: 27 Spieler setzte der SV Perouse in der Hinrunde ein, zehn standen in mindestens zehn Partien auf dem Feld. Fünf von ihnen gehören zu den zehn Akteuren, die das Trainerduo von Ex-Club SV Magstadt mitbrachte. Zudem stehen im Kader auch eine Handvoll Freizeitkicker aus Perouse ohne Erfahrung im Jugend-Fußball. Die Trainer legen Wert auf deren Integration. „Wir wollen eine Familie sein“, betont Paratore. Für Martines war der Wechsel nach Perouse „auf jeden Fall“ eine gute Entscheidung, „es macht Riesenspaß“.
Auch Hardy Essig ist zufrieden, er bemüht sich sehr um die Sanierung. Derzeit gibt es zwei Juniorenmannschaften, die Jugend soll weiterwachsen. Essig intensiviert den Austausch mit dem Nachbarn SKV Rutesheim, um die Kinder aufzufangen, die dort wenig Spielzeit erhalten. „Jedes Kind ist bei uns willkommen“, sagt Essig, der auch mit dem CfR Pforzheim eine enge Kooperation aufbaut. SV-Torwart Anthony Heenemann etwa trainiert regelmäßig mit der Oberliga-Mannschaft.
Neben dem Fußball geht es auch den anderen Abteilungen immer besser. Eine neue Boule- und Tischtennis-Abteilung wurden gegründet, beim Tennis gibt es in Marcus Mann, Sportgeschäftsführer von RB Salzburg, ein prominentes Neumitglied. Vor allem der gestärkte Zusammenhalt unter den Abteilungen begeistert den Restaurator Essig. Aktuell arbeitet der Verein auch an der Anschaffung einer neuen Flutlicht- und einer Fotovoltaikanlage.
Für die neue Fußball-Saison sei es wichtig, in den Top fünf der Liga zu landen, um verbesserte Verhandlungspositionen in Gesprächen mit neuen Spielern zu haben, erklärt Essig. Die Planungen laufen bereits, der Verein will jedoch nicht mit finanziellen Anreizen punkten. „Wir wollen nicht wieder Söldner anziehen“, stellt der Clubchef klar, die neuen Spieler sollen sich mit dem Projekt identifizieren.