Wir haben gesehen: „Letzte Ernte“, das ungewohnte Solospiel von Maria Furtwängler als Charlotte Lindholm.

Was taugt „Letzte Ernte“? Der „Tatort“ aus Niedersachsen im Schnellcheck. Die Handlung in zwei Sätzen Im schönen Alten Land kämpft Biobauerin Marlies Feldhusen (Lina Wendel) ums Überleben ihres Hofs und gegen die anderen Bauern, die „Glyphosat-Mafia“. Als der rumänische Hilfsbauer Victor auf ihrem Hof ums Leben kommt, geht es noch um ganz andere Qualen.

 

Anzahl der Toten Zwei Menschen und mehrere Bienenvölker.

Charlotte Lindholm – ein Aasgeier?

La Lindholm „Sie, Sie sind wie so ein Aasgeier, der schon mal kommt, obwohl man noch gar nicht tot ist und einem das Fleisch aus dem Rücken hackt“, beschreibt Hofchefin Feldhusen die Ermittlerin. La Lindholm: „So präzise und geradeheraus hat das bisher selten jemand formuliert.“ Nur: Wie so ein Aasgeier war am Ende auch die Wendel.

Vier Learnings Erstens: Mit Dinkel gefüllte Kissen sollen bei Nackenschmerzen helfen. Sie knirschen aber halt auch sehr laut. Zweitens: Ein Menschenkopf wiegt sieben Kilo. Drittens: Den hofeigenen Bio-Honig essen die Ökobauern gar nicht. Zu teuer. Auf den Tisch kommt Discounter-Ware. Viertens: Parkinson ist als Folgeerkrankung vom schädlichen Einfluss von Pflanzenschutzmitteln inzwischen anerkannt, Lymphdrüsenkrebs nicht.

Schneckenlangsame „Letzte Ernte“

Romantisierung de luxe Alle gehen zusammen ernten. Hach. Das hat etwas Meditatives. Nur so andächtig und schneckenlangsam wie Feldhusen, Lindholm und Co. die Äpfel pflücken – das überlebt auf Dauer kein Biobauer.

Wichtige Nebensache: Der Showdown à la Agatha Christie war eine schöne Überraschung. Aber wer hätte mit diesem Fitnesstracker gerechnet, dessen Dynamik geschwind das fast 20-minütige Ende aufgemischt hat?

Unser Fazit: Bitter. Überraschend. Und gut. Spannung Note 2 Logik Note 2