Mariela Herzog ist Stimmenkönigin in Neuhausen Die Teamspielerin macht Lust auf Politik

Bildung ist für Mariela Herzog ein zentrales Thema. Foto: Roberto Bulgrin

Seit 20 Jahren ist die Schulleiterin Mariela Herzog im Gemeinderat von Neuhausen aktiv. Trotz ihres fordernden Berufs brennt die 61-Jährige für das Ehrenamt.

Für das Ehrenamt brennt Mariela Herzog seit ihrer Kindheit. Als Leichtathletin war sie in der LG Filder nicht nur sportlich erfolgreich. Jahrelang war die Neuhausenerin auch deren Vorsitzende. Seit 20 Jahren ist die 61-Jährige im Gemeinderat von Neuhausen vertreten. Mit 5096 Stimmen hat die Fraktionschefin der Freien Wähler ihr Ergebnis von 2019 übertroffen. Damals erreichte sie 4562 Voten. Das ist für die Stimmenkönigin der Fildergemeinde eine schöne Bestätigung ihrer Arbeit.

 

Dass sich mit kommunalpolitischem Engagement sehr viel bewirken lässt, hat Mariela Herzog schon in frühester Jugend von ihrem Vater Walter gelernt. Gerade in einer Kommune wie Neuhausen sei es eine große Chance, die Entwicklung mitzugestalten. Da denkt sie am die Sanierung des heutigen Bildungszentrums Oberes Schloss; ihr Fachwissen als Schulleiterin bringt die Pädagogin ins Gremium ein. Das ist umso wertvoller, als die Schulentwicklung in der Fildergemeinde einen hohen Stellenwert hat. „Der Neubau der Anton-Walter-Grundschule ist für uns ein Meilenstein.“ Dieses 30-Millionen-Projekt von Anfang bis Ende mitzugestalten, das hat Mariela Herzog gefallen.

Dass sich in einer Kommune nicht alle Wünsche gleich erfüllen lassen, ist Mariela Herzog auch als Mitglied der Haushaltsstrukturkommission bewusst. „Mit den Finanzen verantwortlich umzugehen“, das muss aus ihrer Sicht das Ziel sein. Dass dabei auch Vorhaben auf der Strecke bleiben, die ihr am Herzen liegen, bedauert sie besonders. „Die Sanierung unserer Friedrich-Schiller-Gemeinschaftsschule haben wir schon so lange auf dem Plan. Sobald es geht, müssen wir das umsetzen.“

Richtige Prioritäten setzen

Auch die Auslagerung und Neukonzeption der Sportstätten ist ein Thema, das der ehemaligen Vorsitzenden der LG Filder und leidenschaftlichen Sportlerin wichtig ist. Doch weil die Kommune auf den Fildern durch neue Baugebiete und die S-Bahn-Verlängerung weiter wächst, müssen zunächst andere Pflichtaufgaben angepackt werden. Dazu gehört der Bau einer achtgruppigen Kindertagesstätte in der Waagenbachaue.

Diese Prioritäten will Mariela Herzog den Bürgerinnen und Bürgern vermitteln. Das fällt der kommunikativen Kommunalpolitikerin nicht schwer, die seit diesem Jahr auch erste ehrenamtliche Stellvertreterin von Neuhausens Bürgermeister Ingo Hacker ist. Die repräsentativen Aufgaben, die da auf sie zukommen, machen der Pädagogin Freude. Mit ihrer sachlichen, ruhigen und zugleich humorvollen Art versteht sie es zu überzeugen. In den Debatten im Gemeinderat gelingt es der Fraktionschefin, mit sachlichen Argumenten zu punkten. Wichtig ist der Pädagogin eine gute Arbeitsatmosphäre. Die fordert sie im Gremium auch mal energisch ein, wenn die Emotionen überkochen. Ihr unermüdlicher Einsatz steckt auch andere an. Das macht Lust auf Politik. In ihrer Fraktion ist die Vorsitzende eine Teamspielerin. Diese Beratungen mit den Freien Wählern sind ihr wichtig. Sie wünscht sich, dass jede und jeder seine Schwerpunkte einbringen und sich in eigene Spezialthemen einarbeiten kann. Dass die Freien Wähler in Neuhausen mit 37,5 Prozent (2019: 37,05 Prozent) die Gemeinderatswahl mit großem Abstand gewonnen haben, freut Herzog.

Dass Mariela Herzog gerne in Neuhausen lebt, spürt man schnell. In der katholisch geprägten Gemeinde hat die Fasnet einen hohen Stellenwert. Da ist es für die 61-Jährige selbstverständlich, am Rosenmontag verkleidet unterwegs zu sein. So zog sie mit ihrer Gruppe als lebensgroße Brausepulvertüte durch den Ort. Bei solchen Gelegenheiten strahlt die Rektorin mit dem straffen Terminkalender. Ihr ist es ein Anliegen, dass sich die Menschen im Ort wohlfühlen. Dass so viele bei Festen und Großveranstaltungen ganz selbstverständlich mit anpacken, freut Mariela Herzog. Das gehört für sie zu einem funktionierenden Gemeinwesen. Auch sie selbst packt bei Vereinsfesten mit an. Trotz ihres kräftezehrenden Berufs als Schulleiterin nimmt sich Herzog Zeit fürs Ehrenamt. Mit dieser Leidenschaft steckt sie andere an.

Ein Dreh- und Angelpunkt dieses Engagements ist der Bürgertreff im Ostertagshof, der nicht nur räumlich eng mit dem Betreuten Wohnen verbunden ist. Gemeinsam mit ihren Gemeinderatskollegen Dietmar Rothmund und Ulrich Krieger leitet sie den Förderverein, der nicht nur Projekte ermöglicht. Den Kommunalpolitikern geht es vor allem darum, die besondere Struktur dieser Einrichtung auszubauen und zu verbessern.

Um ihr Engagement auf so vielen Ebenen macht Mariela Herzog nicht viel Aufhebens. Doch bei all ihren Ehrenämtern und Tätigkeiten ist zu spüren, dass sie einfach mit Freude bei der Sache ist.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Neuhausen Kommunalpolitik