Marionetten-Theater Marionetten, Masken und Musik

Von Thomas Krämer 

Das „Schlaf Zimmer Theater Voss“ lässt unterm Dach des eigenen Hauses in Waldenbuch die Puppen tanzen: zur selbst komponierten Musik. Gesprochen wird selten.

Die Puppen sind für das Ehepaar Hermann Voss und Barbara Wojciechowska-Voss wie Instrumente. Foto: Thomas Krämer
Die Puppen sind für das Ehepaar Hermann Voss und Barbara Wojciechowska-Voss wie Instrumente. Foto: Thomas Krämer

Waldenbuch - Ab und zu, meist am Wochenende, lassen Hermann Voss und Barbara Wojciechowska-Voss im Schlafzimmer die Puppen tanzen. Und das im Wortsinn. Die beiden sind Puppenspieler. Und die Bühne für ihre fantasievoll gestalteten Protagonisten ist im Dachgeschoss ihres Hauses in Waldenbuch. Unterm Dach steht auch ein Bett – allerdings nicht das eigene. Aber das erklärt den Namen: „Schlaf Zimmer Theater Voss“.

Die beiden Profimusiker – Voss arbeitete unter anderem als Professor an der Staatlichen Hochschule für Musik in Stuttgart, spielte Bratsche im Kammerorchester und war Mitbegründer des Melos-Quartetts, Wojciechowska-Voss ist Violinistin und weiterhin als Musikerin aktiv – sind den stummen Darstellern auf der Bühne verfallen, die sie mit Leben füllen. „Ich habe in den letzten Semestern meines Studiums angefangen, mich mit Marionetten zu beschäftigen“, erinnert sich Voss an eine Zeit, die schon einige Jahrzehnte zurückliegt. Wojciechowska-Voss kam auf die Puppe, als sie für die Tochter ihres Mannes als Puppenspielerin einsprang. Die Puppen sind für das Ehepaar Instrumente. „Farbe und Form, die Bewegung und der Tanz der Darsteller, abgestimmt zur Musik, das ist Puppenspiel“, sagt Voss. Das Duo macht dabei alles selbst, entwirft und entwickelt die Marionetten, baut sie, schreibt die Musik und führt sie auch auf.

Masken kommen auch ins Spiel

Nur Dialoge müssen sie selten schreiben. „Wir sind ein Musiktheater, in dem praktisch nicht gesprochen wird“, sagt Wojciechowska-Voss. Eine durchgehende Handlung gibt es nicht. Vielmehr sind es einzelne Szenen, die aufgeführt werden, Anekdoten, Darstellungen bekannter und weniger bekannter Personen, von Musikern. Und da kommen dann nicht nur Marionetten, sondern auch schon mal Masken ins Spiel.

In den kommenden Wochen stehen zwei verschiedene Aufführungen an. Programm 1 sind neun Spiele mit Marionetten, Programm 2 sind neun Szenen mit Marionetten, Masken und Musik. „Wir machen ,Schwarzes Theater‘“, sagen beide. Und das nicht nur, weil einige ihrer Figuren im schwarzen Bühnenlicht anfangen zu leuchten, sondern auch, weil in den Szenen ihrer Stücke immer wieder schwarzer Humor aufblitzt.

Abschied vom Tourbus

Jahrelang waren sie mit ihrem Tourbus unterwegs, führten ihre Kleinkunst in der Fremde auf. Nun wollen sie ihre Instrumente, die Bühnentechnik und die liebevoll gestalteten Puppen nicht mehr auf die Bühnen schleppen. Denn die Bühne, die ist nun im eigenen Dachgeschoss.

Termine Die nächsten Termine des „Schlaf Zimmer Theaters Voss“ mit dem „Festival kleiner Interpreten“ sind voraussichtlich am 17. und 19. Februar (Programm 1), am 9. und 11. März (Programm 2) und am 14. und 15. April (Programm 1) jeweils um 19 Uhr. Platzreservierung unter Telefon 0 71 57/92 71 oder basia@wvoss.net. Der Eintritt kostet 15 Euro.



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