Marjoke Breuning will ins DIHK-Präsidium Drei Themen im Gepäck

Marjoke Breuning will Baden-Württemberg künftig in Berlin vertreten. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Mehr Gehör für den Südwesten – Marjoke Breuning hat sich viel vorgenommen. Man darf gespannt sein, ob sie in Berlin nur für eine leichte Brise sorgt oder frischen Wind aus dem Südwesten bringt, meint Ulrich Schreyer.

Wirtschaft: Ulrich Schreyer (ey)

Stuttgart - Wenn Marjoke Breuning am Mittwoch gewählt wird, wird ihr neues Amt sicher kein Spaziergang an der Spree. Daran, dass die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart Vizepräsidentin des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) wird, kann es kaum Zweifel geben. Schließlich steht auch schon fest, dass der Trierer IHK-Präsident Peter Adrian an die Spitze des Gremiums treten soll. Auch die Namen von drei weiteren künftigen Vizepräsidenten sind kein Geheimnis. Alles wurde im Vorfeld festgezurrt, jede Region sollte berücksichtigt werden. Und dass bei der teilweise virtuellen Mitgliederversammlung noch jemand überraschend seinen Hut in den Ring wirft, ist höchst unwahrscheinlich.

 

Berlin ist nicht Stuttgart

Breuning will sich vor allem drei Themenfeldern zuwenden, die ihr am Herzen liegen. So soll der Südwesten wieder mehr Stimme und Gewicht in Berlin erhalten – in der Kammerorganisation, aber auch in der Politik. Nach dem früheren Stuttgarter IHK-Präsidenten Hans Peter Stihl ist sie die erste Vertreterin Baden-Württembergs im Spitzengremium aller deutschen Industrie- und Handelskammern. Der Waiblinger Unternehmer stand dem DIHK von 1988 bis 2001 vor. Das ist schon lange her – aber Stihl hatte, dank immer klarer Worte, einen Ruf wie Donnerhall. Breuning dagegen muss ihren Ankündigungen erst noch Taten folgen lassen. In Stuttgart hat sie nach ersten Zweifeln von Beobachtern inzwischen offenbar ihren Weg gefunden, in der Kammerorganisation im Südwesten gilt ihr Wort. Berlin aber ist ein weitaus schwierigeres Terrain.

Schwierige Schwerpunkte

Das ist nicht zuletzt auch bei der Transformation der Autoindustrie der Fall. Diese hat lange gezögert, die Herausforderung des Wandels zu Elektrofahrzeugen anzunehmen – inzwischen aber ist sie in Fahrt gekommen. So wie auch bei einem weiteren Anliegen, dem Klimawandel, muss die Stuttgarter Präsidentin auch beim Umbau der Autoindustrie Arbeitsplätze und Klimaschutz abwägen – gerade der Südwesten ist hier gefordert. An Verbrennern muss noch verdient werden, an E-Autos führt aber kein Weg vorbei. Zudem will Breuning das Gewicht des Handels stärken, außerdem die Wirtschaft weiblicher machen. All dies traut sie sich zu. Gespannt darf man trotzdem sein, ob sie nur für eine leichte Brise in Berlin sorgt oder einen frischen Wind aus dem Südwesten mitbringt. Zu wünschen wäre ihr, dass sie wirklich etwas bewegen kann.

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