Markt der Sinne in der Adelberger Zachersmühle Von Luftballonauto bis Veggiefell

Allerlei Rezepte rund um das Liebes- und Lebensglück haben die Teilnehmer beim Markt der Sinne in der Zachersmühle preisgegeben.
Adelberg - Man nehme eine mittelalterliche Mühle in einem verwunschenen Tal gelegen, eine Schar kreativer und tatkräftiger Menschen sowie eine Portion unkonventioneller Ideen: So könnte die Anleitung für den Markt der Sinne in der Adelberger Zachersmühle lauten, der diesmal unter dem Motto Rezepte stand. Vom Gewürz- bis zum Lebensrezept reichte die Bandbreite, die von den Kunst- und Genusshandwerkern angeboten wurde.
Das Pfefferhexle bietet auch Salzmischungen an
„Früher wurde Pfeffer mit Gold aufgewogen, heute ist er deutlich günstiger zu haben“, berichtete Sabine Feßler aus Winnenden, die ihre Gewürze häufig auf Mittelaltermärkten feil bietet, wo sie unter dem Label Pfefferhexle firmiert.
Den Namen habe sie sich als Alternative zum Pfeffersack ausgedacht, mit dem im Mittelalter die Pfefferhändler tituliert worden seien. Hexle sei für sie die passendere Namensgebung, zumal ein Hexle im Schwäbischen ja positiv verstanden werde. Analog zu diesem Image stehen Hexenzucker, Druidensalz und aphrodisierendes Kaffeegewürz im Regal, alles Produkte, die sie nach den Rezepten der chinesisch beeinflussten Fünfelemente-Ernährung mische. Und selbst gemalte Kunstpostkarten gibt es auch, denn das Malen sei ihr Lebensrezept zum Runterkommen und zum Frohsein.
Was sich bewegt, ist interessant
Freude bereiten können auch alltägliche Erlebnisse wie Spaziergänge im Wald, das Farbenspiel bei Sonnenaufgang oder Früchte-, Blätter- und Zapfensammeln in der Natur. Solche Rezepte hatten viele der Marktbeschicker zu bieten. So wie Guinevere Paul aus Wald zum Beispiel, die ihre Naturbeobachtungen in Zeichnungen in der Tradition der Wurzelkinder aus dem Esslinger Schreiberverlag festhält.
Ein paar Schritte weiter erklärte Thomas Hahn-Klinger aus Merklingen das Geheimnis seiner Spielbausätze für Kinder: „Alles, was sich bewegt, ist interessant.“ Deshalb seien das Luftballonauto, Tisch-Basketball und ein Schiff mit Gummimotor besonders beliebt.
Papierblüten und Veggie-Fell
Eine schöne Beschäftigung für alle Altersgruppen sei das Basteln mit finnischer Papierschnur, berichtete die Göppingerin Karin Eisele, die in Volkshochschulkursen zeigt, wie aus der farbigen Schnur zarte Blüten entstehen, wenn man sie entfaltet. Und weil das Material so unkompliziert ist, werde es in der Schweiz häufig in der Ergotherapie mit Schlaganfallpatienten eingesetzt.
„Nur nicht zu heiß waschen, der kalte Wollwaschgang reicht völlig aus“, so lautet das Rezept von Kinderpflegerin Kristin Krohn aus Riederich, die aus Wollwalk kuschelige Kindermode näht. Und auch Claudia Cappiello aus Wangen liebt das Haarkleid der Schafe. Sie arbeitet daraus trendige Sitzfelle. Sterben muss dafür kein einziges Tier, denn nur die geschorene Wolle wird dafür verarbeitet: Veggie-Fell, nennt sie das. Und zum leuchtenden Höhepunkt verhalf Larissa Dworzak vom Esslinger Nanu-Traumtheater dem Markt am Samstagabend mit ihrer Feuershow.
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