Markt in Grafenau-Döffingen Der Vatertagsmarkt ist doppelt begehrt

Er ist beliebt bei Händlern und Besuchern – der Vatertagsmarkt in Döffingen. Foto: Eibner-Pressefoto/Carsten Schwering

Der Traditionsmarkt in den Döffinger Gassen hat an Christi Himmelfahrt unzählige Besucher nach Grafenau gelockt. Es kamen gar nicht alle Händler, die dabei sein wollten, zum Zug.

Döffingen hat Glück 2024. Pünktlich zum Vatertag, zum großen Markt in den Döffinger Gassen, ist die Sonne da, der blaue Himmel. Der Verkehr wird umgeleitet, die Parkplätze sind rar, und die Menschen strömen aus allen Richtungen herbei. Im Ort drängen sich die Besucher, bleiben immer wieder stehen, um zu schauen; feine und deftige Düfte hängen in der Luft.

 

Alles begann am Abend zuvor, als der Himmel noch trüb war und Martin Thüringer, Bürgermeister in Grafenau, im Zelt des Musikvereins das Fass anstach. Seither fließt nicht nur beim Musikverein das Bier. Martin Thüringer ist bester Stimmung. Es ist der 44. Döffinger Vatertagsmarkt, und er ist gefragt. „Wir mussten Absagen an Händler erteilen.“ Gut 120 Beschicker sind da, viele von ihnen Stammgäste, rund um den belebten Ortskern bieten gut 30 Privatleute ihre Waren beim Straßenflohmarkt an. Gewiss 250 ehrenamtliche Helfer aus allen örtlichen Vereinen packen mit an. „Ohne sie wäre der Markt nicht möglich“, sagt der Bürgermeister.

Kinderspielzeug, CDs, Bücher

Der Musikverein ist jener Verein, der beim Vatertagsmarkt schon seit der ersten Stunde mit dabei ist. „Früher waren wir im Ortskern, nun haben wir unseren großen Stand in der Maichinger Straße“, sagt Gianluca Biela, Sprecher des Vereins. Bei den Musikern gibt es, außer Wurst, Getränken, Hähnchen, selbstverständlich Musik – am Eröffnungsabend spielte der Verein selbst auf, am Donnerstagmorgen dann der Musikverein Maichingens. Die Veteranenkapelle des Musikvereins Bondorf und eine jung besetzte Kapelle des Musikvereins in Merklingen werden am Nachmittag unterhalten; beide sind sie zum ersten Mal zu Gast.

Verkaufen vor der eigenen Garage

Rund um den musikalischen Kern des Geschehens verzweigt sich der Markt in viele Richtungen. Wer sich vom großen Besucherstrom davontragen lässt, der weiß zuletzt nicht mehr, in welchem Winkel des kleinen Ortes er gelandet ist. Im Hirschplan zum Beispiel, wo Andrea Gangi nebst vielen anderen Nachbarn ihre Flohmarktwaren aufgebaut hat. Dort gibt es Kleidung, Kinderspielzeug, allerhand Gebrauchtes, CDs und Bücher. „Ich stehe hier vor meiner eigenen Garage“, sagt die Verkäuferin. „Wir sind schon morgens raus und sind bis zum Abend da.“

Jugendclub Sumpf ist auch dabei

Gegenüber beginnt ein Döffinger Fressgässle, aber satt wird man auch an vielen anderen Ecken. Langos, das sehr beliebte ungarische Teiggericht, wird an einigen Ständen frittiert und süß oder salzig angerichtet. Fischbrötchen, Bratwürste, Crêpes sind überall; die Stände, an denen gebrannte Mandeln rasseln – ungezählt. Der Jugendclub Sumpf e.V. sorgt auf dem Vorplatz des alten Bauernhofes des Großvaters eines Mitglieds für Speise, Trank und gute Stimmung. „Wir haben Mitglieder zwischen 14 und 70 Jahren“, sagt Michael Brüstl, der Schriftführer. Mehr als 20 Jugendliche unter 18 Jahren sind zudem dabei und helfen manchmal mit.

Martina Exner-Judd steht in der Kurzen Gasse an der Kasse vor der Grafenauer TSV-Meile, die wiederum viel Kost, Bier und Limonade zu bieten hat. Gearbeitet wird dort in Schichten zu jeweils etwa 15 Mitgliedern; neu dieses Jahr ist ein vegetarisches Essensangebot: Falafeln oder Pommes. Weiter vorne werden Kinder vom Sportverein bunt geschminkt. „Es ist so super schön heute“, sagt Martina Exner-Judd – eines nur misst sie: „Früher gab es hier auch eine Live-Band.“

Bürsten in allen Stärken

Wer nun, gestärkt, auf Suche geht, der findet alles, auf dem Vatertagsmarkt. Er findet Bürsten in allen Stärken und Arbeitssocken, er findet Wagenparks von Traktoren, Baggern, Kränen im Spielzeugformat oder das handgefertigte Spätzlesbrett mit Ornamenten samt skurril verziertem Schaber, Tücher, Gürtel, Postkarten und eine sehr große Auswahl an Stofftieren in allen Farben. Manche schauen freundlich, manche sehen aus wie grimmige kleine Ungeheuer.

Waren aus der Heimat Marokko

Kahil Bel lebt in Stuttgart, stammt aus Marokko und bietet allerhand aus seiner Heimat an: Bretter und Besteck, geschnitzt aus Olivenholz, Naturseife, handgefertigte Sandalen. Er war schon oft in Grafenau. Am Vormittag des Vatertagsmarktes ist er noch nicht ganz zufrieden: „Die Leute gehen erst noch eine Runde, bevor sie sich entscheiden“, sagt er. Begeistert sind Steffen und Sonja Gußmann aus Rutesheim, zum ersten Mal dabei. Sie haben vor wenigen Monaten ihre Bonbonmanufaktur eröffnet, bieten zudem viele Sorten Kaffee an. „Wir kennen den Markt schon viele Jahre“, sagt er. „Wir kommen immer schon privat hierher und finden es so toll, dass wir uns gesagt haben, wir müssen auch mal Beschicker sein.“

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