Auf der Fensterfront steht noch der ursprüngliche Eröffnungstermin. Foto: /the
Einen Steinwurf vom Marktplatz entfernt sollen sich Start-ups und Neuansiedlungen präsentieren. Die Wirtschaftsförderung Sindelfingen will eine Markthalle eröffnen. Angeboten werden zunächst Bowls, Blumen und Feinkost. Doch die Eröffnung lässt auf sich warten.
Mit einer Markthalle neben dem Sindelfinger Marktplatz will die Wirtschaftsförderung Sindelfingen (WSG) gegen Leerstand und für die Belebung der Innenstadt kämpfen. Eigentlich sollte das Projekt schon im Frühjahr an den Start gehen. Daraus wird nichts. Jetzt ist die Hoffnung, sagt WSG-Geschäftsführer Felix Rapp, dass man die Eröffnung noch in diesem Jahr feiern kann. „Wir geben Gas und versuchen, das Projekt so schnell wie möglich zu realisieren“, sagt er. Auf einen genauen Termin wolle er sich aber nicht festlegen lassen.
Für die Verzögerung gibt es laut Rapp mehrere Gründe. Dazu gehören unvorhergesehene Mehrarbeiten beim Umbau des Gebäudes. Beispielsweise habe man eine leistungsstärkere Lüftungsanlage einbauen müssen, weil die Abluft aus den Küchen in der Markthalle nicht über das Dach möglich sei. In diesem Bereich hätten sich dadurch die zu erwartenden Kosten fast verfünffacht (147 000 statt 30 000 Euro). Auch die Themen Brandschutz und Elektrotechnik hätten mehr Investitionen erfordert, so Rapp. Dadurch, dass künftig sechs Ladeneinheiten in einem Gebäude betrieben werden sollen, müssen die elektrischen Anlagen mehr Leistung bringen. Statt 10 000 Euro fallen hier 139 000 Euro an. Die WSG pachtet die Markthalle von einem privaten Sindelfinger Vermieter. Der wolle aber nicht öffentlich genannt werden.
Drei Jahre keine Pacht
Nicht nur baulich gab es Probleme, auch die Akquise der Betreiber für die Ladeneinheiten sei schwieriger gewesen, als man im Juli noch gedacht hatte. „Wir wollten auch nicht mit einer nur halb vollen Markthalle starten“, sagt Rapp. Mittlerweile könne man sagen, die Markthalle sei voll. Für die sechs Ladeneinheiten hätten sich fünf Nutzer gefunden – einer wolle zwei Einheiten betreiben. Mit diesen künftigen Händlern und Gewerbetreibenden sei man gerade in den abschließenden Gesprächen. „Sobald alle unterschrieben haben, werden wir die Nutzer auch vorstellen“, sagt Rapp. Man könne aber schon sagen, dass es sich um eine Bäckerei, einen Feinkostladen mit Barbereich, einen Blumenladen und einen Imbiss mit frischen Bowls und Salaten handelt.
WSG-Geschäftsführer Felix Rapp Foto: Wirtschaftsförderung Sindelfingen
In der Markthalle sollen sich Gewerbetreibende mit einem Laden präsentieren können. Der Anreiz ist, dass die Nutzer in den ersten drei Jahren keine Pacht zahlen. Nur eine Energiekostenpauschale von zehn Euro pro Quadratmeter wird fällig. Möglich ist das durch ein Förderprogramm für Start-ups und Neuansiedlungen. Danach kann entweder ein neuer Laden einziehen, oder das Verhältnis geht mit einer Pacht in „marktüblicher“ Höhe weiter.
Bevor die Läden einziehen können, musste aber eine Menge in dem Gebäude gemacht werden. Der Vermieter habe bereits die Fensterfront und die Toiletten erneuert. Die Ladeneinheiten habe er in einen Rohbauzustand versetzt. Die Decken seien entfernt worden, um mehr Raumhöhe zu erreichen. Laut WSG trägt der Vermieter einen Großteil der Kosten. Das wirke sich aber auf die Miete aus, die mit 69 000 Euro im Jahr deutlich höher ausfällt als gedacht. Im Juli hatte Rapp von 4000 Euro Miete im Monat gesprochen. Der Gemeinderat der Stadt Sindelfingen hat in seiner jüngsten Sitzung noch einmal 68 000 Euro für die Markthalle zugeschossen. 150 000 Euro hatte das Gremium schon im Juli zugesagt.