Marode Brücken in Stuttgart Warum keinen Fuß- und Radweg auf der neuen B-27-Brücke?
Der ADFC kritisiert die aktuell schlechte Verbindung für Radfahrer und Passanten zwischen dem Möhringer Stadtteil Fasanenhof und dem SI-Centrum.
Der ADFC kritisiert die aktuell schlechte Verbindung für Radfahrer und Passanten zwischen dem Möhringer Stadtteil Fasanenhof und dem SI-Centrum.
Die B-27-Brücke über das Körschtal in Möhringen muss abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Zwar besteht laut Regierungspräsidium Stuttgart (RP) keine Einsturzgefahr, doch die Schäden an dem 60 Jahre alten Bauwerk sind groß. Unter anderem sind die Fahrbahnübergänge an einigen Stellen undicht geworden, sodass es in diesen kritischen Bereichen der Körschtalbrücke zu Wassereintritten gekommen ist. Laut RP ist eine umfangreiche Sanierung der Brücke, die 1964 errichtet worden ist und täglich von gut 50 000 Fahrzeugen passiert wird, wirtschaftlich nicht sinnvoll.
Da bereits in absehbarer Zeit die Planungen für Abriss und Neubau beginnen sollen, meldet sich jetzt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) zu Wort. Er sieht in dem Neubau, der nach ersten Schätzungen rund 23,2 Millionen Euro kosten soll, endlich die Chance, eine auch für den Rad- und Fußverkehr attraktive Verbindung zwischen Fasanenhof und Möhringen zu schaffen. „Der Fasanenhof ist durch das Körschtal vom übrigen Möhringen getrennt“, sagt Tobias Willerding, Vorsitzender des ADFC Stuttgart. Die einzige Verbindung sei – neben der Brücke – die Kurt-Schumacher-Straße, an der es allerdings nur einen kleinen Gehweg, aber keinen Radweg gebe. Zudem sei auf dieser Strecke ein großer Höhenunterschied zu überwinden.
Aus Sicht des ADFC sollte deshalb ein Geh- und Radweg an der Westseite der neuen Brücke angelegt werden, der am bestehenden Geh- und Radweg im Fasanenhof beginnt, über die neue Brücke entlang der B 27 führt und in die U3-Brücke auf der anderen Seite in Möhringen einmündet. „Der Bau solch eines Fuß- und Radweges würde die Situation deutlich verbessern“, sagt Tobias Willerding. Denn vom Fasanenhof bis zum Kulturangebot rund um das SI-Centrum sei es nur ein Kilometer. „Eine Strecke, die problemlos zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden kann“, so der ADFC-Vorstand.
Als Beispiele nennt er die Brücke über die Kaltentaler Abfahrt, bei deren Bau gleichzeitig ein Fuß- und Radweg angelegt wurde, der sich heute großer Beliebtheit erfreut. Auch beim Körschtalviadukt in Ostfildern sei ein Geh- und Radweg angelegt worden. „Das Land und die Stadt Stuttgart sollten zügig handeln und die Realisierung eines Geh- und Radweges an der B-27-Brücke prüfen, bevor durch die fortschreitende Planung Fakten geschaffen werden“, so Tobias Willerding.