Marode Straßenbrücke in Korntal Weitere Verzögerung: Freie Fahrt erst im Dezember

Bleibt weiter gesperrt: Die Brücke in der Weilimdorfer Straße. Foto: Simon Granville
Bleibt weiter gesperrt: Die Brücke in der Weilimdorfer Straße. Foto: Simon Granville

Die Sanierung der maroden Brücke in der Weilimdorfer Straße im Stadtteil Korntal von Korntal-Münchingen will nicht enden. Nachts kann es nun außerdem lauter werden.

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Korntal-Münchingen - Autofahrer und Anwohner müssen sich im Stadtteil Korntal von Korntal-Münchingen ein weiteres halbes Jahr auf Verkehrsbeeinträchtigungen einstellen – und jetzt kommt noch Lärm zur Schlafenszeit dazu.

Der Grund ist die Sanierung der Straßenbrücke Weilimdorfer Straße nur ein paar Hundert Meter vom Bahnhof Korntal entfernt, die sich erneut in die Länge zieht. Stand jetzt soll die Brücke im Dezember wieder für den Verkehr freigegeben werden – sechs Monate später als geplant. Bereits im Februar war offen, ob das bis dato genannte Datum, Juni, zu halten ist. Im März, als der Gemeinderat wieder überplanmäßige Ausgaben genehmigt hat, diesmal fast 1,1 Millionen Euro, sprach der Leiter des Fachbereichs Hoch- und Tiefbau, Alexander Bagnewski, dann vorsichtshalber von Sommer. Nun wird es Winter, bevor wieder Fahrzeuge über die Brücke rollen. Täglich sind es rund 6000. Die Brücke ist die Zufahrt von Stuttgart-Weilimdorf.

Besonders große Probleme machen, wie schon vor Monaten, die Stahlmittelstützen des 80 Jahre alten Brückenbauwerks über die Gleise westlich des Bahnhofs und die Südstraße. Bei den Sanierungsarbeiten sind weitere massive Schädigungen festgestellt worden, was nicht nur die Kosten abermals in die Höhe getrieben hatte – statt zwei sind es jetzt drei Millionen Euro. Die Arbeiten gerieten darüber hinaus erneut ins Stocken, denn sie können nur dann erfolgen, wenn keine Züge fahren, also in der Nacht. „Aufgrund der Lage der Stützen zwischen zwei Gleisen der Deutschen Bahn sind die aufwendigen Sanierungsarbeiten in enger Abstimmung mit der Bahn und vorwiegend nur nachts, während der Zugpausen, möglich“, heißt es aus dem Rathaus.

Die Bahn pocht auf Einhaltung der Vorgaben

Daneben erschweren die Vorgaben der Bahn den Baufortschritt ebenso wie die Einhaltung der Kosten. Ein Austausch der Mittelstützen, die „gravierende Korrosion“ aufweisen, ist demnach nicht zulässig. Die eisenbahnspezifischen Bestimmungen verlangen vielmehr eine 1,50 Meter dicke Wand aus Beton, um zu verhindern, dass es zu einem Materialversagen der Fußgelenke kommt.

Laut der Stadtverwaltung beginnen die nächtlichen Arbeiten voraussichtlich am 21. Juni und dauern bis Oktober. Dabei könne es zeitweise zu Lärmbelästigungen kommen, die sich „leider nicht gänzlich“ vermeiden lassen würden. „Wir wissen, dass es für die Bürgerinnen und Bürger – vor allem für die Anwohnerinnen und Anwohner – zu Einschränkungen und teilweise auch Lärmbeeinträchtigungen kommt. Das war so in diesem Ausmaß nicht vorhersehbar und nicht gewünscht.“

Vor der Sanierung konnte man nicht in die Brücke schauen

Dem Leiter des Hoch- und Tiefbaus war von Anfang an bewusst, dass die Sanierung nicht leicht wird. Im Bestand zu sanieren, berge immer ein gewisses Risiko, sagt Alexander Bagnewski. Vor dem Beginn der Arbeiten seien keine Untersuchungen möglich gewesen, weshalb man nicht in die Brücke habe schauen können. Auch sei es eine schwierige Situation wegen der Bahngleise und der Züge.

Allerdings: Dass die Sanierung einmal so lange dauert, so teuer wird und so viele böse Überraschungen mit sich bringt, damit haben weder Stadtverwaltung noch Gemeinderat gerechnet. Im April vorigen Jahres haben die Arbeiten begonnen. Anno 2018 hatte die Stadtverwaltung mit einer Dauer von rund sechs Monaten und Kosten von circa 560 000 Euro kalkuliert.




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