Marodes Bauwerk in Korntal Brücke bleibt bis ins neue Jahr gesperrt

Freie Fahrt ist erst im Jahr  2022 angesagt. Foto: Simon Granville
Freie Fahrt ist erst im Jahr 2022 angesagt. Foto: Simon Granville

Die Sanierung des maroden Bauwerks in der Weilimdorfer Straße im Stadtteil Korntal von Korntal-Münchingen dauert erneut länger. Am Projekt hängt ein weiteres Bauvorhaben.

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Korntal-Münchingen - Die Sanierung der maroden Brücke in der Weilimdorfer Straße in Korntal-Münchingens Stadtteil Korntal, über die Gleise westlich des Bahnhofs und die Südstraße, dauert erneut länger als geplant. Eine schlechte Nachricht angesichts der Beeinträchtigungen für Verkehr wie Anwohner – ob sie noch jemanden überrascht, ist dagegen äußerst fraglich.

Stand jetzt wird die Brücke für Fußgänger und Radfahrer, für die es einen neuen Weg geben wird, im Januar freigegeben – im Frühjahr dann für den kompletten Verkehr. Zunächst werden, zugunsten der Bewohner, die Fahrtbeziehungen von der Südstraße in Richtung Wohngebiet und aus dem Wohngebiet heraus auf die Südstraße in Richtung Neuwirtshaus wieder geöffnet. Im April vorigen Jahres haben die Arbeiten begonnen. Anno 2018 hatte die Stadtverwaltung mit einer Dauer von rund sechs Monaten und Kosten von circa 560 000 Euro kalkuliert. Jetzt sind es mehr als drei Millionen Euro.

Sogar Bahnoberleitungen wurden ausgeschaltet

Wegen der „massiven Verzögerungen“ – die 80 Jahre alte Straßenbrücke hatte größere Schäden, als von den Gutachtern ursprünglich geschätzt wurde – sind sämtliche Bauabläufe durcheinandergewirbelt worden. Nun muss laut Stadtverwaltung der Bauablauf angepasst werden, was nochmals zu einer späteren (Teil)Freigabe der Brücke führt. Immerhin: „Die massiven Korrosionsschäden an der Brücke sind behoben“, sagt der Leiter des Fachbereichs Hoch- und Tiefbau, Alexander Bagnewski. Teilweise würden Arbeiten noch während der Tätigkeiten am Überbau der Straßenbrücke erfolgen.

Konkret betroffen von den enormen, nicht absehbaren Schäden war die Mittelstütze zwischen den Bahngleisen. Wegen ihrer Lage im Gleisbereich der Bahn sei die Ausführung der nötigen Arbeiten sehr kompliziert und nur unter erschwerten Bedingungen möglich gewesen. Alle Arbeiten, die stets mit viel Vorlauf hätten vorbereitet werden müssen, seien überwiegend nur in der Nacht in den Sperrpausen von vier Stunden machbar gewesen. Um die Arbeitssicherheit zu gewährleisten, wurden dafür sogar die stromführenden Bahnoberleitungen auf den Gleisen 52 und 53 abgeschaltet.

Straße zum neuen Kreisel muss fertig werden

Als Nächstes wird am Stahltragwerk der Korrosionsschutz wiederhergestellt, außerdem erfolgen Stahlbau- und Betonierarbeiten am Überbau und an den Kappen der Brücke, die dann später die Fahrbahn und den Rad-Gehweg bilden.

Im Zuge der Sanierung wird auch die Straße zwischen der Brücke und dem geplanten Kreisverkehr beim neuen Lidl erneuert. Ursprünglich sollte dies passieren, sobald die Arbeiten an der Brücke abgeschlossen sind. Nun brausen Fahrzeuge erst wieder drüber, nachdem auch die Straße auf Vordermann gebracht wurde. Täglich fahren mehr als 6000 Fahrzeuge über die Brücke, die die Zufahrt von Stuttgart-Weilimdorf ist.

Erneuerung der Straße wird ebenfalls teurer

Aus dem Bauamt heißt es, um weitere Verzögerungen zu vermeiden und zugleich mögliche Synergieeffekte ausnutzen zu können, sei eine zeitgleiche Ausführung der Straßenbauarbeiten mit den Arbeiten an der Brücke unumgänglich. Das klappe jetzt nur noch mit dem Unternehmen, das bereits mit der Sanierung der Brücke beauftragt sei. Auch das kostet die Kommune mehr als kalkuliert, etwa 320 000 statt rund 208 000 Euro. Gleichwohl entspreche das Angebot dem Markt und damit einem wirtschaftlichen Preis, so die Verwaltung. Die Mehrkosten seien die Folge allgemeiner Preissteigerungen am Bau, der guten Auftragslage und massiver Materialkostenerhöhungen.

Anfang 2018 verlas Alexander Bagnewskis Vorgängerin zur Straßenbrücke eine lange Mängelliste. Der Gemeinderat beschloss daraufhin, das Bauwerk so instandzusetzen und zu verstärken, dass es weitere 75 Jahre befahrbar bleibt.




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