Marodes Dienstgebäude in Stuttgart Feuerwehr kämpft gegen Wasser in eigener Wache

Hier kämpft die Feuerwehr gegen die Wassermassen in der eigenen Wache. Foto: /privat
Hier kämpft die Feuerwehr gegen die Wassermassen in der eigenen Wache. Foto: /privat

Schimmel an der Decke, Wasserwannen auf dem Boden: Das sind die Arbeitsbedingungen der Degerlocher Feuerwehr.

Lokales: Armin Friedl (dl)

Stuttgart - So wirklich traut sich keiner der 100 Feuerwehrleute aus der Deckung, die in der Stuttgarter Feuerwehr- und Rettungswache Fünf im Degerlocher Industriegebiet Tränke ihren Dienst verrichten. Heute gibt es ja auch viele andere gute Kommunikationsmöglichkeiten, bei denen nicht der Bote, sondern die Botschaft im Mittelpunkt steht, etwa Whatsapp. Da tauschen sich viele per Foto oder Video aus, was sie so alles machen in Beruf und Freizeit.

Die Einsatzfotos der Stuttgarter Feuerwehrleute von der Wache 5 sind auf dieser Plattform besonders gefragt. Denn da sind sie nicht nur bei Notfall-Einsätzen zu sehen, sondern bei Rettungsmaßnahmen in eigener Sache: Es geht bei diesen Videos und Fotos vor allem darum, den eigenen Arbeitsplatz so betriebsfit wie möglich zu halten, denn der ist schon ganz ordentlich marode. Besonders das Flachdach bereitet große Probleme, das ist nun schon extrem wasserdurchlässig.

Neubau ist frühestens in neun Monaten bezugsfertig

Die Sache ist natürlich pikant: Da gibt es ja schon den Neubau für den neuen Standort der Wache 5 am Ortsrand von Möhringen. Und nach dem Stand der Dinge soll der wie geplant im November dieses Jahres bezugsfertig sein. Doch bis dahin vergehen noch neun Monate, in denen eben auch im derzeitigen Bau noch einigermaßen erträgliche Arbeitsbedingungen herrschen müssen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Arbeitsplätzen gibt es zur Berufsfeuerwehr einen großen Unterschied: Wenn die Feuerwehrleute Dienst haben, dann bedeutet das 24-Stunden-Präsenz. Das heißt: Sie sind entweder im Einsatz. Oder sie sind einsatzbereit auf der Wache. Und das nicht nur im engeren Umfeld, sondern bevorzugt im ganzen Filderraum. Das heißt: Sie schlafen dort auch beziehungsweise ruhen sich aus.

Mindeststandards sollten da schon bewahrt bleiben: Etwa schimmelfreie Zimmer, die auch nicht den Eindruck einer Tropfsteinhöhle vermitteln. Denn Eimer reichen nicht mehr, um das durchfließende Wasser aufzufangen, inzwischen sind schon Wannen auf den Gängen oder in den Zimmern zu sehen, um das Wasser vom Dach einzufangen. Um dagegen vorzugehen, gibt es natürlich klassische feuerwehrliche Tätigkeiten: Wasser absaugen etwa. Oder größere Flächen abdichten. Aber die Feuerwehren sind vor allem Retter, nicht Handwerker, die danach wieder grundsolide Gebäude errichten.

Container auf dem Betriebsgelände

Und es hat sich ja auch was getan: Inzwischen stehen zehn Wohncontainer auf dem Betriebsgelände. Eine Lösung ist das aber nicht für neun weitere Monate. Zum einen benötigen die viel Platz auf dem eh schon engen Betriebsgelände, zum anderen kann man solch eine Feuerwehrwache nicht komplett containern, denn zum Betrieb solch einer Alarmeinrichtung gehört heute auch viel Elek­tronik, die empfindlich reagiert auf Feuchtigkeit. Die Degerlocher Feuerwehrleute hoffen, dass sie nicht erst in frühestens neun Monaten akzeptable Arbeitsbedingungen bekommen, auch, um die auswärtigen Kollegen mit anderen Fotos begeistern zu können.

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