Stuttgart - Der Maschinenbauer Gehring aus Ostfildern ist insolvent. Der entsprechende Antrag für die deutschen Gesellschaften wurde beim Amtsgericht Stuttgart gestellt, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Deutschlandweit betroffen sind 624 Mitarbeiter. Davon sind mehr als 360 Beschäftigte am Stammsitz Ostfildern tätig. Gehring hat ebenfalls Niederlassungen in Naumburg an der Saale und Wernigerode, beide in Sachsen-Anhalt. Die Löhne und Gehälter sind im Rahmen des vorläufigen Insolvenzverfahrens für die nächsten Monate abgesichert. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Stuttgarter Anwalt Tibor Braun bestellt. Die Gehring-Gesellschaften im Ausland sind von der Insolvenz nicht betroffen.
Das Geschäft läuft weiter
Der Geschäftsbetrieb werde trotz Insolvenzantrag uneingeschränkt fortgeführt, die Lieferfähigkeit sei weiterhin in vollem Umfang für bestehende und neue Aufträge gegeben, steht in der Mitteilung. Warum das Unternehmen Insolvenz anmelden musste, ist der Mitteilung aber nicht zu entnehmen. Wie zu hören ist, lag es an der Finanzierung. Die bestehende Finanzierung sei ausgelaufen, eine Einigung nicht erzielt worden. Anscheinend hat es dabei nicht nur an den Banken gelegen, sondern auch an den Gesellschaftern. Gehring hängt an der Autoindustrie; konkret am Antriebsstrang.
Die rückläufige Entwicklung im Geschäft mit der Produktionstechnik für Verbrennungsmotoren sowie die drastischen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie seien frühzeitig durch Strukturanpassungen angepackt worden, steht in der Mitteilung. So wurden in den vergangenen Jahren neue Produkte rund um E-Mobilität und Lasertechnologie entwickelt. Vor diesem Hintergrund werde die Geschäftsleitung nun gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter das Unternehmen neu aufstellen – die Chancen dafür beurteile sie als gut.