Im Pilz-Stammsitz in Ostfildern befindet sich auch ein Produktionswerk. Foto: Pilz
Nach Rekordjahren bis 2023 kämpft Pilz mit massivem Umsatzrückgang. Nun folgen die ersten Kündigungen – ein Novum für das Familienunternehmen in Ostfildern.
Frederic Feicht
09.04.2026 - 16:18 Uhr
Die wirtschaftliche Talfahrt des Ostfilderner Familienunternehmens Pilz hat jetzt Konsequenzen für die Belegschaft: „Beim Automatisierungsunternehmen Pilz werden in Deutschland in den nächsten Monaten etwa 137 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sozialverträglich ausscheiden“, teilt ein Unternehmenssprecher mit. Die Mitarbeiter seien im Februar informiert worden. „Die anhaltend schlechte konjunkturelle Situation in Deutschland und Europa zwingt Pilz dazu, jetzt Stellen abzubauen“, heißt es zu den Gründen. Betroffen seien alle Bereiche und Standorte von Pilz in Deutschland. Wie viele Kündigungen den Hauptsitz Ostfildern betreffen, dazu wolle man keine Angaben machen. Insgesamt seien zum 31. März dieses Jahres 1079 beim Unternehmen in Deutschland beschäftigt gewesen.
Nach Unternehmensangaben sei es das erste Mal, „dass Pilz einen sozialverträglichen Abbau durchführen muss. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren alles getan, um die Arbeitsplätze zu sichern.“
Umsatz von Pilz im Jahr 2024 stark gesunken
Gemeinsam hätten Geschäftsleitung und Betriebsrat eine sozialverträgliche Lösung zur Umsetzung gefunden. „Details dazu geben wir nicht bekannt“, so das Unternehmen. Schon seit zwei Jahren kämpft das Unternehmen nach eigenen Angaben mit „der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Lage“, der es jetzt Rechnung zu tragen gelte. Im vergangenen Jahr hat sich die geschäftsführende Gesellschafterin Susanne Kunschert noch optimistisch gezeigt, dass man ohne Kündigungen oder Abfindungsprogramme durch die Krise komme. Sie leitet das Familienunternehmen gemeinsam mit ihrem Bruder Thomas Pilz. Man kämpfe darum, die Mitarbeitenden zu halten, hatte Kunschert im Mai 2025 gesagt. Aber schon zu dieser Zeit sind keine Stellen nachbesetzt worden, die beispielsweise durch Renteneinstiege frei geworden waren.
Susanne Kunschert und Thomas Pilz Foto: Pilz
Im Jahr 2024 ist der Umsatz des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent auf 341 Millionen Euro gesunken. Die Mitarbeitenden waren in Kurzarbeit. Das Jahr 2023 war für Pilz noch ein Rekordjahr gewesen – wie auch die beiden Jahre zuvor.
Nachfrageschwäche im Maschinenbau trifft Pilz besonders hart
„Auch im Jahr 2025 war das Unternehmen mit der Schwäche der weltweiten Absatzmärkte und insbesondere der anhaltenden Nachfrageschwäche sowie mit Unsicherheiten im Maschinenbau konfrontiert“, teilt ein Sprecher mit. Die genauen Zahlen zum Geschäftsjahr 2025 seien noch nicht veröffentlicht. Der Maschinenbau sei ein Kernmarkt für Pilz. Diese Entwicklung treffe Pilz daher besonders hart.