Massensturz beim Riderman 38 Personen schwer verletzt in Kliniken - Bürgermeister spricht nach Unfall

Ein Großaufgebot an Rettungskräften eilte an den Ort des Massensturzes im Rahmen des Riderman in Bad Dürrheim. Foto: Roland Sprich

Beim 25. Riderman in Bad Dürrheim ist es am Sonntagmorgen zu einem verhängnisvollen Unfall gekommen, als ein Teilnehmer stürzte. Pressekonferenz dazu am Nachmittag.

Es sollte der krönende Abschluss eines tollen und bis dato reibungslos verlaufenden dreitägigen Radevents werden, es endete in Blut, Tränen und mit zahlreichen Verletzten. Beim 25. Riderman in Bad Dürrheim ist es am Sonntagmorgen zu einem verhängnisvollen Unfall gekommen, als ein Teilnehmer stürzte und Dutzende weitere Radfahrer dadurch ebenfalls zu Fall kamen. Zahlreiche Zuschauer sahen den verheerenden Sturz über die Live-Übertragung auf der Großleinwand auf der Veranstaltungsfläche.

 

Der Tag verlief nach einem Bericht des Schwarzwälder Boten zunächst wie geplant. Die Bundesligafrauen und- Juniorinnen waren bereits auf der Strecke, die Jedermänner und -frauen folgten in zeitlichem Abstand. Das Rennen lief knapp sieben Minuten. Rund 1300 Radsportler haben den Start hinter sich gebracht und die Rennstrecke in Richtung Hirschhalde verlassen. Nach dem leichten Anstieg, bei dem sich bereits die ersten Fahrer vom übrigen Feld absetzten, erholten sich die Fahrer bei der leicht abschüssigen Abfahrt nach Sunthausen.

Sturz in einer Linkskurve

Auf der K 7505 zwischen Sunthausen in Richtung Biesingen dann das Unglück; bei rund 70 Stundenkilometern Geschwindigkeit kam es nach Angaben der Polizei in einer Linkskurve aufgrund eines Fahrfehlers zu einem Sturzgeschehen, in dessen Folge es zu einer verhängnisvollen Kettenreaktion kam und Dutzende dahinter fahrende Teilnehmer ebenfalls stürzten. Aufgrund des ersten Sturzgeschehens kam es wenige Meter weiter hinten durch die Aufstauung zu einem weiteren Sturzgeschehen.

Aufgrund der Situation wurde ein Großeinsatz für die Rettungskräfte ausgelöst. Dutzende Rettungswagen, mehrere Notärzte und vier Rettungshubschrauber, unter anderem aus der Schweiz, eilten an die Einsatzstelle, um die Verletzten zu versorgen.

Mehrere Verletzte standen oder saßen an den Straßenrändern, viele hatten Platzwunden, Schürfwunden und Prellungen und zerrissene Trikots. Der Schreck stand den verunfallten Fahrern ins Gesicht geschrieben. „Wir lagen übereinander, in Dreier- und Viererreihen“, schilderte ein Fahrer, der den Unfall mit leichteren Blessuren überstanden hat.

Das Rennen wurde zunächst fortgesetzt, die Gruppe Radfahrer, die sich vor dem Sturzgeschehen befand und von dem Massensturz gar nichts mitbekommen hatte, sowie die Radfahrer, die dem Unfallgeschehen rechtzeitig ausweichen konnten, wurden erst später über den Rennabbruch in Kenntnis gesetzt.

Rund 70 Verletzte

Nach offiziellen Angaben wurden bei dem Massensturz rund 70 Personen verletzt. Davon etwa 20 schwer, 25 weitere leichter. Sie wurden mit Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser gebracht. Weitere rund 30 Personen hielten sich laut Polizeiangaben leicht verletzt im Umfeld der Unfallstelle auf.

Am Start- und Zielpunkt in Bad Dürrheim löste der Unfall große Bestürzung auf. Spätestens, als eine Vielzahl der leichter verletzten Personen mit Kranken- und Rettungsfahrzeugen in das Haus des Gastes gebracht wurde, war klar, dass der Massensturz schlimmere Auswirkungen für die betroffenen Fahrer hatte als zunächst angenommen. Die Veranstalter reagierte denn schnell und umsichtig. Neben dem Rennen wurden auch alle für den Tag angesetzten Siegerehrungen abgesagt. „Ich denke, es ist niemandem zum Feiern zumute“, so die Bühnenmoderatorin.

Die Pressekonferenz

In einer am Nachmittag anberaumten Pressekonferenz sprach Bürgermeister Jonathan Berggötz den Verletzten Genesungswünsche aus. „Wir sind geschockt und wünschen, dass sich die Verletzten von dem Schock und den Verletzungen erholen.“ Sein besonderer Dank galt den zahlreichen Rettungskräften. „Es war beeindruckend zu sehen, wie schnell die Rettungskette funktioniert“, sagte er angesichts der schnellen und zahlreichen Hilfe von Rotem Kreuz und Malteser sowie der Feuerwehr Bad Dürrheim.

Wie der Organisatorische Leiter des Rettungsdienstes, Dirk Sautter, sagte, „lautete der erste Notruf, dass es zehn verletzte Fahrradfahrer gibt. Während der Anfahrt wurde die Zahl auf 20 Verletzte korrigiert.“ Die Einsatzlage sei zunächst sehr dynamisch gewesen. „Ich habe in meiner Laufbahn keine Einsatzlage erlebt, die sich so dynamisch entwickelt hat.“

Auch Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Foto: Roland Sprich

Zum Schluss mussten 38 Patienten in Kliniken transportiert werden.“ Insgesamt seien 26 Rettungs- und 25 Sanitätsfahrzeuge sowie vier Rettungshelikopter im Einsatz gewesen.

Rik Sauser von Sauser Event, die den Riderman im 25. Jahr organisierten, war ebenfalls sichtlich mitgenommen von dem Unfall. „Es ist uns bewusst, dass Radsport eine gewisse Gefahr mit sich bringt. Stürze gehören im Radsport dazu.“ Dennoch sei der Unfall sehr dramatisch und schlimm. Froh sei Sauser, dass es keine Schwerstverletzungen zu beklagen gibt.

Der Unfall ist gleich am Beginn des Rennens passiert, als das Fahrerfeld noch dicht beieinander lag. Er selbst hat den Unfall gar nicht mitbekommen, weil er in einem der Führungsfahrzeuge bereits an der Stelle durch war.

Stephan Spohrer, der als Leitender Notarzt vor Ort den Einsatz koordinierte, sagte, dass 38 Personen mit schweren Verletzungen in Kliniken transportiert werden mussten. „Davon waren 20 mittelschwer verletzt, das waren Frakturen und Weichteilverletzungen wie Schürfwunden. 17 weitere Patienten wurden leichter verletzt in überregionale Kliniken gebracht.

Wie viele Personen letztendlich tatsächlich verletzt wurden, lasse sich nicht genau beziffern. „Manche sind weitergefahren oder haben sich nicht in Kliniken begeben.“

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