„Ich habe schon einige Rennen bestritten, die aufgrund eines Sturzes neutralisiert oder abgebrochen wurden. Doch noch nie, zum Glück, einen solchen Massensturz, an dem rund 70 Fahrerinnen und Fahrer verletzt wurden und vier Rettungshubschrauber im Einsatz waren“, dankt der Offenburger (BIKE AID Development Team) zunächst allen Rettungskräften, wie der Schwarzwälder Bote berichtet. „Im Starterfeld waren zudem zwei Ärztinnen, die erste Hilfe geleistet haben. Das war sehr wichtig.“
Herr Müller, Sie waren das erste Mal in Bad Dürrheim beim RiderMan?
Das ist richtig. Ich habe gesehen, dass es noch Startplätze gibt. Dann habe ich zusammen mit meiner Freundin Marie Baars gemeldet. Ich wusste ja, dass es ein geiles und super organisiertes Event ist. Für Marie war es das erste Rennen dieser Art und mit dieser Streckenlänge. Es war klar, dass es vor allem um den Spaß geht, weniger um den sportlichen Wettbewerb.
Für Sie ging es dann bereits am Freitag mit dem Einzelzeitfahren los.
Genau. Und für mich lief es echt gut. Ich habe mich lange in den Top 15 gehalten. Am Ende sprang Platz 34 heraus. Damit war ich echt zufrieden.
Am Samstag warteten dann gut 110 Kilometer auf der Straße.
Da war dann auch meine Freundin dabei. Sie ist davor noch nie über 80 Kilometer am Stück gefahren. Ich und auch Andreas Mayr, den ich sehr gut kenne, wollten schnell in die vorderen Reihen. Am Ende hat er sich aber noch etwas abgesetzt von mir Ich wurde dann als 82. gewertet. Viel wichtiger war, dass meine Freundin die 110 Kilometer geschafft hat. Das war toll.
Es folgte die dritte und letzte Etappe am Sonntag. 90,80 Kilometer und 1213 Höhenmeter waren vorgesehen.
Ja, und dies bei traumhaftem Wetter. Dazu war es der Geburtstag von Andreas Mayr. Man hat schon gemerkt, dass im Feld eine gewisse Nervosität herrscht. Unser Ziel war es auch deshalb, wieder schnell nach vorne zu kommen. Dies haben wir auch geschafft. Wir haben dann auch die Abfahrt ohne Probleme bewältigt, es war für uns ein ganz normaler Rennverlauf.
Doch wenig später folgte auf diesen abschüssigen Straße in einer Linkskurve der folgenschwere Crash.
Von dem haben wir vorne zunächst überhaupt nichts mitbekommen. Wir sind einfach nur unser Rennen gefahren. Als ich dann aber nach hinten schaute, war es komisch, dass hinter uns eine große Lücke war. Zu so einem frühen Zeitpunkt des Rennens war dies außergewöhnlich. Dann hat Jakob Huschle, der Sieger der zweiten Etappe vom Samstag, uns informiert, dass irgendetwas passiert sein muss. Da habe ich mir aber nicht viel dabei gedacht. Passieren kann immer was bei Radrennen, Stürze gehören bei uns dazu. Leider auch schwere.
Wann haben Sie dann mitbekommen, dass es einen Massensturz mit sehr vielen Verletzten gegeben hat und das Rennen abgebrochen ist?
Wie gesagt, es hat echt gedauert, bis das ganze Ausmaß klar war. Letztendlich war es dann bei der Bergwertung so weit. Da habe ich auch kurz mit Veranstalter Rik Sauser gesprochen, der sichtlich geschockt war. Wir sind dann mit einem Begleitfahrzeug und einem Begleitmotorrad ganz langsam nach Bad Dürrheim zurückgefahren.
Sie verfügen ja über viel Erfahrung, fuhren im vergangenen Jahr noch für eine UCI Continental-Mannschaft. Haben Sie so einen Massensturz schon erlebt?
Nein. Aber natürlich war ich schon in Radrennen dabei, die neutralisiert oder abgebrochen wurden. Aber so einen Massensturz noch nie. Ich hoffe, dabei bleibt es auch.
Ihrer Freundin ist zum Glück ja auch nichts passiert. Wie hat Sie den Sturz mitbekommen?
Sie war in einer hinteren Gruppe, die nicht in den Sturz verwickelt war. Wir waren sehr erleichtert, dass es uns beide nicht erwischt hat. Wir haben uns dann in Bad Dürrheim wiedergetroffen und sind noch eine Weile dageblieben. Gegen 18 Uhr waren wir wieder in Offenburg,
Wenn 2026 der nächste Riderman stattfindet, sind Sie wieder in Bad Dürrheim dabei?
Auf jeden Fall. Das ist eine megageile Veranstaltung, die einfach auch super organisiert ist. Wir kommen wieder.
Zur Person
Maximilian Müller kommt aus Offenburg, startet in diesem Jahr für das BIKE AID Development Team. Vor allem Kriterien und Bundesliga-Rennen stehen in seinem Rennkalender, aber auch die eine oder andere Rundfahrt bestreitet der 24-Jährige.