Expertin gibt Tipps Schneller Karriere – mit Master oder Bachelor?

Bachelor oder Master? Diese Frage stellen sich viele junge Menschen. Foto: KI/Midjourney/Montage: Sebastian Ruckaberle

Nach dem Bachelor direkt ins Berufsleben einsteigen oder doch noch den Master machen? Was lohnt sich wirklich, wenn es um Geld und Karriere geht?

Wirtschaft: Imelda Flaig (imf)

Nach dem Bachelor-Abschluss noch den Master draufsetzen oder gleich ins Berufsleben einsteigen? Die Antwort auf diese Frage hängt vor allem von den eigenen beruflichen Zielen, aber auch von der Branche ab, in der man arbeiten möchte. Was man bedenken sollte und warum beim Gehalt die Antwort eindeutig ausfällt.

 

„Monetär zahlt sich der Master aus“, sagt Anna Wittich, Arbeitsmarktexpertin der Jobplattform Stepstone – vor allem am Anfang der Karriere. Bei Berufseinsteigern mit Master-Abschluss liegt das Mediangehalt mit rund 72.750 Euro um gut zehn Prozent höher im Vergleich zum Bachelorgehalt mit 66.000 Euro, zeigt der aktuelle Gehaltsreport 2026 von Stepstone, der im Januar erschienen ist. Das Mediangehalt ist der Wert, der die Gehaltsbezieher in zwei gleich große Gruppen teilt: Die eine Hälfte verdient mehr, die andere Hälfte weniger. Das Mediangehalt ist damit aussagekräftiger als der Durchschnitt, der durch wenige sehr hohe oder niedrige Einkommen verzerrt wird.

Gehaltsunterschiede Master und Bachelor

Auch langfristig bleiben die Gehaltsunterschiede, wenngleich sie mit langjähriger Berufserfahrung geringer werden. Ein Bachelor mit über 25 Jahren Berufserfahrung kommt etwa auf ein Jahresgehalt von 85.000 Euro, ein Master auf 90.000 Euro.

„Ein Master-Abschluss wirkt als Startvorteil, aber nicht als Dauer-Garant“, sagt Wittich. Langfristig habe Berufserfahrung stärkeren Einfluss aufs Gehalt als ein weiterer Abschluss. Faktoren wie die tatsächliche Leistung, die übernommene Verantwortung, sowie Branchenwechsel und Verhandlungsgeschick spielten eine Rolle.

nicht nur ans Gehalt, sondern ganzheitlich und langfristig zu denken
Stepstone-Arbeitsmarktexpertin Anna Wittich: Nicht nur ans Gehalt denken. Foto: Stepstone

Wer direkt ins Berufsleben einsteigt, verdient zwar früher, ist aber auch schneller in Strukturen eingebunden. Ein Master gebe zwei weitere Jahre Flexibilität, um sich auszuprobieren, ins Ausland zu gehen, sich zu spezialisieren, sagt sie.

Master ist mit Zeit und Kosten verbunden

Der Master-Abschluss, der nach einem abgeschlossenen Bachelor-Studium in der Regel vier weitere Semester dauert und damit auch mit einem hohen Zeit- und Kostenaufwand verbunden ist, verspricht neben einem besseren Gehalt höhere Karrierechancen, die Möglichkeit zur Promotion und die Vertiefung des Fachwissens, heißt es auch in einer Studie des Finanzdienstleisters MLP. In manchen Bereichen wie etwa Lehramt, Medizin, Psychologie, Naturwissenschaften oder Technik sei der Master oft Voraussetzung. In anderen Bereichen wie etwa bei Geistes- und Sozialwissenschaften zählten vor allem aber praktische Erfahrungen, weshalb ein höherer Abschluss dort meist keine Auswirkungen auf Gehalt und Aufstiegschancen hätte.

„Karrieren sind auch ohne Master möglich“, sagt auch Arbeitsmarktexpertin Wittich. Ihrer Meinung nach ist der „Master ein Verstärker, kein Muss“. Er könne den Einstieg erleichtern, Türen zu bestimmten Programmen oder Positionen öffnen und einen schneller voranbringen. Aber er sei keine zwingende Voraussetzung für eine erfolgreiche Laufbahn. In manchen Branchen allerdings, sagt sie, sei der Master Pflicht – etwa in der Forschung, im höheren Management, in der Beratung oder in bestimmten technischen Bereichen. In der IT oder im Marketing dagegen könnten praktische Erfahrungen manchmal wertvoller sein als ein weiterer Abschluss. „Man sollte sich also gut anschauen: Was ist in meiner Branche üblich“, sagt die Expertin.

Zur Zeit sei am Arbeitsmarkt viel Bewegung. Die Nachfrage nach Fachkräften in Ausbildungsberufen sei sehr hoch, gleichzeitig verändere Künstliche Intelligenz (KI) massiv die Arbeitswelt. Manche akademischen Tätigkeiten würden automatisiert, während andere – gerade im Tech-Bereich oder in der KI-Entwicklung selbst – gefragt seien und Spitzengehälter zahlten. „Welcher Abschluss sich lohnt, hängt heute mehr denn je davon ab, für welches Berufsfeld man sich entscheidet und wie zukunftssicher dieses Feld ist“, sagt Wittich.

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