Knapp sechs Monate war Matthias Maurer auf der ISS. Nun hat seine Rückkehr zur Erde begonnen. Die Reise in einer „Crew Dragon“-Kapsel dauert knapp 24 Stunden – und dürfte anstrengend werden.

Nach rund einem halben Jahr im All ist der deutsche Astronaut Matthias Maurer auf dem Weg zurück zur Erde. Maurer und drei US-Kollegen dockten am Donnerstagmorgen an Bord einer „Crew Dragon“-Kapsel von der Internationalen Raumstation ISS ab, wie auf Live-Bildern der US-Raumfahrtbehörde Nasa zu sehen war.

Am Freitagmorgen deutscher Zeit soll die Kapsel im Meer vor der Küste des US-Bundesstaats Florida landen. Am späten Freitagabend wird Maurer, wenn alles nach Plan läuft, zurück in Deutschland erwartet. Er soll am militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn landen.

Der 52-jährige Saarländer war am 11. November 2021 mit seinen drei Crew-Kollegen zum Außenposten der Menschheit gereist. Der Esa-Astronaut war der zwölfte Deutsche im Weltall. „Es waren sechs herausragende Monate hier auf der Raumstation“, hatte Maurer bei einer offiziellen Verabschiedungszeremonie an Bord der ISS gesagt. „Es ist das Ende einer sechsmonatigen Mission, aber der Weltraum-Traum lebt weiter.

Reiter erwartet anstrengende Reise

Matthias Maurer muss sich beim Rückflug auf eine anstrengende Reise einstellen. „Wenn die Raumkapsel die Wasseroberfläche berührt, wird die Crew sehr eindeutig spüren, dass sie wieder auf der Erde ist“, sagte der Astronaut Thomas Reiter (63) der Deutschen Presse-Agentur. Man spüre nach einem halben Jahr in der Schwerelosigkeit jede kleine Bewegung. „Man ist schon überrascht, wie schwer sich Arme und Beine plötzlich anfühlen.“

Reiter war 2006 der erste Deutsche auf dem Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde. Es war seine zweite Mission – 1995 war Reiter zur russischen Station Mir geflogen und später in Kasachstan gelandet.

„Dieser Ausblick wird nie langweilig“

„Ich hatte nach der Landung mit der Sojus-Kapsel etwa 30 Minuten lang ein mulmiges Gefühl. Schnelle Kopfbewegungen habe ich, so gut es geht, vermieden“, sagte Reiter. „Manchem ist nach der Rückkehr etwas übel wie bei einer Seekrankheit, andere haben weniger Probleme.“ Das nehme man aber hin. „Man freut sich, wieder auf der Erde zu sein.“

Die Tage vor der Rückkehr seien intensiv, meinte er. „Die letzten Blicke auf die Oberfläche sind besonders wertvoll. Unser Planet sieht von oben so wunderschön aus. Dieser Ausblick wird nie langweilig.“

Die bemannte Raumfahrt hält Reiter für unverzichtbar. „Die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus dem All sind Mosaiksteine für die Forschung auf der Erde. Sie bringen uns weiter, ob in Medizin, Biologie oder Materialkunde.“ Die Resultate brächten ein besseres Verständnis etwa bei der Blutdruckregulierung, der Knochendichte oder dem Immunsystem. „Und es gilt, junge Menschen für Naturwissenschaften zu begeistern. Und das hat Matthias Maurer toll gemacht.“ Maurer von Europas Raumfahrtbehörde Esa war der vierte Deutsche auf der ISS.

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