Mönsheim muss in diesem Jahr 23,5 Millionen Euro für Finanzausgleich und Kreisumlage zahlen. Woher das Geld kommt und welche Folgen das hat.

Das dicke Ende kommt zum Schluss. Mit dieser Binsenweisheit hat auch der Mönsheimer Haushalt diesem Jahr. Dass die knapp 3000 Einwohner zählende Kommune Zahlungen in Höhe von rund 23,5 Millionen Euro für den Finanzausgleich und als Kreisumlage nicht aus entsprechenden Einnahmen erwirtschaften kann, ist offensichtlich. Denn die massiven Gewerbesteuereinnahmen aus den Vorjahren, die die Ursache für diese hohen Abgaben sind, sprudeln bekanntermaßen längst nicht mehr so üppig. Waren es 2023 stolze 24,4 Millionen, 2024 sogar 40 Millionen Euro, so sind diese Beträge längst wieder auf Normalniveau geschrumpft.

 

Für dieses Jahr rechnet der Kämmerer Andreas Scheytt mit Einnahmen aus der Gewerbesteuer von den örtlichen Betrieben, zu denen auch das Porsche-Entwicklungszentrum gehört, in Höhe von 3,8 Millionen. Die jetzt anfallenden hohen Umlagezahlungen kann die Gemeinde nur durch die in den guten Jahren aufgebauten Rücklagen ausgleichen.

Die Kommune muss sparen – auch, weil Porsche nicht mehr liefert wie gewohnt

Auch in den beiden kommenden Jahren werde es gelingen, den Haushalt auszugleichen, prognostiziert der Kämmerer. Sollte sich die Einnahmesituation dann aber nicht verbessern, müsse wahrscheinlich 2029 ein Darlehen aufgenommen werden. Es bleibe daher wichtig, Einsparmöglichkeiten zu nutzen und die Einnahmesituation zu verbessern.

Auch dank der Porsche-Gewerbesteuereinnahmen konnte Mönsheim Rücklagen bilden. Foto: Simon Granville

Rund 4,6 Millionen Euro will die Kommune in diesem Jahr für Investitionen ausgeben. Dazu gehören etwa die weitere Sanierung des Feuerwehrmagazins, die Sanierung des Schulhofs, der Neubau einer Treppe zur Schule, die Sanierung von Wirtschaftswegen im Außenbereich und des historischen Diepoldsturms im Ortskern neben dem Rathaus. Auch für die kommenden drei Jahre stehen große Projekte an. So sind 10,5 Millionen Euro für zusätzliche Angebote für die Kinderbetreuung eingeplant, sprich die Gemeinde will eventuell einen neuen Kindergarten bauen oder eine bestehende Einrichtung erweitern. Außerdem müssen die beiden Sporthallen saniert werden.

Nach der nahezu einstimmigen Verabschiedung des Zahlenwerks bei Enthaltung der Bürgermeister-Stellvertreterin Margit Stähle bedankte sich Ratsmitglied Joachim Baumgärtner (UBLM), der auch zweiter ehrenamtlicher Stellvertreter des Bürgermeisters ist, beim Kämmerer und seinem Team für die Ausarbeitung des Haushaltes und bei den beiden anderen Fraktionen FWG und ML für die intensiven, aber in der Summe sehr konstruktiven öffentlichen Vorberatungen. Seine Fraktion begrüße es, „dass die Gemeindeverwaltung gemeinsam mit dem Gemeinderat den Kurs in Richtung Zukunft hält.“