Mauserstraße in Stuttgart-Feuerbach Entwürfe für eine neue Moschee vorgestellt

Von Torsten Ströbele 

Der Stuttgarter Ditib-Verein wird bald entscheiden, wie das Areal an der Mauserstraße künftig aussehen soll. 2019 soll die neue Moschee fertig sein. Danach soll auf jeden Fall noch ein neues Verwaltungszentrum gebaut werden.

Direkt an der Mauserstraße (r.) soll eine neue Moschee, ein Verwaltungsgebäude und vielleicht auch ein Kongresszentrum gebaut werden. So sieht der Entwurf des Büros SL Rasch aus, der bei den Mitgliedern des Stuttgarter Ditib-Vereins gut angekommen ist. Foto: Ströbele 9 Bilder
Direkt an der Mauserstraße (r.) soll eine neue Moschee, ein Verwaltungsgebäude und vielleicht auch ein Kongresszentrum gebaut werden. So sieht der Entwurf des Büros SL Rasch aus, der bei den Mitgliedern des Stuttgarter Ditib-Vereins gut angekommen ist. Foto: Ströbele

Stuttgart-Feuerbach - Fünf Entwürfe und ein kleiner Favorit: Seit Monaten möchte der Verein Ditib türkisch-islamische Gemeinde zu Stuttgart eine neue Moschee in Feuerbach bauen lassen. Fünf Architekturbüros haben sich mittlerweile mit dem rund 8400 Quadratmeter großen Areal an der Mauserstraße beschäftigt, auf dem auch ein neues Gemeindezentrum entstehen soll.

Vor wenigen Tagen wurden die verschiedenen Pläne zum ersten Mal den Mitgliedern der Gemeinde gezeigt. „Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Wir werden nun alle Architekten zu uns einladen, damit sie uns ihre Konzepte im Detail vorstellen können“, sagt der Vereinsvorsitzende Ismail Cakir. Vor den Sommerferien soll dann klar sein, welchen Entwurf man verwirklichen möchte. Die Resonanz auf die vorliegenden Modelle sei bei den Mitgliedern sehr gut gewesen, ergänzt Cakir. Vor allem habe aber das moderne Konzept einer Moschee der Architekten der Firma SL Rasch beeindruckt, betont die stellvertretende Vorsitzende Özlem Giritlioglu.

Das Büro hat sich auf innovative Gebäude und Leichtbaustrukturen spezialisiert. Die Mitarbeiter entwerfen überwiegend textile Sonnenschirme, Zeltdächer und Kuppeln. Ihre Arbeiten kommen zum Beispiel an einem der heiligsten Orte des Islam zum Einsatz, an der Moschee des Propheten Muhammad in Medina. SL Rasch hat auch die Uhr für den Mecca Royal Hotel Clock Tower konstruiert.

Die neue Moschee soll 2019 fertig sein

Aber auch die anderen Architekturbüros haben einige Vorzeigeprojekte vorzuweisen wie zum Beispiel die Firma id architekten. Das Team um Saban und Mustafa Yazici sowie Michael Verheyen hat unter anderem das islamische Gemeindehaus mit Moschee in Schorndorf gebaut.

Egal, wer am Ende in Feuerbach den Zuschlag bekommt: Ismail Cakir freut sich auf jeden Fall schon auf das neu bebaute Areal. Anfang der 1990er Jahre habe man das Grundstück an der Mauserstraße gekauft. Die Gebäude seien in die Jahre gekommen. Sie stammen aus den 1930er Jahren, sagt der Vereinsvorsitzende. Die Moschee sei mittlerweile auch zu klein. Nur etwa 1200 bis 1300 Besucher würden dort Platz finden. Die neuen Räume sollen für 2000 Gläubige ausgelegt sein. Cakir geht davon aus, dass es nach dem Einreichen des Baugesuchs etwa ein Jahr dauern wird, bis man eine Baugenehmigung erhalte. Weitere ein bis zwei Jahre sind für die Bauarbeiten veranschlagt. 2019, so ist das Ziel, soll die neue Moschee eingeweiht werden.

Wie das Areal an der Mauserstraße dann in einigen Jahren im Detail aussehen wird, muss zwar auch noch mit der Stadt Stuttgart besprochen werden. Der Stuttgarter Ditib-Verein könnte sich aber zu der Moschee auch ein Konferenzzentrum und ein Verwaltungsgebäude vorstellen. „Wir brauchen auf jeden Fall mehr Platz, um unser soziales und kulturelles Engagement auszubauen“, sagt Özlem Giritlioglu. In der Gemeinde gebe es viele junge Leute, die etwas machen wollen. Von Hausaufgabenbetreuung über Musikunterricht und Folklorekurse sei alles vorstellbar. Auch Deutschkurse, Handarbeitsgruppen und Hilfe beziehungsweise Unterstützung für Frauen, die eine Ausbildung machen wollen, sollen einen Platz finden. Räume für Kinderbetreuung und Seniorenangebote sowie ein Teehaus für Jugendliche könnten das Angebot abrunden. „Und selbstverständlich sollen unsere Räume jedem offen stehen“, betont Giritlioglu. Das sei unabhängig von Religion und Nationalität.

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