Geplanter Bau in Stuttgart-Feuerbach So sieht das Konzept für die Ditib-Moschee aus

Von Torsten Ströbele 

Das Ditib-Konzept für die Neubauten an der Mauserstraße in Stuttgart-Feuerbach wurde im Gestaltungsbeirat der Stadt gelobt. Höhe des Minaretts, Gestaltung des Außenbereich oder auch Größe des Baus wurden vorgestellt und diskutiert.

Die Gebetsräume sind zu klein und die Gebäude  in die Jahre gekommen. Sie stammen aus den 1930er Jahren. Foto: Archiv  Horst Rudel
Die Gebetsräume sind zu klein und die Gebäude in die Jahre gekommen. Sie stammen aus den 1930er Jahren. Foto: Archiv Horst Rudel

Stuttgart-Feuerbach - Jürgen Bradatsch ist die Freude und Erleichterung anzusehen. Gerade hat der sogenannte Head of Design und Engineering der Firma SL Rasch die Mitglieder des Gestaltungsbeirats vom Entwurf der neuen Feuerbacher Moschee samt zweigeschossigem Gemeindezentrum überzeugt. Die einzige Kritik beziehungsweise Anmerkung, die am Dienstag aus dem Gremium kam, war, dass es im Eingangsbereich vielleicht etwas mehr Grün geben sollte. Ansonsten sparten die sieben externen Fachleute nicht mit Lob.

Im März 2016 sprach der Ditib-Verein in Feuerbach zum ersten Mal mit unserer Zeitung über die konkreten Pläne auf dem rund 8400 Quadratmeter großen Areal an der Mauserstraße. Fünf Entwürfe wurden vorgestellt. Schon damals gab es einen Favoriten, die Firma SL Rasch, die durch ihr modernes Konzept einer Moschee beeindruckte. Das Büro hat sich auf innovative Gebäude und Leichtbaustrukturen spezialisiert. Die Mitarbeiter entwerfen überwiegend textile Sonnenschirme, Zeltdächer und Kuppeln. Ihre Arbeiten kommen zum Beispiel an einem der heiligsten Orte des Islam zum Einsatz, an der Moschee des Propheten Muhammad in Medina. SL Rasch hat auch die Uhr für den Mecca Royal Hotel Clock Tower konstruiert. All das überzeugte die Ditib-Mitglieder. Die Rasch-Architekten erhielten letztendlich auch den Zuschlag.

Noch kein Baugesuch bei der Stadt eingegangen

Wenn es nach dem Ditib-Vereinsvorsitzenden Ismail Cakir gegangen wäre, hätte die neue Moschee schon 2019 eingeweiht werden sollen. Doch bislang ist noch nicht einmal ein Baugesuch bei der Stadt eingegangen. „Wir hoffen, dass wir im Dezember so weit sind“, sagte Jürgen Bradatsch.

Das große Raumprogramm von rund 11 000 Quadratmetern, das sich die Gemeinde gewünscht hatte, musste auch aus finanziellen Gründen abgespeckt werden. Unter anderem wird nun auf die zunächst geplante Tiefgarage verzichtet. Etwa 5000 Quadratmeter sind insgesamt für Moschee und Gemeindezentrum geblieben. Teehaus, Bücherladen, ein Geschäft für Haushaltswaren werden im Neubau wieder einen Platz finden. Zudem wird es Jugendräume geben, separate Gebetsflächen für Männer und Frauen und ein Spielzimmer für Kinder. Der Außenbereich wird zirka 1900 Quadratmeter groß sein, die Gebetsflächen 850 Quadratmeter einnehmen.

Das Minarett wird maximal 27,50 Meter hoch

Auch ein freistehendes Minarett ist geplant. „Es wird maximal 27,50 Meter hoch. So ist es baurechtlich möglich und daran halten wir uns auch“, betonte Bradatsch. Das endgültige Konzept möchte der Ditib-Verein allerdings erst öffentlich präsentieren, wenn das Baugesuch eingereicht ist. In den nächsten Wochen könnten sich noch ein paar Details ändern, heißt es. Der Gestaltungsbeirat war mit dem Entwurf auf jeden Fall schon zufrieden. „Wir finden Ihre Planung sehr einleuchtend“, sagte Dörte Gatermann aus Köln. „Es ist ein sehr verständlicher und gut nutzbarer Grundriss. Die kommunikativen Räume sind sehr positiv.“ Auch Patrick Gmür aus Zürich wünschte viel Erfolg: „Sie profitieren, aber auch die Menschen drumherum.“ Das sah Feuerbachs Bezirksvorsteherin Andrea Klöber ähnlich. Auch sie war von der Vorstellung und der Resonanz angetan: „Ich hätte gerne, dass Sie das Projekt im Bezirksbeirat vorstellen. Aber das macht ja dann auch erst Sinn, wenn das Baugesuch eingereicht wurde.“

Ismail Cakir freut sich schon auf das neu bebaute Areal. Anfang der 1990er Jahre habe man das Grundstück an der Mauserstraße gekauft. Die Gebäude seien in die Jahre gekommen.

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