Max-Eyth-See Es droht ein großes Fischsterben

Der Sauerstoffgehalt im Wasser des Max-Eyth-Sees in Hofen hat sich durch die Rettungsaktion der Hilfskräfte zwar etwas erhöht, von Entwarnung kann man aber nicht sprechen. Der Anglerverein befürchtet weiter ein großes Fischsterben.

Mit Pumpen belüftet die Feuerwehr seit Mittwoch das Gewässer. Foto: Lg/Achim Zweygarth
Mit Pumpen belüftet die Feuerwehr seit Mittwoch das Gewässer. Foto: Lg/Achim Zweygarth

Stuttgart - Es gibt eine erste Erfolgsmeldung im Bemühen, das größte stehende Gewässer in Stuttgart vor dem Umkippen zu bewahren: „Der Sauerstoffgehalt im Wasser ist bereits etwas gestiegen“, sagt eine Sprecherin der Stadt am Donnerstag. Feuerwehr und DLRG sind seit Mittwoch am Max-Eyth-See im Dauereinsatz, seit Donnerstag unterstützt sie das Technische Hilfwerk. Ein Fischsterben ist bisher ausgeblieben. Doch der Württembergische Anglerverein prophezeit, dass fast die Hälfte der Schleien, Brassen, Barsche, Zander, Hechte, Welse, Rotfedern und Rotaugen verenden würden. Bisher galt der Bestand im See als „ausgezeichnet“.

Das Problem ist die Größe des Sees

Mit bis zu vier Motorbooten fahren Helfer der Feuerwehr und der DLRG über den See, um das Wasser aufzuwirbeln. Vor allem aber führt die Feuerwehr mit zehn großen Pumpen, die rund um das Gewässer verteilt sind, dem See Luft und damit Sauerstoff zu. Dabei wird das Wasser abgepumpt und danach wieder in hohem Bogen in das Gewässer zurück gespritzt. Zudem wird zusätzliches Quellwasser in den See gelassen – die dreifache Menge des normalen Zuflusses. Seit Donnerstag mittag fließen auch von der EnBW-Tochter Netze BW über das Pumpwerk Hofen pro Minute 2400 Liter Frischwasser zu.

Ein Problem ist die Größe des Sees: Er hat eine Fläche von 17 Hektar und ist mehr als zwei Meter tief. „Es dauert, bis eine große Wassermenge mit Luft versorgt ist“, sagt ein Sprecher der Stadt. Einen Schritt weiter sei man vermutlich bei der Frage, wie es zu der brenzligen Lage gekommen ist. Experten des Tiefbauamtes sind zum Schluss gekommen, dass die Hitze und der starke Lichteinfall im Sommer ein starkes Algenwachstum ausgelöst hätten, was der See zunächst verkraftet habe. Der Wetterumschwung mache den Algen aber zu schaffen: Sie gehen ein und binden den Sauerstoff an sich. Vielerorts sank der Sauerstoffwert in Grundnähe dramatisch.

Insgesamt ist die Lage in vielen Seen angespannt

Die Experten hoffen nun, dass die Rettungsaktion bald Früchte trägt. Gegebenenfalls wird sie noch mehrere Tage lang fortgesetzt, auf jeden Fall aber bis Freitagmorgen. Da die Algen vor allem nachts Sauerstoff an sich ziehen würden, sei es wichtig, dass rund um die Uhr gepumpt werde, so die Fachleute.

Ähnliche Rettungsaktionen gab es in diesem Sommer am Riedsee und an den zwei Seen bei den Mineralbädern. Insgesamt sei die Lage in vielen Seen in Stuttgart angespannt. In einigen Gewässern sehe es aber besser aus: Der Feuersee im Westen habe einen Zulauf über Quellen aus Kaltental, am Probstsee in Möhringen habe der Anglerverein eine Belüftungspumpe angebracht. Auch am Riedsee haben die Angler mittlerweile eine solche Pumpe installiert.

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