Max-Eyth-See in Stuttgart Eisenchlorid läuft unkontrolliert in den See

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Rostrotes Wasser im Max-Eyth-See: Bei diesem Anblick verständigen Passanten am Dienstag Polizei und Feuerwehr.

Beim Anblick der rostroten Brühe im Stuttgarter Max-Eyth-See schlugen Passanten Alarm. Foto: 7aktuell.de/Herlinger 6 Bilder
Beim Anblick der rostroten Brühe im Stuttgarter Max-Eyth-See schlugen Passanten Alarm. Foto: 7aktuell.de/Herlinger

Stuttgart - Wegen einer auffälligen roten Verfärbung des Wassers im Max-Eyth-See haben Passanten am Dienstagabend die Polizei und Feuerwehr alarmiert. Etwa zwei bis drei Kubikmeter einer Eisenchloridlösung waren unkontrolliert aus einem Tank in den See gelaufen, sagte Sven Matis, Pressesprecher der Stadt. Mit dem Mittel soll der Nährstoffgehalt im See reguliert werden.

Das rostrot verfärbte Wasser sah für die Spaziergänger bedrohlich aus, deswegen wählten sie gegen 20.30 Uhr den Notruf. Polizei und Feuerwehr rückten an, mussten aber nicht eingreifen. Mitarbeiter des städtischen Tiefbauamtes konnten die Ursache schnell ausfindig machen und beseitigen: Der Schlauch eines Tanks mit Eisen-III-Chlorid, das zur Beeinflussung der Wasserqualität seit vergangenem Donnerstag in den See eingebracht wird, hing in den See. Der städtische Mitarbeiter zog den Schlauch heraus und behob damit die Ursache.

Lösung soll helfen, den Nährstoffgehalt zu regulieren

Die Lösung werde über einen Zeitraum von sechs bis zehn Tagen von einem Boot aus in der Mitte des Sees ausgebracht. Das Eisen-III-Chlorid soll den Phosphatgehalt senken, erläuterte Matis. Ein Nebeneffekt sei, dass das Phosphat aufflocke und wie Rahm auf der Milch auf der Seeoberfläche an den Rand treibe. Dieser Teppich sinke dann allmählich ab und zersetze sich am Grund des Sees.

Mit Booten wurde das zu viel ins Wasser geratene Mittel noch am Abend im See verwirbelt. Ein Schaden für Tiere und Pflanzen sei nicht entstanden, sagte der Sprecher der Stadt

Der See war im vergangenen Herbst in einem kritischen Zustand gewesen. Feuerwehr und THW pumpten Frischwasser ein und belüfteten das Wasser, dessen Sauerstoffgehalt stark abgefallen war. Etliche Fische waren gestorben, mit den Maßnahmen wurde damals ein weiteres Fischsterben verhindert.

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