Max Giesinger in der Porsche-Arena „Leude, seid ihr da irgendwo?“
Gute Laune im Gepäck: Max Giesinger sorgt in der Porsche-Arena für flauschig-warme Kuschelpop-Momente – und erinnert sich an seinen Auftritt im Goldmarks.
Gute Laune im Gepäck: Max Giesinger sorgt in der Porsche-Arena für flauschig-warme Kuschelpop-Momente – und erinnert sich an seinen Auftritt im Goldmarks.
Hinter einem riesigen weißen Vorhang erahnt man eine Band und den Sänger. Die ersten Töne klingen durch die gut gefüllte Porsche-Arena. Ein Schattenspiel, das einige Minuten andauert, bevor der Vorhang schlagartig fällt und Max Giesinger jubelnd von seinen Fans in Empfang genommen wird. Der Sympathieträger und Liebes-Barde zeigt sich am Dienstagabend als Mann mit Gitarre, der ganz viel Kontakt zum Publikum pflegt.
Giesinger ist derzeit auf seiner „Irgendwann ist jetzt“- Tour, die pandemiebedingt mehrfach verschoben werden musste und nach vier Jahren Pause nun wieder seine erste Hallentour ist. In den rund eineinhalb Konzertstunden taucht er in die Fanmenge ein, begrüßt mit Handschlag, macht Selfies und holt sogar zwei junge Fans auf die Bühne, die ihm den Background geben. Der flauschig-warme Kuschelpop des Singer-Songwriters kommt gut an, und dass er so viel Nähe zum Publikum sucht, erinnert an ein großes Familienereignis. Auch mit seiner fünfköpfigen Band ist er sehr im Einklang, sein Gitarrist ist sein bester Kumpel mit dem er früher auch in einer WG gewohnt hat, erzählt er.
Der ursprünglich aus Waldbronn bei Karlsruhe stammende Sänger badenzert den Abend über ordentlich vor sich hin. „Leude, seid ihr da irgendwo?“ ruft er immer wieder und versucht sich dann auch gerne noch im Schwäbischen. In Stuttgart war er schon mindestens 15 Mal, wie er sagt, anfangs noch vor 180 Gästen im Goldmarks.
Die Porsche-Arena ist die nun größte Halle, die er hier bisher bespielen durfte. Neben der gepflegten Hauptbühne befindet sich in der Hallenmittel noch ein kleinerer Bühnenaufbau, auf dem Piano und Gitarre platziert sind, und zu der er im Laufe des Abends, zur großen Freude seiner Fans, immer wieder hin wandert. Wie eine mallorquinische Sommerbrise weht es einem da um die Nase, wenn Lieder wie „Wenn sie tanzt“ oder „Nur kurz glücklich“ angestimmt werden, das Handylichter-Meer lässt nicht lange auf sich warten.
Den Durchbruch schaffte Max Giesinger mit der Teilnahme in der ersten Staffel von „The Voice of Germany“ 2011, wo er Platz Vier belegte. Der 34-Jährige singt über Menschen, deren Leben und darüber, wenn etwas schiefläuft, weiterzumachen. Mit „80 Millionen“ hatte er seinen größten Hit, der 2016 das Radio rauf und runter lief. Kritik musste er sich etwa von Jan Böhmermann gefallen lassen, der ihn mit „Menschen Leben Tanzen Welt“ zur Echo-Verleihung 2017 ordentlich auf die Schippe nahm. Böhmermanns Persiflage wurde dann selbst zum Erfolg, doch Vollblutmusiker Giesinger nahm’s gelassen, trat später gemeinsam mit dem Entertainer auf. Bekannt ist der Sänger auch aus den TV-Formaten „The Voice of Germany – Kids“, „Sing meinen Song – das Tauschkonzert“, oder „The Masked Singer“. So verwundert es nicht, dass er noch zum Karaoke anstimmt und „Whole Again“ von Atomic Kitten und „Highway to Hell“ von AC/DC gekonnt zum Besten gibt. Das Konfetti fliegt im hohen Bogen durch die Luft. Mit den Faxen will Max Giesinger am Ende gar nicht mehr aufhören, sichtbar genossen hat er sein Konzert.