Mayer-Vorfelder im Interview Zurück in die 1. Liga, dank wem?

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Was haben Sie getan?

Ich wollte Hennes Weisweiler als Trainer engagieren. Der war gerade in Barcelona entlassen worden. Dem war der VfB aber eine Nummer zu klein. Immerhin hat er mir einen Tipp gegeben und in seinem rheinischen Dialekt gesagt: "Ich hätte 'nen juten Mann für euch. Der is Trainer in Jenf."

Gemeint war Jürgen Sundermann von Servette Genf.

Ich habe ihn nicht gekannt und bin mit unserem Geschäftsführer Ulrich Schäfer und dem gesamten Barvermögen des Vereins in die Schweiz geflogen. Sundermann hat einen prima Eindruck gemacht, wir wurden uns schnell einig. Hennes Weisweiler, der auch mit am Tisch saß, hat dann gesagt: "So, dat muss jetzt jefeiert werden." Er hat uns in eine piekfeine Bar geführt, und ich habe Ulrich Schäfer zugeflüstert: "Oh je, der Weisweiler trinkt gern Schampus. Zähl schon einmal unser Geld."

Hat es gereicht?

Eigentlich konnten wir uns nur eine Flasche leisten. Die hatte der Weisweiler aber schon leer getrunken, noch ehe wir richtig saßen. Ulrich Schäfer ist ganz blass geworden und hat vor der Tür noch einmal das Geld gezählt. Wir mussten ja auch noch das Hotel bezahlen. Wir hatten ein Doppelzimmer mit französischem Ehebett und einem Graben in der Mitte. Da ist der Schäfer nachts von der einen Seite reingerollt und ich von der anderen. Am nächsten Tag sind wir wieder nach Hause geflogen. Und Sundermann ist zum Wundermann geworden.