Mazda Rot steht für Feuer

Von Bernd-Wilfried Kießler 

Sparsamer und schöner als andere - das sind die Ziele in Sachen Technik und Design. Zwei Erfolgsmodelle wurden in diesem Sinne jetzt leicht überarbeitet.

Der überarbeitete Mazda 6 im auffälligen Metallic-Rot. Foto: Hersteller
Der überarbeitete Mazda 6 im auffälligen Metallic-Rot. Foto: Hersteller

Der japanische Hersteller Mazda geht seinen eigenen Weg, und das ist keine Werbefloskel: Ford, einstiger Großaktionär mit zeitweise 33 Prozent am Kapital, hält nur noch symbolische 2,1 Prozent. Das gibt der Marke, die mit einer Jahresproduktion von knapp anderthalb Millionen kein Riese auf dem Weltmarkt ist, die Möglichkeit zu eigenständigen Wegen. Zum Beispiel Rubinrot: Das sticht ins Auge. Mazda setzt es nicht nur bei Klein­wagen ein, wo sich andere am ehesten an eine bunte Farbpalette wagen. Das auffällige Metallic-Rot erreicht bis zu 30 Prozent bei der soeben überarbeiteten 6er-Mittelklassebaureihe. Laut Aussage von Josef A. Schmid, Geschäftsführer von Mazda Deutschland, steht die Farbe für Feuer, Liebe und Leidenschaft . Der vor allem unterm Blech modell­gepflegte Mazda 6 ist jetzt mit LED-Scheinwerfern zu haben.

Echte Vorteile für den Kunden und die Umwelt

Sein Spurhalteassistent warnt nicht nur, sondern greift auch bei Bedarf in die Lenkung ein. Bei Stufenheck­limousine und Kombi (ab 25 290 Euro) verfolgt der Importeur eine Gleichpreisstrategie, wie sie immer mal wieder zur Absatzförderung eingesetzt wird, etwa zeitweise von Ford. Erstmals sind in der 6er-Baureihe auch Modelle mit Allradantrieb zu haben, allerdings nach vorherigen Marktuntersuchungen nur für den Kombi in Kombination mit Dieselmotor. Was die Motorisierungen betrifft, so legen die japanischen Ingenieure sowohl die Otto- als auch die Dieseltriebwerke unter dem Stichwort Skyactiv anders aus als der Rest der Welt. Sie haben die gängige Hubraumverkleinerung samt leichter Turbo­aufladung der Benzinmotoren nicht mit­gemacht. Dazu Josef A. Schmid: 'Das sogenannte Downsizing senkt zwar den Verbrauch bei den europäischen Normmessungen im Labor, die Alltagswerte auf der Straße liegen aber oft zwei bis drei Liter darüber. Wir wollen echte Vorteile für den Kunden und nicht zuletzt auch für die Umwelt.'

Auf einer ersten Testfahrt mit einem 175-PS- Dieselmotor

Motoren ohne Turbo sind zudem leichter und günstiger in der Herstellung. Während man beim Ottomotor die Verdichtung erhöht hat, wurde sie beim Diesel gesenkt, so dass die Abgasgrenzwerte Euro 6 tatsächlich ohne Nachbehandlung durch den Harnstoff Adblue erreicht werden. Damit streift der Mazda 6 mit einem 2,2 Liter-Dieselmotor und 110 kW (150 PS) knapp die Vier-Liter-Verbrauchsmarke. Auch der CX-5, ein hochbeiniger, 4,56 Meter langer Konkurrent von Tiguan & Co, wurde kürzlich einer leichten Erneuerung unterzogen (ab 25 290 Euro). Es spricht für die Langlebigkeit des sogenannten Kodo-Designs ('Seele der Bewegung'), dass äußerlich gar nichts verändert wurde. Auf einer ersten Testfahrt mit einem 175-PS- Dieselmotor unter der Haube bestand die Möglichkeit, die Ziele der Mazda-Motorenentwickler zu überprüfen. Tatsächlich lag der Verbrauch nach einer dreistündigen Tour überwiegend auf kurvigen Landstraßen bei 5,3 Litern und damit nur 0,1 Liter über den Angaben im Datenblatt - mit Testwagen anderer Marken nahezu unmöglich. Das Kodo-Design, nach dem auch der kürzlich erschienene Kleinwagen Mazda 2 und sein demnächst kommender Bruder CX-3 gestaltet sind, zeichnet sich durch einen steil stehenden Kühlergrill und eine lange Motorhaube aus. Der Platz fehlt weiter hinten im Kofferraum. Dazu der deutsche Mazda-Chef Schmid augenzwinkernd: 'Alles kann man nicht haben. Unsere Designer entschieden sich für ein besonders schickes Aussehen.'