Medienpark in Mannheim Söhne Mannheims stehen als Investoren bereit

Von Johanna Eberhardt 

Der Sänger Xavier Naidoo und sein Produzent Michael Herberger wollen eine US-Kaserne zum Medienpark machen. Der Mannheimer OB zeigt sich aufgeschlossen.

Bei Konzerten will sich Xavier Naidoo etwas rar machen – er liebäugelt mit einem Medienpark  in der ehemaligen Taylor-Kaserne auf dem Mannheimer Konversionsgelände. Foto: dpa
Bei Konzerten will sich Xavier Naidoo etwas rar machen – er liebäugelt mit einem Medienpark in der ehemaligen Taylor-Kaserne auf dem Mannheimer Konversionsgelände. Foto: dpa

Mannheim - Xavier Naidoo, der Kopf der Söhne Mannheims, und sein Produzent Michael Herberger möchten die Konversion der US-Flächen in Mannheim nutzen, um einen großen Produktions- und Medienpark für Musik- und Showproduktionen aufzubauen. Das Ziel sei, das, was Köln für TV-Produktionen geschafft habe, für das Livesegment und Musikshows im Fernsehen zu schaffen, erklärte Naidoo bei einer Veranstaltung der Stadt mit OB Peter Kurz (SPD), bei der der Musiker „als möglicher Investor“ präsentiert wurde.

Nachdem die „Söhne“ bereits angekündigt hatten, dass man in den nächsten Monaten nicht mit größeren Livekonzerten rechnen darf, weil sie sich verstärkt anderen Dingen widmen, haben Naidoo und Herberger nun verraten, dass sie schon länger ein Auge auf die Taylor-Kaserne geworfen haben, die im Mannheimer Norden in unmittelbarer Nachbarschaft ihres Studios liegt. Teile des insgesamt 46 Hektar großen Areals seien bestens für das Projekt geeignet. Man wolle, dass internationale Künstler in Mannheim eine Spielstätte bekommen; man denke an Studios für Film- und Fernsehproduktionen, Proberäume, eventuell auch eine Konzerthalle und Modewerkstätten, sagte Naidoo. „Wir wollen Leute aus verschiedenen Bereichen zusammenbringen und den Struktur- und Imagewandel der Stadt beschleunigen“, sagte Herberger. „Wir können uns viel vorstellen, bereitet euch vor, es passiert etwas“, kündigten sie an. Die Pläne, in deren Umsetzung bereits ein örtlicher Bauträger, eine Veranstaltungsagentur und die Popakademie eingebunden sind, passten gut in die Gesamtstrategie der Stadtplanung und ihr Konversionskonzept, erklärte OB Kurz. Es gebe zwar noch offene Fragen, doch er könnte sich sogar vorstellen, dass der Medienpark einmal eine „repräsentative Eingangspforte“ der Stadt im Mannheimer Norden werde, sagte der OB. Udo Dahmen, der Leiter der Popakademie Baden-Württemberg, erklärte, das Vorhaben wäre eine sinnvolle Ergänzung für seine Hochschule und den Mannheimer Musikpark. „Das Projekt ist für uns total interessant“, meinte der Konversionsbeauftragte der Stadt, Konrad Hummel.

Gute Nachrichten auch von der CDU

Gute Nachrichten verbreitete auch die Mannheimer CDU. So teilte die Gemeinderatsfraktion mit, der Haushaltsausschuss des Bundestags habe beschlossen den Kommunen beim Verkauf von ehemaligen Militärliegenschaften ein „Erstzugriffsrecht“ einzuräumen. Über das Thema war in den vergangenen Wochen an Konversionsstandorten heiß diskutiert worden, weil die Bundesimmobilienanstalt (Bima) bisher gehalten war, die Flächen an den Meistbietenden zu verkaufen. Mit dem Beschluss erhielten die Kommunen nun ein wichtiges Instrument, um den kompletten Konversionsprozess zu gestalten, sagte ein Sprecher der CDU-Fraktion. Auch der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Gerhard Schick, sagte, es sei gut, dass das Parlament in der Sache Druck gemacht habe. Eher enttäuscht reagierte der Konversionsbeauftragte Hummel: „Wir hätten uns gewünscht, dass der Bund die Kommunen als Bima-Entwicklungspartner anerkennt.“