Mega-Dürre in Kalifornien Kalifornier sollen 15 Prozent weniger Wasser verbrauchen

Risse ziehen sich über den trocken liegenden Grund eines Wasserreservoirs in Camanche in Kalifaornien (USA). Wegen anhaltender Dürre waren damals die Wasserreserven im Südwesten der USA stark zurückgegangen. Foto: Michael Nelson/EPA/dpa
Risse ziehen sich über den trocken liegenden Grund eines Wasserreservoirs in Camanche in Kalifaornien (USA). Wegen anhaltender Dürre waren damals die Wasserreserven im Südwesten der USA stark zurückgegangen. Foto: Michael Nelson/EPA/dpa

Dramatische Lage in Kalifornien: 2020 war es im US-Bundesstaat extrem heiß und trocken. Dieses Jahr sind die Niederschläge noch geringer. Der Gouverneur ruft die Bevölkerung angesichts der Knappheit zum Wassersparen auf.

Leben: Markus Brauer (mb)
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Los Angeles - Die Menschen in Kalifornien sind angesichts jahrelang spärlicher Regenfälle und der aktuellen Hitze dazu aufgerufen, ihren Wasserverbrauch um 15 Prozent zu reduzieren. Der Gouverneur des US-Bundesstaates Gavin Newsom forderte die Bürger auf, kürzer zu duschen und Grünflächen weniger zu wässern. Auch Industrie, Handel und Landwirtschaft rief er zum Wassersparen auf.

Newsom sprach von einer „Mega-Dürre“. Über die vergangenen Jahre hat es in Kalifornien insgesamt deutlich weniger geregnet. Auch der vergangene Winter war vergleichsweise trocken. In der Folge fehlte in den Wasserspeichern Ende Mai schätzungsweise ein Drittel des normalerweise vorhandenen Wassers.

Sommer in Kalifornien werden immer trockener

Laut der staatlichen Website „Save Our Water“ ist es „wahrscheinlich“, dass die dieses Jahr am Ende noch trockener ausfallen wird als das vergangene, das bereits das fünfttrockenste in der Geschichte Kaliforniens war.

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Die Lage wurde zuletzt durch die Hitzewelle in einem Großteil des Westens der USA und Kanadas noch verschärft. Für das kommende Wochenende werden weitere Rekordtemperaturen erwartet - darunter bis zu 53 Grad Celsius im kalifornischen Death Valley.

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Mit der Dürre kommen die Waldbrände

Eine mögliche schwerwiegende Folge der Dürre ist die erhöhte Gefahr von Waldbränden. In den vergangenen Jahren hatten entlang der nordamerikanische Westküste wiederholt massive Brände gewütet.

Mit dem Fortschreiten des Klimawandels komme es häufiger vor, dass extreme Ereignisse wie Hitzewellen und Trockenheit gleichzeitig auftreten, erklären die beiden Forscher Mohammad Reza Alizadeh von der McGill University im kanadischen Montreal und Mojtaba Sadegh von der Boise State University im US-Bundesstaat Idaho.

„Episoden extremer Trockenheit und Hitze sind das Rezept für große Waldbrände“, erläutert Mojtaba Sadegh. „Diese Extreme intensivieren und weiten sich in beispiellosem räumlichem Ausmaß aus und ermöglichen die derzeitigen Waldbrände entlang der gesamten US-Westküste.“

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„Dust Bowl“ als warnendes Beispiel

Auch kürzere Dürrephasen, die weniger als ein Jahrzehnt dauerten, wie etwa die als „Dust Bowl“ bekannte US-Dürre in den 1930er Jahren, könnten den Experten zufolge verheerende Auswirkungen haben, wenn sie gleichzeitig mit Hitze aufträten. Unter anderem könnten klimatische Ereignisse in der Atmosphäre und am Boden in ihrem Zusammenspiel zu solchen Extremen führen.

„Dust Bowl“ (auf deutsch Staubschüssel) wurden in der Zeit der Weltwirtschaftskrise in den USA und Kanada Teile der Großen Ebenen genannt, die besonders in den Jahren 1935 bis 1938 von verheerenden Staubstürmen betroffen waren.




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