Mehlwurm, Kakerlake und Co. – die Dschungelcamp-Kolumne Schreie auf dem Donnerbalken

Von Jörg Breithut 

Die besten Szenen haben sich an Tag 7 des Dschungelcamps auf dem Lokus abgespielt. Und es ist auch ein bisschen blutrünstig geworden: denn eine kleine Ameise hat bei der Dschungelprüfung richtig zugebissen. So stark, dass Blut floss.

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Stuttgart – Was eine Bohne so alles anrichten kann. Wenn es nach Schlagerstar Klaus Baumgart geht, dann ist allein dieses eine Böhnchen dafür verantwortlich, dass er stöhnend und schreiend auf dem Lokus sitzt und sich leidend in den Duftwolken wälzt, die sein Verdauungstrakt ins Klohäuschen presst. Hoffentlich suggeriert nur der schnelle Bildschnitt bei RTL, dass die Fäkalientonne nach dieser einen qualvollen Sitzung bis obenhin gefüllt ist. Gehen wir besser davon aus, dass die Tonnenfüllung das Ergebnis mehrerer Sitzungen ist – und die Bohne das Fass höchstens zum Überlaufen gebracht hat.

Ansonsten ist es auch an Tag 7 bei „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ die Katzenberger-Mutter, die in die Rolle der Bohne schlüpft. Mit ihren Sprüchen entlockt sie den Campbewohnern immer wieder ein qualvolles Stöhnen. Wenn sie sich lauthals fragt, wie man „sein Kind als Arschloch erziehen“ kann oder über Allegra Curtis lästert: „Die ist falsch wie ihr Gesicht.“ Für gute Stimmung sorgt das nicht. Aber, da muss man ehrlich sein, für ein bisschen Unterhaltung beim Zuschauer. Denn auch die Reaktionen fallen nicht weniger rücksichtslos aus. Für Silva Gonzalez gibt es demnach keinen Zweifel, „dass die Frau einen Sockenschuss hat“.

Doch zurück zum Lokus. Dort bereut nämlich Patrick Nuo, dass er sich so rührend um den heimwehgeplagten Joey gekümmert hat. Mit Tricks aus der Hypnosekiste hat der Popbarde aus der Schweiz dem Joey das Heimweh ausgetrieben und ihn mitgenommen auf eine „Mentalreise bis in die Unendlichkeit“ (Joey). Mit neuer Energie läuft Joey zur Topform auf und suhlt sich in Selbsterkenntnis, sagt zu sich selbst: „Du bist Sänger. Du bist kein Koch, du bist kein Müllmann.“ Zum Leidwesen der Campbewohner sprudelt seine Energie allerdings ziemlich oft vor dem Donnerbalken aus ihm heraus. Auch dann, wenn Patrick Nuo in Duftweite gerade sein Geschäft verrichtet.

„Mich hat ne Ameise gebissen, ich blute.“

Während die Lästereien und die Erlebnisse auf dem Fäkalien-Vorhof durchaus unterhaltsam sind, lässt sich die Dramatik der Flugzeug-Dschungelprüfung gut mit einem Zitat der Kandidatin Georgina beschreiben: „Mich hat ne Ameise gebissen, ich blute.“ Ganz übel, so ein Ameisenbiss. Mit ihren gewaltigen Kiefern haben Ameisen schon ganze Blattläuse zertrümmert. Bei derart langweiligen Prüfungen lohnt es sich, immer wieder mal rüberzuschalten in die digitalen Nebenkanäle.

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Außer den Twitter-Usern gibt es aber noch andere Menschen, die bei der drögen Flugzeugnummer richtig Spaß hatten: die Mehlwurm- und Kakerlakenzüchter im Outback. Schließlich werden die Insektenfarmer dafür bezahlt, dass sie die schleimigen Maden aus den Biotonnen kratzen und eimerweise in die Cockpits der Holzflugzeuge kippen. Und der Nachschub für die Dschungelprüfungen ist garantiert: Nach ein paar Tagen in der australischen Sonne eignet sich jede mit Speiseresten gefüllte Mülltonne als Insektenfarm.

Alle bisher erschienenen Teile unserer Kolumne "Mehlwurm, Kakerlake & Co." gibt es hier.

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