Mehr als 80 zusätzliche Plätze im Neuffner Tal Roten Teppich für Wohnmobilisten ausgerollt

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Ein Förderprogramm des Verbands Region Stuttgart macht es möglich: Im Neuffener Tal und am Albtrauf werden in den kommenden beiden Jahren mehr als 80 zusätzliche Wohnmobil-Stellplätze entstehen.

Winterfest: Der Wohnmobilstellplatz am Neuffener Schützenhaus ist selbst in der kalten Jahreszeit  gut belegt. Foto: Horst Rudel
Winterfest: Der Wohnmobilstellplatz am Neuffener Schützenhaus ist selbst in der kalten Jahreszeit gut belegt. Foto: Horst Rudel

Neuffen - Wohnmobile liegen im Trend. Von der Leitmesse der Branche, der Stuttgarter CMT, sind die Anbieter im Januar mit Ordnern voller Kaufverträge abgereist. Geht es nach dem Verband Region Stuttgart, dann muss die Wohnmobil-Kundschaft mit den Neuerwerbungen gar nicht weit rollen. Von den Fildern ins Neuffener Tal ist es ein Katzensprung – und in Beuren, Neuffen, Kohlberg und Frickenhausen-Linsenhofen werden zeitnah nicht weniger als 84 neue Wohnmobilstellplätze entstehen.

Die Offensive ist ein Teil des vom Verband Region Stuttgart aufgelegten Programms zur Kofinanzierung regionaler Modellprojekte und Kooperationen im Bereich Wirtschafts- und Tourismusförderung. Aus diesem Fördertopf fließen 120 000 Euro ins Neuffener Tal. Im Vorjahr waren der Schönbuch und das Remstal mit einer Anschubfinanzierung in ähnlicher Größenordnung bedacht worden.

Startschuss im Jahr 2011

Matthias Bäcker, der Neuffener Bürgermeister, weiß den Termin noch ganz genau. Am 25. Januar 2011 hat er, kaum zum Schultes gewählt, das Thema „Wohnmobilstellplatz“ auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung gesetzt. In der Folge sind die ersten beiden Stellplätze am Schützenhaus entstanden. Zwei Jahre später waren es acht, jetzt sind es 16, und im kommenden Jahr werden den Wohnmobilisten in Neuffen 24 Plätze angeboten werden. „Selbst an Neujahr sind dort oben 13 Wohnmobile gestanden. Und das alles ohne große Werbung“, sagt Bäcker. Einzig der anfangs belächelte Hinweis zur „Neuffener Toskana“ wirbt am Ortseingang um die Aufmerksamkeit der Durchreisenden.

Inzwischen ist der Vorkämpfer Bäcker im Täle nicht mehr alleine. In Beuren schickt man sich an, den Pionier aus dem Nachbarstädtchen zu überholen. Einen Steinwurf von der Panorama-Therme entfernt plant die Gemeinde einen Stellplatz für 63 Wohnmobile. Ursprünglich sollte das 11 000 Quadratmeter große Areal in zwei Bauabschnitten erschlossen werden. „So wie es im Augenblick aussieht, hat es mehr Sinn, die Anlage aus einem Guss zu planen“, sagt Karin Kaplan, die Kur- und Bäderamtsleiterin der Gemeinde. Eingeweiht wird die Anlage Ende 2019. Zuvor allerdings muss das Betreiberkonzept noch ausdiskutiert werden.

Stellplatzkategorie „Natur“

Die Frage, ob selbst verwalten oder verpachten ist in Kohlberg schon entschieden. „Unsere Plätze kosten nichts“, sagt Rainer Taigel, der Bürgermeister. Der Schultes, selbst Wohnmobilist, will mit den sieben Kohlberger Plätzen in der Stellplatzkategorie „Natur“ punkten. Die Vermarktung der Plätze, die inmitten der Obstwiesen eine Aussicht auf den Hohenneuffen, die Teck und die Kaiserberge bieten, wird über die Beurener Touristinfo organisiert. Wein, Wandern und Wellness lauten die Schlagworte, mit denen den Wohnmobilisten das Angebot schmackhaft gemacht werden soll. Der Bau der Anlage, für den 20 000 Euro im Haushalt vorgesehen sind, soll bereits im März beginnen.

Im Frickenhausener Ortsteil Linsenhofen werden, auf einem Gelände unweit der Tennisanlage, ebenfalls sieben Plätze entstehen. 18 000 Euro will die Gemeinde in die Hand nehmen, um den Gästen auf Zeit einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen. „Wir haben vor, spezielle Wohlfühlpakete anzubieten“, sagt Regine Theimer, die Ortsvorsteherin. Darin sollen Freizeitangebote enthalten sein, aber auch Produkte aus den heimischen Obstwiesen.