Mehr Aufenthaltsqualität 3-in-1-Lösung: Ludwigsburger Rathaushof wird umgestaltet

Die Aufenthaltsqualität auf dem Rathaushof soll höher werden. Foto: Kroh

Der Rathaushof in Ludwigsburg wird zwar rege genutzt, könnte aber eine Aufhübschung vertragen. Der Beschluss des Gemeinderats dürfte auch die Kleinsten freuen. Aber nicht nur die.

Ludwigsburg : Anna-Sophie Kächele (ask)

Der Ludwigsburger Gemeinderat hat einer Drei-in-eins-Lösung zugestimmt – die nicht nur aufgrund der hohen Förderquote bei großen Teilen des Gremiums für Zustimmung sorgte. Es geht dabei auch um das Stadtklima, um Synergien und die Umsetzung eines jahrelangen Vorhabens.

 

Die Stadt wird im kommenden Jahr im Rathaushof in der Innenstadt das Burkinische Dorf weiterentwickeln, den Spielplatz aufwerten und einen Garten der Religionen umsetzen.

Spielplatz

Die Situation derzeit: zu wenig Schatten, zu wenig Spielangebote für kleine Kinder, zu wenig Grün. Das soll sich ändern. Das aktuelle Konzept der Stadtverwaltung sieht vor, dass auf dem Platz drei große, drei mittelgroße und 27 kleine Bäume stehen sollen. Es soll einen Spielbereich mit Rasenhügeln, einen Kletterturm mit Rutsche und einen Sandspielplatz sowie drei lange Bänke als Sitzmöglichkeiten geben. Die aktuellen Spielgeräte wandern dafür auf den Spielplatz in der Karlstraße – und sollen dort für eine Aufwertung sorgen.

Derzeit gibt es zu wenig Schatten und zu wenig Spielgeräte für kleine Kinder auf dem Spielplatz im Rathaushof. Foto: Kroh

Burkinisches Dorf

Das burkinische Dorf neben dem Rathausplatz ist ein Bildungs- und Begegnungsort im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft zwischen Ludwigsburg und der burkinischen Kommune Kongoussi. Die Infotafeln sind mittlerweile verblichen. Die burkinische Hütte, die seit 2018 auf dem Platz steht, ist in die Jahre gekommen.

Im Sinne der beiden Klimapartnerschaften mit Kongoussi und Ambato soll die Fläche weiterentwickelt und instandgesetzt werden. Dazu gehören eine digitale Infostele, eine Galerie an der Mauer und ein Spieltisch.

Die Hütte im burkinischen Dorf soll an den Seiten geöffnet werden. Foto: Kroh

Garten der Religionen

Seit mehr als drei Jahren laufen die Gespräche darüber, dass es in Ludwigsburg einen Ort geben soll, an dem Menschen verschiedener Religionen zusammenfinden: ein Symbol für Dialog, Frieden und Zusammenhalt. Ursprünglich sollte der Garten der Religionen auf dem Solitudeplatz entstehen.

Anwohner übten daraufhin Kritik an dem Vorhaben, die FDP bezeichnet den Standort in einem Antrag als ungeeignet. Der Platz werde immer wieder von Kriminalität heimgesucht, ein Garten der Religionen schränke die Durchsichtigkeit des Platzes weiter ein und führe abends zu noch mehr dunklen Ecken, so Stadträtin Stefanie Knecht im September. „Die Verantwortung der sozialen Kontrolle am Solitudeplatz war zu groß“, sagte Oberbürgermeister Matthias Knecht.

Das grüne Zimmer im nördlichen Teil des Rathaushofs soll bleiben. Foto: Kroh

Nun soll der Garten der Religionen im südlichen Teil des Rathaushofes dazu einladen, „gemeinsam zu beten, zu meditieren, zu lernen, zu feiern und zu gärtnern“, heißt es in der Beschlussvorlage. In den Augen der Planungsgruppe Dialog der Religionen Ludwigsburg ist der Platz geeignet. „Er liegt zentral, viele Menschen passieren ihn jeden Tag und die Nähe zum Schulcampus ist nach wie vor gegeben.“

Kosten und Resonanz

Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf 225.000 Euro. Nach Abzug der Förderkosten verbleibt ein Anteil der Stadt von 45.000 Euro. Die übernimmt den Umbau selbst.

„Spielende Kinder, wachsende Gärten und ein neugestaltetes Dorf – das ist doch kommunale Vielfalt auf kleinstem Raum“, sagt Stadtrat Jochen Eisele von der FDP. Auch Laura Wiedmann (Grüne) sieht das Vorhaben als „Kompromiss, alle Komponenten auf begrünter Fläche unterzubringen“. Der Garten der Religionen solle jedoch stetig weiterentwickelt werden. „Wir sind für solche Neugestaltungen“, sagte Guido Passaro (CDU) – „allerdings sind die Kosten zu hoch, das muss man sich in den heutigen Zeiten leisten können“. Die AfD sprach sich dafür aus, dass ein öffentlicher Raum neutral bleibe, Religion sei etwas privates, ja vielleicht sogar schon etwas intimes. Die Linke lobte, dass es damit einen konsumfreien Raum im Herzen der Stadt gebe.

Die AfD stimmte gegen den Beschluss, die CDU enthielt sich in Teilen – die restlichen Parteien stimmten zu. Der Baubeginn ist für Februar 2026 vorgesehen. Die Fertigstellung ist bis zum Sommer 2026 geplant. Unter dem Rathaushof liegt die Tiefgarage – Bedenken zur Belastbarkeit der Decke konnten jedoch ausgeräumt werden.

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