Mehr Partnerschaftsgewalt im Jahr 2020 Mit den Frauen leiden die Kinder

In Baden-Württemberrg ist die Gewalt in Partnerschaften 2020 gestiegen. Foto: dpa/Jan-Philipp Strobel

Im Jahr 2020 ist die Gewalt in Partnerschaften in Baden-Württemberg gestiegen. Das bedeutet, dass immer mehr Kinder in einer gewalttätigen Umwelt aufwachsen. Auch auf sie müssen wir schauen, sagt StZ-Autorin Hilke Lorenz

Familie/Bildung/Soziales: Hilke Lorenz (ilo)

Stuttgart - Die Kriminalität in Baden-Württemberg ist im vergangenen Jahr auf dem Tiefststand von 1991 angekommen. Weniger Einbrüche etwa meldet die Kriminalitätsstatistik für 2020. Aber die gleiche Statistik belegt auch, was viele befürchtet haben. Frauen und damit oft auch ihre Kinder sind die Verlierer der Pandemie. Ebenso wie der Tiefstand bei den Einbrüche den veränderten Lebensumständen durch Corona geschuldet ist, gilt das wohl auch für den Bereich Häusliche Gewalt. In der Krise brechen schwelende Konflikte auf, werden Partner zu Peinigern. 536 Opfer mehr weist die Statistik bei den Körperverletzungen im Bereich Partnerschaftsgewalt gegenüber 2019 auf. Insgesamt sind es 10 636 Fälle. 90 Prozent der Opfer sind weiblich. Während des ersten Lockdowns war dieser Anstieg noch nicht mit Zahlen belegbar.

 

Kinder sind Co-Opfer

Was aber auch die Statistik nicht wiedergibt, sind die Co-Opfer solcher Taten. Denn nicht jede Tat endet mit einer Trennung. Viele weibliche Opfergeschichten haben das Geschlagenwerden und das Sichwiederversöhnen als Dauermotiv. Schon allein das ist tragisch. Das heißt aber auch, das in diesen Partnerschaften auch viele Kinder mit der Angst vor Gewalt aufwachsen müssen. Sie dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren.

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