Die Filderstädter Feuerwehr erhält ein neues Einsatzfahrzeug, das mit seinem Allradantrieb vor allem im Gelände eingesetzt werden soll. Weil ein besonderes Fahrgestell erforderlich ist steigen die Kosten im Vergleich zum Standardmodell um rund 200 000 Euro.

Filderstadt - Die Filderstädter Feuerwehr möchte für alle Notfälle gerüstet sein. Deshalb wurde bereits im Jahr 2007 ein Feuerwehrbedarfsplan erstellt, der den fünf Abteilungen verschiedene Aufgaben zuweist und auch entsprechende Anschaffungen vorsieht.

Für die Abteilung Plattenhardt soll ein Waldlöschfahrzeug gekauft werden Das Auto mit dem Zetros-Fahrgestell der Firma Daimler ist mit einem Allradantrieb ausgestattet und deshalb besonders geländegängig. Es soll vor allem bei Waldbränden, aber auch bei anderen Notfällen im Gelände zum Einsatz kommen.

Kurfess verweigert Zustimmung

Normalerweise ist die Neuanschaffung eines Feuerwehrautos bei den Stadträten unumstritten. Doch dieses Mal gab es eine Gegenstimme im Technischen Ausschuss. Als es zur Abstimmung kam, votierte FW-Fraktionschef Rolf Kurfess gegen das neue Waldlöschfahrzeug. Eine Begründung dafür lieferte er nicht. Erst auf Nachfrage der Filder-Zeitung erklärte Kurfess später, dass er den Bedarf für ein solches Fahrzeug nicht in Frage stelle. „Ich kann dem Kauf jedoch nicht zustimmen, wenn es keinen Zuschuss gibt“, sagte er.

Zur Erklärung: die Neuanschaffung von Feuerwehrautos wird in der Regel vom Land finanziell unterstützt. Im vorliegenden Fall ist das jedoch nicht so. Filderstadt will das Fahrzeug mit dem Kurztitel TLF-W (Tanklöschfahrzeug-Wald) nicht in der Standardausführung bestellen.

„Wir möchten ein Erstangriffsfahrzeug“, sagte Stadtbrandmeister Jochen Thorns dazu auf Anfrage. Ein solches müsse aber sechs Feuerwehrleuten Platz bieten. Deshalb brauche man eine Doppelkabine. Damit entspricht das Auto aber nicht mehr dem Standard. Die Folge: das Land verweigert den Zuschuss. Rolf Kurfess spricht sich deshalb für ein TLF-W mit Einzelkabine aus. Die übrigen Feuerwehrleute, die für den Erstangriff gebraucht würden, könnten auch mit einem Gerätewagen hinterherfahren, sagt er. „Dann habe ich keine taktische Einheit mehr“, hält Stadtbrandmeister Thorns diesem Vorschlag entgegen. Bei einem Erstangriff bringe eine „Rumstückelei“ aus einsatztaktischen Gründen nichts. Auch ein billigeres Fahrzeug auf Unimogbasis komme nicht in Frage. „In diesem Fall sind die Kabinen zu klein“, erklärt Thorns. Es müsse genug Platz sein, damit sich die Einsatzkräfte während der Fahrt den Atemschutz anlegen könnten.

Mehrkosten von rund 200 000 Euro

Wegen der Doppelkabine geht der Stadt ein Zuschuss von rund 40 000 Euro verloren, bei einem Gesamtpreis von 418 000 Euro. Ursprünglich sollte das Fahrzeug rund 200 000 Euro weniger kosten. Weil das Standardmodell jedoch nicht in das Feuerwehrgerätehaus Plattenhardt passen würde, wird nun ein Sonderbau auf Basis eines Zetros-Fahrgestells angefertigt. Bei ihm ist der Motor vor der Kabine und nicht darunter angeordnet. Dadurch wird das Fahrzeug niedriger und passt so durch die 2,95 Meter hohe Tür des Gerätehauses.

Man werde jedoch dadurch sparen, dass künftig die neuen Erstangriffsfahrzeuge der Abteilungen keinen Allradantrieb mehr haben werden, sagt Thorns. Rund 25 000 Euro können dadurch pro Auto gespart werden.

Im Ausschuss stimmten außer Rolf Kurfess alle anderen elf Stadträte für das neue TLF-W. Robert Hertler (FW) sagte: „Solch einen Luxus kann sich nicht jeder leisten.“ Er habe damit jedoch keine Kritik anbringen wollen, sagte der aktive Feuerwehrmann später auf Nachfrage. Er sei vielmehr froh, dass sich die Feuerwehr in Filderstadt so gut ausrüsten könne. Das neue Fahrzeug, das jetzt bestellt werden kann, wird vermutlich Ende 2013 geliefert.

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