Meinungen der Amerikaner in Stuttgart Trump hat in der Region kaum Anhänger

Von  

Die Election Night Party des Deutsch-Amerikanischen Zen­trums ist in der Wahlnacht der Treffpunkt für Amerikaner aus Stuttgart und der Region gewesen. In den Räumen der IHK Stuttgart verfolgten sie bis in die frühen Morgenstunden die Auszählung. Am nächsten Tag sind viele enttäuscht, dass Donald Trump gewonnen hat.

Zur Wahlparty in Stuttgart kamen Amerikaner, die in der Region leben. Foto: Lichtgut/Verena Ecker
Zur Wahlparty in Stuttgart kamen Amerikaner, die in der Region leben. Foto: Lichtgut/Verena Ecker

Stuttgart - Die Election Night Party des Deutsch-Amerikanischen Zen­trums ist in der Wahlnacht der Treffpunkt für Amerikaner aus Stuttgart und der Region gewesen. In den Räumen der IHK Stuttgart verfolgten sie bis in die frühen Morgenstunden die Auszählungen und feierten mit Popcorn und amerikanischem Bier eine Party. Am nächsten Tag sind viele enttäuscht, dass Donald Trump gewonnen hat.

„Ich schäme mich für mein Land, und ich entschuldige mich“, sagt der 32-jährige Physiker William Uspal, der in Stuttgart am Max-Planck-Institut arbeitet. Zwar kann er persönlich nichts für den Ausgang der Wahl, denn er gab Hillary Clinton seine Stimme, auch wenn er Bernie Sanders lieber als Kandidaten gesehen hätte. „Aber es ist mein Land, deswegen tut es mir für den Rest der Welt leid.“ Uspal befürchtet, dass es in den Staaten nun zu Radikalisierungen kommen könnte und Minderheiten Gewalt und Diskriminierung befürchten müssen. International hoffe er, dass Amerika sich an das Klimaabkommen von Paris halten werde.

Ihr Sohn, der in den USA lebt, wisse nicht, wie er seinen sechs und vier Jahre alten Kindern das Wahlergebnis erklären soll, sagt Lauris Prince-Schröter. „Sie haben ihn gebeten, er soll ihn nicht wählen, und verstehen nun nicht, warum Trump Präsident werden darf.“ Prince-Schröter lebt seit mehr als 20 Jahren in Deutschland, aufgewachsen ist sie in Missouri. Das Wahlergebnis erklärt sie sich mit der großen Enttäuschung vieler Amerikaner. „Es ist keine Entscheidung gegen Clinton, sondern gegen das Establishment“, sagt sie.

Ob er mal wieder in die USA zurückziehen wird, weiß Thomas Warzala noch nicht. „Aber jetzt steht fest: auf keinen Fall in den nächsten vier Jahren“, sagt der 29-Jährige, der in Stuttgart als Englischlehrer arbeitet. Das Ergebnis habe ihn sehr überrascht, vor allem staune er noch darüber, welche der sogenannten Swingstates am Ende für Trump stimmten. „Ich hoffe nur, er benimmt sich nun besser als während des Wahlkampfs. Weil sein Verhalten nicht akzeptabel ist.“

„Meine Eltern waren Flüchtlinge, sie stammen aus Italien und Deutschland. Wir sind eine sehr liberale Familie“, sagt die 73-jährige Jane Palik aus Northern California, die seit 17 Jahren in Deutschland lebt. Sie hat Clinton gewählt, stimmte aber in den Vorwahlen noch für Sanders. „Ich mache mir auch aufgrund meiner Familiengeschichte große Sorgen, wie Amerika künftig mit Einwanderern umgeht. In Deutschland erlebe ich ja, dass es wunderbar funktionieren kann“, sagt Jane Palik.

Sonderthemen